Gabriel Feltz – Dortmunds GMD im Gespräch mit dem OPERNMAGAZIN

GMD Gabriel Feltz im Gespräch mit Detlef Obens/Das Opernmagazin
GMD Gabriel Feltz im Gespräch mit Detlef Obens/Das Opernmagazin

Seit Beginn der Spielzeit 2013/2014 ist der gebürtige Berliner Gabriel Feltz Generalmusikdirektor der Stadt Dortmund und Leiter der Dortmunder Philharmoniker. Der international renommierte Dirigent, der mittlerweile in seiner zweiten Spielzeit in Dortmund tätig ist, stand dem OPERNMAGAZIN für ein Gespräch zur Verfügung. Im Zentrum unseres Gespräches stand die Arbeit als Operndirigent an der Oper in Dortmund.

Ausbildung, Karriere, Dirigent

Ausgebildet zum Dirigenten an der Musikhochschule Hans Eisler in Berlin wurde er anschliessend Assistent von Gerd Albrecht an der Staatsoper Hamburg. Diese Zeit beschreibt Feltz als für ihn wichtig und prägend. „Ich habe dort alles machen müssen, was für die Ausbildung eines Dirigenten grundlegend ist. Nicht immer angenehm, aber stets wichtig und für mich lehrreich.“, sagt Gabriel Feltz zu seiner damaligen Hamburger Zeit. Überdies ist für den Dortmunder GMD entscheidend zu erwähnen, das dass Lernen in seinem künstlerischen Beruf nie aufhört. Und über die Jahre hinweg und bis heute auch stets ein großer Bestandteil seiner täglichen Dirigententätigkeit ist und bleiben wird. Von Hamburg aus führte ihn sein Karriereweg weiter an die Theater Lübeck, Bremen und schliesslich als GMD an das Theater Altenburg-Gera.

Zwischen 2004 und 2013 war Feltz Chefdirigent der Stuttgarter Philharmoniker. In diese Zeit fällt auch seine viel beachtete CD-Einspielung aller Mahler-Sinfonien, deren Zyklus 2016 beendet sein wird.

Er leitete als Gastdirigent u.a. die Sächsische Staatskapelle Dresden, die Bamberger Symphoniker und das Konzerthausorchester Berlin, um hier einige wenige zu nennen. Aufgrund der Vielzahl von Gabriel Feltz‘ bisherigen Dirigaten und Verpflichtungen sei hier auf die Homepage des Künstlers verwiesen, die umfassend Ein- und Ausblicke auf die künstlerischen Tätigkeiten des Dirigenten gibt.

Leidenschaftlicher Operndirigent

GMD Gabriel Feltz
GMD Gabriel Feltz

Neben all seiner künstlerischen Tätigkeit als Dirigent großer Orchester und den Werken bedeutender Komponisten, war und ist es auch immer wieder die Leidenschaft für die Oper, die den Dortmunder GMD leitet. Seinen erfolgreichen Dortmunder Einstand als Operndirigent und musikalischer Leiter gab er im September 2013 mit Verdis „Don Carlo“.

Anlässlich der Proben zur Verdi-Oper „Un ballo in maschera“ schrieb Gabriel Feltz auf seiner Facebookseite: „Dieser Moment des Zusammenkommens von Szene und Musik in der ersten Bühnenorchesterprobe ist bei guten Stücken für mich immer mit Gänsehautgefühl verbunden. Dann gibt es nichts schöneres, als ein Operndirigent zu sein!“ Es sind Sätze wie diese, oder auch seine eigenen in unserem Gespräch gefallene Aussagen, die seine eigene Begeisterung für die weltweit fesselnde Musikgattung Oper widerspiegeln. „Ballo in maschera“, nach Feltz eigenem Bekunden eine der großartigsten Opern Verdis, wurde sodann auch zu einem großen Erfolg für die Oper Dortmund und ihn selbst.. Diese Koproduktion mit dem Royal Operahouse Covent Garden in London, hatte Ende Oktober seine letzte Aufführung in Dortmund. GMD Feltz leitete sowohl die Premiere, als auch den letzten Dortmunder „Maskenball“. Das OPERNMAGAZIN schrieb anlässlich der Premiere v. 13.9.14 dazu: „Gabriel Feltz dirigierte einen kraftvollen „Maskenball“ und ließ dabei das Philharmonische Orchester zu intensiven Höhepunkten anschwellen, welche gerade in den jeweiligen großen Szenen der Oper eindrucksvoll in Erinnerung blieben. Viele Opernfans im Revier wünschen sich, ähnlich dem großen Erfolg der aktuellen Dortmunder „Carmen“, dass auch dieses Werk Verdis in der nächsten Spielzeit wieder Einzug in den Dortmunder Opernspielplan hält.

Die kommenden Operninszenierungen, die Gabriel Feltz in Dortmund als musikalischer Leiter in der laufenden Spielzeit betreuen wird, werden zwei übergroße Meisterwerke der Opernliteratur sein. Zum einen Richard Strauß‘ „Der Rosenkavalier“ ( zu dem die Proben bereits laufen), Premiere am 25.1.2015, und ab 8.3.2015 dann Mozarts „Don Giovanni“. Natürlich wieder mit den großartigen Dortmunder Philharmonikern, dessen Chef Gabriel Feltz im nunmehr zweiten Jahr ist.

GMD Gabriel Feltz /Foto@ opernmagazin-Sascha Scharf
GMD Gabriel Feltz /Foto@ opernmagazin-Sascha Scharf

Sicher war auch das Thema „Opernregie“ Bestandteil unseres Gespräches. „Für mich ist es wichtig, das dass Werk des Komponisten am Ende Bestand hat. Ich bin durchaus jemand, der offen ist für neue oder auch eine andere, differenzierte Sicht auf das jeweilige Stück. Sofern es nicht gänzlich verfremdet wird. Ich habe bisher nur gute Erfahrungen diesbezüglich gemacht.“ Hier spiegelt sich sicher auch die neue und modernere Sicht und Herangehensweise an die Oper wieder, die die jüngere Dirigentengeneration, zu der Feltz gehört, auch ausmacht.

Natürlich soll hier keineswegs die Arbeit des Dirigenten Feltz mit seinen Dortmunder Philharmonikern unerwähnt bleiben. Neben seiner Tätigkeit als Operndirigent leitet der Dortmunder GMD sehr erfolgreich die Philharmonischen Konzerte, die in dieser Saison unter dem Überbegriff „held_innen_leben“ stehen und in der laufenden Konzertsaison große Erfolge feierten. Die kommenden Termine sind HIER nachzulesen.

Und, und nicht nur nebenbei: was wäre die Oper ohne die wunderbaren Musiker des Orchesters?

Der GMD als Chef und Neu-Dortmunder

Ich bin mir ganz sicher, dass sich das Bild des Dirigenten gewandelt hat. Heute ist er ja ein Teamplayer, ein Teil des Ganzen“, wird Gabriel Feltz im sehr informativ gemachten Jahrbuch der Dortmunder Philharmoniker zitiert.

Auch in unserem Gespräch war die Rolle eines GMD in der heutigen Zeit ein Thema. Auf die Frage, wie sich Feltz selbst in seiner Position beschreiben würde, sagt er: „Ein GMD ist heutzutage kommunikativer, weniger autokratisch und im Ganzen entspannter. Ich sehe mich eher als ein Teamplayer der eine flache Hierarchie pflegt.“ Und weiter: „Das mag zu Zeiten eines Herbert von Karajan noch anders gewesen sein, ist aber in der heutigen Zeit nicht mehr umsetzbar.“ Die Autorität eines leitenden Dirigenten und Generalmusikdirektors speist sich vielmehr aus seiner fachlichen Kompetenz, und, da schliesst sich der Bogen wieder, aus seiner stetigen Bereitschaft im Fluss des Lernens und Vertiefens des eigenen Wissens zu verbleiben. Das er an diesen Zielen sehr ehrgeizig arbeitet, vermittelt das Gespräch mit ihm eindeutig.

GMD Gabriel Feltz
GMD Gabriel Feltz

Dortmund liegt ihm. Nicht nur allein deshalb, dass über seinem Schreibtisch ein BvB-Trikot mit Autogrammen der Spieler hängt, (dreht man es um, findet sich das gleiche auch als VFL-Stuttgart-Trikot, aus seiner Stuttgarter Zeit), sondern auch, weil er sich als gebürtiger Berliner in Dortmund wohlfühlt. „Die Mentalitäten von Dortmundern und Berlinern sind sich doch in vielem sehr ähnlich,“ findet Feltz. Womit er durchaus recht hat. Beide schätzen Offenheit und pflegen das direkte Gespräch. Das der GMD, Familienvater und Fußballfan seinen Wohnsitz in einem Ur-Dortmunder Stadtteil gefunden hat, rundet das Bild ab. Obgleich das typisch „Berlinerische“ dann doch immer wieder mal bei ihm aufblitzt.

Für die Dortmunder Opernfans und Besucher der Oper Dortmund erscheint es wichtig zu erwähnen, dass Dortmund mit Gabriel Feltz einen erfahrenen GMD gewonnen hat der selbst ein großer Opernliebhaber ist und darüber mit eloquenter Leidenschaft spricht. Der im Verlauf seiner Karriere als Operndirigent, -neben seiner Tätigkeit im sinfonischen Bereich-, über bereits große Erfahrung verfügt. Sei es im Bereich konzertanter Opernaufführungen (z.B. Korngolds „Tote Stadt“ 2004 in Stuttgart), sowie auch als verantwortlicher musikalischer Leiter von Opernproduktionen im In- und Ausland. Wie aktuell als musikalischer Leiter für die Oper Basel mit Verdi’s „Otello“. Die Premiere dort findet am 29.11.14 statt.

Das OPERNMAGAZIN dankt GMD Gabriel Feltz für das Gespräch mit ihm.

@Detlef Obens

*Fotos: Basia Kuznik

*Titelfoto: Gabriel Feltz dirigiert die Dortmunder Philharmoniker / Kopie von doklassik -® Christoph Mueller-Girod 

*Premierenberichte von DER ROSENKAVALIER und DON GIOVANNI wieder zeitnah auf DAS OPERNMAGAZIN

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