Detmolder Wiederaufnahme von Verdis „Luisa Miller“ begeistert aufgenommen!

LT Detmold/LUISA MILLER/ Caroline Lusken (La Morte), Megan Marie Hart (Luisa)/ Foto @ Landestheater Detmold / A.T. Schaefer

Bereits anlässlich der Premiere der Detmolder LUISA MILLER am 5. April 2019 hatte ich die Inszenierung als „unter die Haut gehend“ und die musikalische Seite dieser eher selten gespielten Oper von Giuseppe Verdi als absolut überzeugend in meiner Rezension dargestellt. Gestern, am 19.10., dann die Wiederaufnahme dieser frühen Verdioper am Landestheater Detmold und sie wurde für alle daran Beteiligten ein großer Erfolg und Megan Marie Hart wurde für ihre fesselnde Darstellung und gesangliche Interpretation der Titelpartie vom Publikum mit Bravorufen und starkem Applaus gefeiert. Noch an weiteren drei Terminen gibt es die Gelegenheit  LUISA MILLER in Detmold zu erleben. Die letzte Vorstellung findet am 15. Januar 2020 statt.

 

Zur Inszenierung verweise ich auf meine Rezension vom 6. April 2019, die Sie HIER nachlesen können. 

Auch jetzt möchte ich beginnen damit, die eindrucksvolle Darstellung der für diese Inszenierung geschaffenen stummen Rolle der „La Morte“ als erstes zu erwähnen. Die Tänzerin Caroline Lusken, seit 2008 Mitglied des Ballettensembles am Landestheater Detmold, überzeugte ein weiteres Mal mit ihrer Tanzkunst und ihrem Ausdruck. Ein gutes Teil von „unter die Haut gehend“ geht auf ihr Konto!

Landestheater Detmold/LUISA MILLER/ Ji-Woon Kim (Rodolfo), Megan Marie Hart (Luisa) / Foto @ A.T. Schaefer

Die Hauptpartien waren – bis auf die Frederica -, gleich besetzt wie in der Premiere. Die wurde diesmal von der georgischen Mezzosopranistin Nana Dzidziguri gesungen, die durch ihre beeindruckende Tiefe im Gesang besonders auffiel. Bei einer derart überzeugenden Besetzung dieser relativ kleinen Partie wünscht man sich insgeheim, Verdi hätte ihr eigentlich noch das eine oder andere dazukomponieren können. Als Vater Miller diesmal auch wieder Benjamin Lewis, kraftvoll in der gesanglichen und sensibel in der schauspielerischen Darstellung. Als Wurm eine Top-Besetzung: Alexander Vassiliev! Da frage ich mich: geht das überhaupt noch besser?

Seungweon Lee, auch er einmal mehr in bestechender Form als Graf von Walter und als sein Sohn Rodolfo hatte der Tenor Ji-Woon Kim am gestrigen Abend einen außerordentlich starken Auftritt. Dies sah das Publikum ebenso und spendete ihm großen Schlussapplaus. 

Dem Chor des Landestheater Detmold gilt es ein weiteres Mal Lob auszusprechen, auch und gerade für deren große darstellerische Teilhabe am szenischen Geschehen. Gesanglich ohnehin.

Mittelpunkt des Publikumsjubels war auch am gestrigen Abend Megan Marie Hart in der Titelpartie der Luisa. Sie ist förmlich gereift in ihrer Rolle und ihre Darstellung dieser naiven jungen Frau, die zwischen Begehrlichkeiten von Männern zerrieben wird, ist von großer Intensität. Gesanglich setzte sie Höhepunkte dieser Aufführung, die zweifelsohne so auf deutschen Opernbühnen nicht oft zu erleben sind. 

György Mészáros / Foto @ Jochen Quast

Am Pult des Symphonischen Orchesters Detmold diesmal György Mészáros, seit 2015/16 Erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor am Landestheater Detmold, der diese Opernpartitur, die Verdi mit viel Dramatik aber auch sehr viel Gefühl versah, glänzend mit seinen Musikerinnen und Musikern umsetzte. Großer Applaus verdientermaßen auch für ihn vom restlos begeisterten Publikum.

Manchmal ist es einfach nötig, über ein und die selbe Operninszenierung mehr als einmal zu schreiben. Vor allem dann, wenn es wie im Falle dieser Detmolder LUISA MILLER so ist, dass man ein solches Opernevent unbedingt empfehlen möchte.

Das tue ich hiermit äußerst gern!

 

 

  • Detlef Obens / DAS OPERNMAGAZIN
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  • Titelfoto: LT Detmold/LUISA MILLER/ Foto @ Landestheater Detmold / A.T. Schaefer

 

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