Begegnungen / Teil I / 2011 -2015

In den nunmehr 10 Jahren seines Bestehens hat DAS OPERNMAGAZIN neben den zahlreichen Kritiken, Pressemeldungen und Artikeln rund um die Oper und die Klassische Musik, auch immer wieder Interviews mit Künstlerinnen und Künstlern veröffentlicht. Die Reihe „Künstler/-Innen-Portraits“ ist im Laufe der Zeit zu einem der Markenkerne dieser Seite geworden. Das Interesse an diesen Artikeln ist seit Beginn dieser Reihe an sehr groß und die ständigen Artikelaufrufe, auch der älteren Interviews, belegen dies eindrucksvoll. Mit meinen Artikeln „Begegnungen“ möchte ich einen Rückblick auf die von mir geführten Interviews werfen. Es waren Begegnungen mit Menschen, die ich zuvor in ihren verschiedensten Tätigkeiten im künstlerischen Bereich erleben durfte und mit denen ich dann später Gespräche führte um sie meinen Leserinnen und Lesern ein wenig näher vorzustellen. Natürlich waren dies in erster Linie Sängerinnen und Sänger, aber auch Dirigenten, Musiker, und sogar ein Statist und ein Fotograf waren bis jetzt dabei. Nicht selten entwickelten sich aus diesen Treffen, diesen Begegnungen, sympathische Kontakte auf verschiedensten Ebenen, die bis zum heutigen Tage anhalten. Grund genug für eine Rückschau in eigener Sache.  

 

Teil 1: Miriam Clark/ Lucian Krasznec/ Julia Amos/ Emily Newton/ Ileana Mattescu/ Christian Sist/ Motonori Kobayashi/ Susanne Braunsteffer/ Gabriel Feltz/ Alexander Klaws/ Eleonore Marguerre und Morgan Moody

 

Miriam Clark/ @ Schroedinger

„Meine“ Nummer eins in dieser Artikelreihe, und irgendwie war sie auch für mich die Ideengeberin für vieles, was ich noch auf diesem Gebiet machen sollte, war die Sopranistin Miriam Clark. Am 3.12.2011 debütierte sie in der Oper Dortmund in der Titelrolle der Oper NORMA. Die damalige Inszenierung wurde ziemlich kontrovers aufgenommen. Miriam Clarks gesangliche Leistung fand allerdings großen Zuspruch von vielen Seiten. Auch von mir. Ich sah mir diese Dortmunder NORMA mehr als einmal an und es reifte in mir den Entschluss, den Menschen hinter dieser „mörderischen“ Partie einmal näher kennenzulernen. Und so entstand das erste von zwei großen Interviews, die ich mit Miriam Clark führen sollte.

Im Februar 2012 erschien dann das erste richtige Künstler/-Innen-Interview unter meinem Namen mit dem Titel „MIRIAM CLARK: DORTMUNDS GEFEIERTE NORMA IM PORTRAIT„. Schon erstaunlich, wie sich dieser Artikel damals verteilte und welche Aufmerksamkeit er genoss. Im April 2012 dann der Folgebericht über diese sehr sympathische Künstlerin: „OPERNSÄNGERIN MIRIAM CLARK: „MAN MUSS WISSEN, WAS MAN WILL““ Über die Jahre hat DAS OPERNMAGAZIN immer wieder über ihre Karriere, ihre Stationen, aber auch ihre sozialen Engagements, z.b. als Botschafterin der AIDS-Stiftung in dem afrikanischen Land Mosambik, berichtet. Ich denke oft und gern an unsere Telefonate und wünsche ihr ganz viel Erfolg für die anstehende Premiere am 13. Juli 2019 in Mannheim als Leonora in Verdis IL TROVATORE.

 

Lucian Krasznec Foto @ www.luciankrasznec.de/

Nach einer Sopranistin sollte es nun ein Tenor sein, mit dem ich mich treffen wollte. An der Oper in Dortmund war mir zu dieser Zeit ein junger Sänger aufgefallen, der in kürzester Zeit zu einem der Publikumslieblinge des Theaters dieser Ruhrgebietsstadt avanciert war. Lucian Krasznec, der im Jahr unseres ersten Interviews 30 Jahre alt geworden war, und dem ich damals sagte, dass diese „Altersgrenze“ auch für ihn sicher noch vieles bereithält, war im Februar 2012 mein Gesprächspartner. „LUCIAN KRASZNEC – DORTMUNDS NEUER LYRISCHER TENOR“ wurde unser erster gemeinsamer Artikel. In den Jahren war Lucian immer wieder einer der Künstler, über den DAS OPERNMAGAZIN gern und ausführlich berichtete. Sein Erfolg in Dortmund wurde stetig größer, aber er selbst blieb sich in den Jahren immer treu. Ein ungemein sympathischer und bodenständiger Sänger und Familienmensch. Meinem Wunsch nach einem Folgeinterview folgte er gern. Am 28. Mai 2015 erschien dann das zweite Portrait über den Tenor Lucian Krascnec, der im Jahr darauf dem Ruf des Staatstheater am Gärtnerplatz in München folgte und seitdem dort als festes Ensemblemitglied große Erfolge feiert. Zu diesem Wechsel von Dortmund nach München widmete ich ihm einen dritten Artikel, der im Februar 2016, also 4 Jahre nach dem ersten „Lucian-Artkel“, erschien. Es war schön, ihn seit seinen Anfängen ein wenig begleiten zu dürfen!

 

Julia Amos / Foto @ Theateragentur Kühnly
Julia Amos / Foto @ Theateragentur Kühnly

Lucian Krasznec war mir 2012 als Nemorino in Donizettis LIEBESTRANK ungemein positiv aufgefallen. Und das nicht nur wegen seiner schönen Frisur in diesem Stück 😉 .  Seine damalige Adina war Julia Amos. Sie wurde im April 2013 meine nächste Gesprächspartnerin. Und es blieb mir bis zum heutigen Tage in bester Erinnerung. Allein Ihr Satz „Jeder Mensch hat etwas besonderes…„, den sie während unseres Interviews an einer Stelle sagte und der auch zum Titel ihres Portraits wurde, hat mich sehr beeindruckt. Wir sprachen über ihre künstlerischen Anfänge, und auch darüber, dass es für die gebürtige Baden-Württembergerin zu Anfang sehr gewöhnungsbedürftig war in einer Großstadt im Ruhrgebiet zu leben.

Das ländliche Leben und das viele Grün der Natur fehlten ihr zuerst. Julia Amos fand aber bald in Dortmund die für sie passenden Erholungsplätze.

 

Emily Newton (Anna Nicole), Opernchor
©Thomas M. Jauk / stage picture

Im April 2013 fand in Dortmund die Premiere der Oper ANNA NICOLE statt. Sie wurde ein Triumph! In erste Linie für die damals in Deutschland noch kaum bekannte US-amerikanische Sopranistin Emily Newton. Sie war phänomenal in der Rolle der tragischen Figur der Anna Nicole Smith und meine Rezension über diese Aufführung wurde zu einer der meist gelesensten Kritiken des OPERNMAGAZINs seit Bestehen.

Im Mai 2013 führte ich mit Emily Newton das erste Interview. „EMILY NEWTON – EINE TEXANERIN IN DORTMUND“ wurde ein solcher Erfolg, dass ich es in englische Sprache übersetzen lies und es unter dem Titel „EMILY NEWTON – A TEXAN IN DORTMUND“ zusätzlich veröffentlichte, da auffallend viele Zugriffe aus den Vereinigten Staaten auf den ursprünglichen deutschen Artikel erfolgten. Emily und ich trafen uns über die Jahre immer wieder mal und sie war und ist – nach wie vor – eine feste Größe in der Berichterstattung dieses Magazins. Es ist mit eine große Freude, diese Künstlerin kennengelernt zu haben. Unsere Wege kreuzen sich erfreulicherweise immer wieder mal. Sie ist seit der letzten Saison festes Ensemblemitglied des Staatstheaters Nürnberg und sang erst gerade ihre erste Elsa in Wagners LOHENGRIN.

 

Ileana Mateescu / Foto@Gerardo Garciacano

Die CARMEN war immer ihr Traum. Diese Rolle wollte sie auf der Bühne darstellen und 2014 war es dann soweit. Ihr Debüt in dieser Bizet-Oper folgte und im gleichen Jahr auch das der Rossinischen LA CENERENTOLA. Mir ist sie als unglückliche Stieftochter Cenerentola, die am Ende dann doch noch ihren Fürsten findet und dem traurigen Dasein entfliehen kann, in ganz besonders lebendiger Erinnerung: Ileana Mateescu. Im März 2014 führte ich mit der der Mezzosopranistin ein ausführliches Interview über ihr Leben in ihrer Heimat Rumänien und über ihre Gesangskarriere, die über Salzburg und Mainz nach Dortmund führte. In „ILEANA MATEESCU: DORTMUNDS MEZZOSOPRANISTIN STARTET DURCH“ ist einiges über diese sympathische und auch nachdenkliche Künstlerin zu erfahren.

 

Christian Sist – Foto: Gerardo Garciacano

Ihn hatte ich oft auf der Bühne des Dortmunder Opernhauses, dass in den ersten Jahres meiner Tätigkeit für DAS OPERNMAGAZIN eines der Häuser war, aus denen ich hauptsächlich berichtete, erlebt. Auch im schon mehrfach hier erwähnten LIEBESTRANK, oder auch in der wundervollen LA CENERENTOLA-Inszenierung vom damals noch relativ unbekannten, nunmehr aber zu recht sehr namhaften, Regisseur Erik Petersen, erlebt: der Bass Christian Sist.  In allerbester Erinnerung ist mir sein erster Besuch in meinem Wohnort, als wir uns im Mai 2014 zu unserem Interview trafen. Christian kam mit Bahn und Bus, völlig unkompliziert, mit einer Aktentasche voller Noten in der Hand, und wir unterhielten uns über seinen Werdegang, seine Karriere, seine Ambitionen, sein Leben in Österreich, in London und wo auch immer, und über Politik. Und schon damals fiel mir sein großes Engagement für seinen eigenen künstlerischen Berufsstand auf, den ich in der Folge auch immer gern mit den Mitteln, die ein Internetmagazin bieten kann, unterstützt habe. Ich erwähne in diesem Zusammenhang den Verein artbutfair e.V. und verweise auch auf die Gastartikel, die Christian Sist dankenswerterweise auf meinem OPERNMAGAZIN veröffentlicht hat. „„ICH LIEBE ES ZU SINGEN“ – DER BASS CHRISTIAN SIST IM GESPRÄCH“ erschien am 18. Mai 2014 mit einem ungemein gewinnenden Titelfoto eines Künstlers, der viel zu sagen hat. Und dem zugehört werden sollte! Ich tue das über all die Jahre immer gern und bin dankbar über diese freundschaftliche Beziehung zu dem Sänger und Menschen Christian Sist. 

 

Motonori Kobayashi / Foto @ Gerardo Garciacano
Motonori Kobayashi / Foto @ Gerardo Garciacano

Ich glaube, es ist fast unmöglich, Motonori Kobayashi zu treffen, ohne augenblicklich von dieser ihm eigenen Freundlichkeit und Wärme gefangen genommen zu werden. Im positivsten Sinne. Die Treffen mit Ihm gehören zu den schönsten und angenehmsten Erinnerungen für mich und es ist mir stets eine Freude, wenn wir uns zufällig anlässlich einer Premiere oder eines Konzertes treffen. Der japanische Dirigent ist seit 2008, zunächst als Kapellmeister, später dann als langjähriger stellvertretender Generalmusikdirektor, eines der prominentesten Gesichter des Dortmunder Theaters. Anerkannt, beliebt im Kollegenkreis als auch beim Publikum, und immer wieder musikalischer Leiter von wundervollen italienischen Opernabenden war es mir ein besonderes Anliegen, diesen Künstler persönlich kennenzulernen. Am  3. Juni 2014 veröffentlichte ich das Interview mit ihm unter dem Titel „DER DIRIGENT MOTONORI KOBAYASHI – MUSIKALISCHE LIEBESBEZIEHUNGEN„.  

 

Susanne Braunsteffer als MIMI im Teatro Sao Paulo

Susanne Braunsteffer. Wie gern denke ich an sie und ihre großartigen Auftritte als Leonora und Amelia in IL TROVATORE und BALLO IN MASCHERA. Es waren Sternstunden der Oper Dortmund. Ich hätte mir viel mehr mit ihr gewünscht. Aber immerhin hatte ich die Freude und das Privileg, sie in ihrer Theatergarderobe und hinter der Bühne treffen zu können und an unseren gemeinsamen privaten Abend bei mir denke ich auch mit Freude zurück. Im Gespräch sagte sie mir damals, das Singen ihr Leben wäre. Das war absolut glaubhaft und dieser Satz konnte dann auch nur Titel des am  30. September 2014 veröffentlichten Artikels über sie werden: „SOPRANISTIN SUSANNE BRAUNSTEFFER: „SINGEN IST MEIN LEBEN!

 

Gabriel Feltz / Foto @ Marcel Urlaub

Im Oktober 2014 traf ich dann den neuen Dortmunder GMD Gabriel Feltz in seinem Büro im Theaterhochhaus. Seinerzeit ein Gespräch, welches dazu dienen sollte, meinen Leserinnen und Lesern den seit der Spielzeit 2013/14 verpflichteten Chefdirigenten ein wenig näher vorzustellen. Mittlerweile sind Artikel über und mit Gabriel Feltz fester Bestandteil meiner Berichterstattung aus meiner Heimatstadt Dortmund geworden. Insbesondere die Rezensionen seiner Konzerte mit den Dortmunder Philharmonikern sind erfreulicherweise viel beachtete Veröffentlichungen auf dem DAS OPERNMAGAZIN. Am 6. November 2014 erschien „DORTMUNDS GMD IM GESPRÄCH MIT DEM OPERNMAGAZIN„. 

 

Alexander Klaws Foto: (c)Conny Wenk

Am 20. 10. 2014 erschien meine Rezension zur Dortmunder Premiere der Rockoper JESUS CHRIST SUPERSTAR mit Alexander Klaws in der Titelpartie. Für den Musicalstar wurde es ein sensationeller Erfolg. Damals schrieb ich „…eine Aufführung die das Prädikat „Weltklasse“ verdient hat!„, womit ich die besondere Leistung von Alexander Klaws ausdrücklich einbezog. Wenige Tage später traf ich mich mit dem Musical-und TVstar in einem Café in der Innenstadt von Münster, seinem damaligen Wohnort. Wir führten ein langes und sehr angenehmes Gespräch und Alexander erwies sich dabei als ein sehr sympathischer und freundlicher Gesprächspartner. Natürlich blieb unser Gespräch nicht unbemerkt. Immer wieder blickten andere Gäste des Cafés zu uns herüber und erkannten ihn natürlich. Er war das gewohnt und ging damit sehr professionell und ebenso sympathisch um. Bei Erscheinen meines Artikels über Alexander brach zeitweise unter der Last der Zugriffe die Seite zusammen. Das motivierte mich aber nur dazu DAS OPERNMAGAZIN technisch zu verbessern und ab nun immer für solche Erfolge gewappnet zu sein. Ich denke oft an das Treffen und an den folgenden Austausch mit Alexander Klaws. Und wenn er das hier lesen sollte, würde ich mich freuen, wenn wir das mal gelegentlich wiederholen. Er weis ja in welcher Ecke des Münsterlandes er mich findet. Am 7. November 2014 erschien „ALEXANDER KLAWS IM INTERVIEW MIT DEM OPERNMAGAZIN„.

 

Eleonore Marguerre (Violetta Valéry), Ovidiu Purcel (Alfredo Germont)
©Thomas M. Jauk / Stage Picture GmbH

Schon lange war ein Treffen mit der Sopranistin Eleonore Marguerre von mir angedacht. Im September 2015 haben wir uns dann zu einem persönlichen Gespräch in einem angesagten Restaurant in der Nähe zur Dortmunder Oper verabredet. Insgeheim hatte ich vor ihrem Eintreffen ein wenig Herzklopfen. Allerdings völlig unnötig, wie sich dann sehr schnell herausstellte. Die auf der Bühne so souveräne und großartige Sängerdarstellerin ist im direkten Umgang eine ungemein charmante und lebensnahe Frau und dazu eine kluge und sehr bodenständige Gesprächspartnerin. Die beiden Stunden des Gespräches verflogen geradezu und ich hatte wieder mal einen Grund mehr das zu lieben, was mir die Arbeit mit meinem DAS OPERNMAGAZIN immer wieder bietet. Um es ein wenig anschaulicher auszudrücken: es ist schon etwas ganz besonderes einer Künstlerin bei einem Kaffee in einem Gespräch entspannt gegenüber zu sitzen, die einen kurze Zeit später mit ihrer Weise zu singen zu Tränen rührt – ihre Violetta in LA TRAVIATA bleibt mir in großer Erinnerung! Danke liebe Eleonore und auch Dir weiterhin viel Erfolg! „DIE SOPRANISTIN ELEONORE MARGUERRE IM GESPRÄCH MIT DEM OPERNMAGAZIN„.

 

Morgan Moody (Foto privat)

Er ist einfach ein Publikumsliebling der Dortmunder Oper: Morgan Moody, der Bass-Bariton aus dem kalifornischen Santa Monica, der über New York und Zürich den Weg ins Ruhrgebiet gefunden hat. Und auch unter der neuen Intendanz des Hauses, Heribert Germeshausen ( zu ihm im nächsten Teil mehr), bleibt er dem Haus in der Dortmunder City erhalten. Sein Talent für gerade komische Rollen hat ihm viele Fans eingebracht und das Gespräch mit ihm ist mir noch in lebhafter Erinnerung. Auch ihn zeichnet aus, was ich für nahezu alle meine Interviewpartner behaupten darf: diese Natürlichkeit und Freundlichkeit im Umgang und die Begeisterung für ihren Beruf. Auch bei Morgan war dies nicht anders. Meinem letzten Gesprächspartner des Jahres 2015, dem ich auf diesem Wege auch noch einmal Danke sage! „DER BASSBARITON MORGAN MOODY IM GESPRÄCH: „ICH LIEBE DAS SPIEL!

 

 

 

 

  • Teil 1 © Detlef Obens DAS OPERNMAGAZIN 

 

 

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