Mozart & „Mozarts“: Mozartwoche 2027 stellt seine Komponistenkollegen ins Rampenlicht

The other Mozart/ Foto: Charlotte Dobre

Unter dem Motto „Mozart & ,Mozarts‘“ widmet sich die Mozartwoche 2027 einem musikalischen Experiment: Wolfgang Amadé Mozart wird mit Komponisten zusammengebracht, die einst als „andere Mozarts“ gefeiert wurden. Die Internationale Stiftung Mozarteum präsentiert damit ein Programm, das Bekanntes sowie zahlreiche selten gespielte Werke neu beleuchtet.

 

 

Schon zu Lebzeiten waren andere Komponisten gern mit Mozarts Namen verglichen wurden – und heute weitgehend vergessen sind. Wer Beinamen wie „spanischer Mozart“, „böhmischer Mozart“ oder „Mozart der Karibik“ erhielt, musste außergewöhnliches Talent besitzen. Zu den bekanntesten dieser „Mozarts“ zählen der Spanier Juan Crisóstomo de Arriaga (1806-1826), der französisch-karibische Komponist Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges (1745-1799), der Franzose François Devienne (1759-1803) und der Böhme Josef Mysliveček (1737-1781), der sogar persönlich mit Mozart befreundet war.

MozartWoche 2027/ Rolando Villazon/Foto: Wolfgang Lienbacher

Mozartwochen-Intendant Rolando Villazón sieht weit mehr als bloße Nachahmer: „Warum wurden diese Komponisten mit Mozart verglichen? Einige vielleicht aufgrund ihrer Jugend, andere wegen ihrer einfallsreichen und frischen Melodien, die dem großen Genie Mozart nachklangen. Vielleicht aber hatten sie alle auch eine Qualität, die Mozart so besonders auszeichnet – sie bringen uns durch ihre Musik zurück ans Licht“, erklärt Villazón und ergänzt: „Zu den ‚Mozarts‘ gehört natürlich auch Wolfgang Amadés Familie. Es erklingen Werke von Vater Leopold und Sohn Franz Xaver Wolfgang. Auch Schwester Maria Anna und Mutter Anna Maria werden mit gesonderten Programmen geehrt.“

Im Zentrum der Mozartwoche 2027 steht Mozarts „Dramma giocoso“ Così fan tutte, die in einer semiszenischen Aufführung von Bettina Geyer präsentiert wird. Damit wird nach Le nozze di Figaro und Don Giovanni der Da-Ponte-Zyklus abgeschlossen. Anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums wird die CAMERATA Salzburg unter der Leitung des Mozart-Spezialisten Ivor Bolton musizieren. Thomas Hampson übernimmt die Rolle des Don Alfonso, Kathryn Lewek singt Fiordiligi, dazu kommen Patricia Nolz als Dorabella, Siyabonga Maqungo als Ferrando, Markus Werba als Guglielmo und Kate Lindsey als Despina.

Camilla Nylund/ Foto: Shirley Suarez

Durch Jugendliche aus Salzburg werden immer aktuelle Themen wie Liebe, Treue und Vertrauen im Musiktheaterprojekt „Die Schule der Liebenden“, einer Kooperation mit der Universität Mozarteum, zeitgemäß interpretiert. Ein weiterer Höhepunkt ist Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie, die anlässlich des 200. Todestags des Komponisten aufgeführt wird. Dirigent Christian Thielemann steht dabei am Pult eines Weltklasse-Ensembles mit Camilla NylundPatricia NolzKlaus Florian Vogt und Georg Zeppenfeld.

Auch zahlreiche Spitzenklasse-Orchester und Solisten prägen die Mozartwoche, wie die Wiener Philharmoniker, das das Mozarteumorchester Salzburg mit seinem Chefdirigenten Roberto González-Monjas, das Mahler Chamber Orchestra und das Chamber Orchestra of Europe. Neben Orchesterkonzerten bietet die Mozartwoche auch Kammermusik, Marionettentheater, Schauspiel, Kino mit Live-Musik und Familienprogramme. Besonders beliebt dürfte erneut das Krimicafé werden, bei dem sich zwischen Musik und Humor eine Detektivgeschichte rund um einen sensationellen Mozart-Fund entfaltet.

 

  • Artikel von Dr. Daniel Floyd / Red. DAS OPERNMAGAZIN
  • Mozartwoche 2027
  • Titelfoto: MozartWoche 2027/ Rolando Villazon/Foto: Wolfgang Lienbacher
Teile diesen Beitrag:

Ein Gedanke zu „Mozart & „Mozarts“: Mozartwoche 2027 stellt seine Komponistenkollegen ins Rampenlicht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert