Aalto Musiktheater Essen/ Bettina Ranch (Carmen) / Foto @ Saad Hamza

Essen: Bizets Oper „Carmen“ ab 13.10.2018 im Aalto-Musiktheater

Aalto-Theater/Opernhaus/Foto@Bernadette Grimmenstein
Aalto-Theater/Opernhaus/Foto@Bernadette Grimmenstein

Premiere: CARMEN

Opéra comique von Georges Bizet.

Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der Novelle von Prosper Mérimée.

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Premiere am Samstag, 13. Oktober 2018, um 19:00 Uhr, Aalto-Theater Essen

 

Mit Georges Bizets Opéra comique „Carmen“ präsentiert das Aalto-Musiktheater einen Klassiker des französischen Repertoires als erste von sechs Opernpremieren der Spielzeit 2018/2019. Am Samstag, 13. Oktober 2018, um 19 Uhr findet die Premiere statt, gefolgt von elf weiteren Vorstellungen bis März 2019. Als Regisseurin kehrt die Niederländerin Lotte de Beer an das Essener Opernhaus zurück, wo sie bereits 2015 Dvořáks „Rusalka“ inszeniert hat (Wiederaufnahme in dieser Spielzeit am 15. Juni 2019). Nach ihrer Auszeichnung mit dem International Opera Award 2015 als beste Newcomerin konnte sie sich in den vergangenen Jahren mit Regie-Arbeiten unter anderem am Theater an der Wien, bei den Bregenzer Festspielen und an der Bayerischen Staatsoper profilieren. Die musikalische Leitung hat Sébastien Rouland, der am Aalto-Theater bei den Premieren von „Werther“ und „Faust“ am Pult der Essener Philharmoniker stand und mittlerweile als Spezialist für das französische Repertoire gilt. Seit August ist er Generalmusikdirektor am Saarländischen Staatstheater. Ihr Debüt als „Carmen“ feiert die Mezzosopranistin Bettina Ranch, die als Aalto-Ensemblemitglied seit 2016 unter anderem als Adalgisa („Norma“), Maddalena („Rigoletto“), Sesto („Titus“) und Fricka („Die Walküre“) zu erleben war. Die Rolle des Don José wird Luc Robert übernehmen – diese Partie sang der kanadische Tenor unter anderem bereits beim Savonlinna Opera Festival und an der Oper Frankfurt. Als Micaëla wirken alternierend Aalto-Preisträgerin Jessica Muirhead und Tamara Banješević, seit dieser Spielzeit neues Mitglied im Ensemble, mit. Die Partie des Escamillo singen die Aalto-Baritone Nikoloz Lagvilava und Almas Svilpa.

Die Titelheldin der Oper fasziniert bis heute: Carmen ist die freie, unabhängige und begehrte Frau, die unbeirrt von der Gesellschaft ihren ganz eigenen Weg verfolgt. Der Sergeant Don José verliebt sich in sie, gibt für sie sein bürgerliches Leben auf und wird schließlich zum Gesetzlosen. Als seine Besitzansprüche an sie zu groß werden, verlässt sie ihn für den Stierkämpfer Escamillo. Don José ersticht sie. – Bizet und seine beiden Librettisten haben ein spannendes Protagonistenquartett entwickelt, anhand dessen sie die Gesellschaft sezieren. Da ist Micaëla, ein tugendhaftes Bauernmädchen: bürgerlich und brav – ein Gegenentwurf zu Carmen? Und da ist Escamillo, draufgängerisch und abenteuerlustig, so ganz anders als Don José. Wie begegnen wir diesen Figuren heute – im Zuge von Feminismus und Gleichberechtigung, Gender Studies und #MeToo sowie fast 150 Jahren, die uns von der Entstehungsgeschichte trennen? Wer ist gut, wer ist „böse“? Die Personen scheinen wohl ebenso wenig eindeutig zu sein wie das hinreißende Spanienkolorit der Partitur, das der Franzose Georges Bizet aufs Notenpapier zauberte, ohne jemals spanischen Boden betreten zu haben.

Lotte de Beer (Foto: Philipp Ottendörfer)
Lotte de Beer (Foto: Philipp Ottendörfer)

Musikalische Leitung Sébastien Rouland | Inszenierung Lotte de Beer | Bühne und Kostüme Clement & Sanôu | Licht Alex Brok | Choreinstudierung Jens Bingert

Kinderchoreinstudierung Patrick Jaskolka | Dramaturgie Christian Schröder

Carmen Bettina Ranch | Don José, Sergeant Luc Robert | Escamillo, Torero Nikoloz Lagvilava/

Almas Svilpa | Remendado, Schmuggler Rainer Maria Röhr | Dancaïro, Schmuggler Albrecht Kludszuweit | Zuniga, Leutnant Karel Martin Ludvik | Moralès, Sergeant Martijn Cornet | Micaëla

Jessica Muirhead/Tamara Banješević | Frasquita Christina Clark | Mercédès Liliana de Sousa

Opernchor des Aalto-Theaters | Aalto Kinderchor | Essener Philharmoniker

Premiere Samstag, 13. Oktober, 19:00 Uhr, Aalto-Theater

Einführungsmatinee Sonntag, 7. Oktober 2018, 11:00 Uhr, Aalto-Theater

Plauderstunde „It’s Teatime“ Freitag, 12. Oktober 2018, 16:30 Uhr, Aalto-Cafeteria

Weitere Vorstellungen 18., 27. Oktober; 1., 14., 24. November; 16., 19., 28. Dezember 2018;

18. Januar; 16. Februar; 17. März 2019

Öffentlicher Probenbesuch am 4. Oktober 2018, um 18:00 Uhr im Aalto-Theater.

Nachgespräche am 14. November 2018, und 18. Januar 2019 in der Aalto-Cafeteria.

Einführungsvortrag 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer.

Gefördert von der Sparkasse Essen.

 

Biografien:

Sébastien Rouland (Musikalische Leitung) leitet seit 2002 Opernproduktionen in Berlin, Stuttgart, Wiesbaden, Essen, Paris, Lyon, Marseille, Strasbourg, Wien, Luzern, St. Gallen, Bern, Lissabon, Tel Aviv und Mexico City. 2015 feierte er mit Glucks „Alceste“ sein erfolgreiches Debüt an der Opéra national de Paris. Zur Eröffnung der Spielzeit 2017/2018 dirigierte er am Saarländischen Staatstheater „Guillaume Tell“ von Gioacchino Rossini. Diese hochgelobte Produktion wurde vom Fernsehen des Saarländischen Rundfunks für Arte aufgezeichnet. Er stand außerdem am Pult in einer Neuproduktion von Kuhlaus „Lulu“ am Königlichen Theater in Kopenhagen und für eine Wiederaufnahme von „Les Contes d’Hoffmann“ am New National Theatre Tokio. Soeben wurde Sébastien Rouland zum neuen Generalmusikdirektor des Saarländischen Staatstheaters in Saarbrücken ernannt und trat dieses Amt im August 2018 an. Am Aalto-Theater Essen war er zuletzt mit der Neuproduktion von Gounods „Faust“ zu erleben.

Lotte de Beer (Inszenierung) wurde 2015 in der Kategorie „Newcomer“ bei den International Opera Awards ausgezeichnet. Wichtige Arbeiten umfassen „Hänsel und Gretel“ und „The New Prince“ an der Nationale Opera Amsterdam, „Boulevard Solitude“ am Königlichen Theater Kopenhagen, „Rusalka“ am Aalto-Theater Essen, „La Bohème“, „Les pêcheurs de perles“ und „La Traviata“ am Theater an der Wien und „Manon“ an der Opera Zuid. Aktuelle und zukünftige Verpflichtungen umfassen „Mosè in Egitto“ in Bregenz und Köln, „Il Trittico“ an der Bayerischen Staatsoper München, „Lulu“ an der Oper Leipzig, „Didone Abbandonata“ in Basel, „Il barbiere di Siviglia“ an der Nationale Opera Amsterdam sowie „Don Carlos“ an der Oper Stuttgart. Nach der gefeierten „Rusalka“-Inszenierung kehrt Lotte de Beer nun mit „Carmen“ zurück nach Essen.

Seit 2004 arbeiten Eddy van der Laan und Pepijn Rozing als Clement & Sanôu (Bühne und Kostüme) zusammen. Dabei statteten sie Produktionen von Regisseuren und Choreografen wie Pierre Audi, Lotte de Beer, Ted Brandsen, Ted Huffman, Michiel Dijkema, Johan Doesburg, Jim Lucassen, Robert Nemack, Marcel Sijm, und Teunkie van der Sluijs aus. Zu ihren bisherigen Produktionen zählen u. a. „Hänsel und Gretel“ an der Nationale Opera Amsterdam, „Traviata Remixed“ und „La Bohème“ am Theater an der Wien/Kammeroper, „Mata Hari“ (Nationale Ballet Amsterdam), „Orphée aux enfers“ (Opéra national de Lorraine), „Boulevard Solitude“ (Königliches Theater Kopenhagen), „Rusalka“ (Aalto-Theater Essen), „Tristan und Isolde“ (Theater Regensburg) und „Così fan tutte“ (Staatstheater Braunschweig).

Alex Brok (Licht) studierte Theater Design an der Amsterdam School of the Arts und arbeitete anschließend an verschiedenen Produktionen für die San Francisco Opera. Nach seiner Rückkehr in die Niederlande war Brok an zahlreichen Produktionen für Oper, Theater und Ballett mit führenden Bühnenbildnern und Regisseuren in ganz Europa beteiligt. In den letzten Jahren führte ihn sein Weg nach München („Il trittico“), Leipzig („Lulu“) und Amsterdam („Der fliegende Holländer“). In der Spielzeit 2018/2019 ist er am Aalto-Theater für das Lichtdesign bei „Carmen“ verantwortlich.

Aalto Musiktheater Essen/ Bettina Ranch (Carmen) / Foto @ Saad Hamza
Aalto Musiktheater Essen/ Bettina Ranch (Carmen) / Foto @ Saad Hamza

Bettina Ranch (Carmen) gastierte in den vergangen Jahren u. a. an den drei Berliner Häusern, der Hamburgischen Staatsoper, dem Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg und der Nederlandse Opera Amsterdam. Im Konzertfach arbeitete sie wiederholt mit Dirigenten wie Hartmut Haenchen, Markus Poschner, Simone Young, Helmuth Rilling, Rinaldo Alessandrini, Paul Goodwin und Ivor Bolton. Seit der Spielzeit 2016/2017 ist Bettina Ranch Ensemblemitglied am Aalto-Theater und sang hier u. a. Adalgisa („Norma“), Maddalena („Rigoletto“), Sesto („La clemenza di Tito“) , Gertrude („Hans Heiling“), Fricka/Schwertleite („Die Walküre“) und Annina („La Traviata“). In dieser Spielzeit debütiert sie als Carmen und erweitert ihre Palette an Verdi-Rollen mit Emilia („Otello“) und Federica („Luisa Miller“).

Der kanadische Tenor Luc Robert (Don José) feierte seinen Durchbruch 2012 als Rodolfo („Luisa Miller“) an der Oper Malmö. Zeitgleich sang er Faust an der Estnischen Nationaloper, Cavaradossi („Tosca“), an der Pacific Opera und Nicias („Thais“) an der Finnischen Nationaloper Helsinki. 2015 gab er sein Debüt an der Metropolitan Opera New York in „Ernani“ an der Seite von Angela Meade und Plácido Domingo. Aktuelle Engagements umfassen „Tosca“ in Calgary, „Ernani“ unter Daniel Oren an der Lettischen Nationaloper und Dick Johnson („La Fanciulla del West“) an der Estnischen Nationaloper (Regie: José Cura). Als gefeierter Don José sang er diese Partie allein in der Spielzeit 2016/2017 u. a. an der Oper Frankfurt, der Estnischen Nationaloper, der Oper Kapstadt und der Opéra de Nice.

Die Sopranistin Jessica Muirhead (Micaela) erhielt ihren Master of Music von der McGill University Montreal. Zu den bisherigen Höhepunkten ihrer Karriere zählen Engagements an der Bayerischen Staatsoper München als Musetta („La Bohème“), an der Semperoper Dresden als Marguerite („Faust“) und Mimì („La Bohème“) sowie an der Volksoper Wien als Pamina („Die Zauberflöte“), Agathe („Der Freischütz“) und Antonia („Les contes d’Hoffmann“). Seit der Spielzeit 2015/2016 gehört sie fest zum Ensemble des Aalto-Theaters, wo sie sich u. a. als Katerina („The Greek Passion“), Marguerite, Donna Anna, Mimì, Violetta, Elsa, Rosalinde und Marie („Die verkaufte Braut“) präsentierte. Darüber hinaus gastierte sie als Fiordiligi („Cosí fan tutte“) an der Wiener Volksoper und sang das Verdi-Requiem im Wiener Musikverein. 2018 wurde sie mit dem Aalto-Bühnenpreis ausgezeichnet.

Die serbische Sopranistin Tamara Banješević (Micaela) studierte in Mannheim sowie an der Juilliard School New York. In der vergangenen Spielzeit debütierte sie als Blumenmädchen („Parsifal“) an der Opéra de Paris, Fortuna/Damigella („L’incoronazione di Poppea“) bei den Salzburger Festspielen sowie an der Carnegie Hall. 2013 gastierte Tamara Banješević beim Festival Baden-Baden und im darauffolgenden Jahr beim Festival d’Aix-en-Provence. 2015 kehrte sie für „Der Rosenkavalier“ (Simon Rattle/Berliner Philharmoniker) nach Baden-Baden zurück. Ab 2012 war sie Ensemblemitglied des Nationaltheater Mannheim und sang dort Partien wie Susanna („Le nozze di Figaro“), Ännchen („Der Freischütz“), Adele („Die Fledermaus“), Nannetta („Falstaff“) und die Titelpartie in „Zaide“. Mit Beginn dieser Spielzeit ist sie Ensemblemitglied am Aalto-Musiktheater.

Nikoloz Lagvilava (Escamillo) wurde in Tbilisi geboren. Nach der Ausbildung am Konservatorium seiner Heimatstadt wurde er an die Accademia des Teatro alla Scala Mailand engagiert. Seit der Spielzeit 2017/2018 ist der georgische Bariton Ensemblemitglied des Aalto-Musiktheaters Essen und sang bislang mit großem Erfolg die Titelpartie in „Rigoletto“ sowie Conte di Luna („Il trovatore“). In seiner Heimatstadt war er überdies mit großen Rollen v. a. des italienischen Fachs zu erleben, wie u. a. Renato („Un ballo in maschera“), Nabucco, Germont („La Traviata“), Amonasro („Aida“), Jago, Don Carlo di Vargas („La forza del destino“), Malatesta („Don Pasquale“), Guglielmo („Le Villi“), Sharpless („Madama Butterfly“) und Scarpia („Tosca“).

Almas Svilpa (Escamillo) studierte Gesang in seiner litauischen Heimatstadt Klaipeda sowie in Vilnius und Zürich. 1996 wurde er an das Badische Staatstheater Karlsruhe engagiert, 1997 folgte die Verpflichtung ans Aalto-Theater, wo er u. a. als Holländer („Der fliegende Holländer“), Jochanaan („Salome“), Kaspar („Der Freischütz“), Orest („Elektra“), Méphistophélès („Faust“), Rocco („Fidelio“), Wassermann („Rusalka“), Leporello („Don Giovanni“), Zaccaria („Nabucco“), Wotan/Wanderer („Der Ring des Nibelungen“), Gremin („Eugen Onegin“), Figaro („Le Nozze di Figaro“), Klingsor („Parsifal“) und Heinrich der Vogler („Lohengrin“) zu erleben war und ist. Zuletzt gastierte er als Inquisitor/Heinrich („Der feurige Engel“) an der Opéra de Lyon und debütierte als Tierbändiger/Athlet („Lulu“) an der Wiener Staatsoper.

 

  • Titelfoto: Aalto Musiktheater Essen/ Bettina Ranch (Carmen) / Foto @ Saad Hamza

Ein Gedanke zu „Essen: Bizets Oper „Carmen“ ab 13.10.2018 im Aalto-Musiktheater

  1. Eine Inszenierung ohne Pep und Esprit. Völlig inakzeptabel die Szene am Ende, in der ein ‚Kind‘ dem Mörder das Messer – die Mordwaffe – in die Hand gibt.

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