Wagners „Tannhäuser“ ab 9. Mai konzertant im Opernhaus Düsseldorf

Elena Zhidkova (Venus), Daniel Frank (Tannhäuser) Tannhaeuser_03_FOTO_HansJoergMichel
Elena Zhidkova (Venus), Daniel Frank (Tannhäuser) Tannhaeuser_03_FOTO_HansJoergMichel

Der Leitung der Deutschen Oper am Rhein war im Vorfeld der „Tannhäuser“-Inszenierung von Burkhard C. Kosminski bewusst, dass sein Konzept und die szenische Umsetzung durchaus kontrovers aufgenommen werden würden.

Mit allergrößter Betroffenheit reagieren wir jedoch darauf, dass einige Szenen, insbesondere die sehr realistisch dargestellte Erschießungsszene, für zahlreiche Besucher sowohl psychisch als auch physisch zu einer offenbar so starken Belastung geführt haben, dass diese Besucher sich im Anschluss in ärztliche Behandlung begeben mussten.

Nach Abwägen aller Argumente sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir eine solch extreme Wirkung unserer künstlerischen Arbeit nicht verantworten können. Ein völlig unverändertes Weiterspielen dieser Produktion ist uns vor diesem Hintergrund nicht möglich.

Im intensiven Gespräch mit dem Regisseur Burkhard C. Kosminski haben wir die Möglichkeit der Abänderung einzelner Szenen diskutiert. Dies lehnt er aus künstlerischen Gründen ab. Selbstverständlich haben wir auch aus rechtlichen Gründen die künstlerische Freiheit des Regisseurs zu respektieren.

Wir haben uns daher entschieden, den „Tannhäuser“ ab dem 9. Mai konzertant aufzuführen.

Gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Sofern ein Vorstellungsbesuch nicht gewünscht ist, kann im Vorfeld ein Umtausch der Karten erfolgen.

Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg,

Tel. 0211.89 25 211, sowie über www.operamrhein.de.

(Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein v. 8.5.2013)

 

4 Gedanken zu „Wagners „Tannhäuser“ ab 9. Mai konzertant im Opernhaus Düsseldorf&8220;

  1. Hier geht es jetzt um die KULTURFREIHEIT bzw. ZENSUR. Denn in der Geschichte der Oper, zumindest soweit ich mich über die letzten Jahrzehnte erinnern kann, gab es so etwas erst einmal, daß eine Produktion sofort nach der Premiere abgesetzt wurde und zwar in Berlin. Da hatte man allerdings reale Angst vor ernstzunehmenden Terrorismus Attentaten und nicht Sorge um Bluthochdruck, Herzrasen oder ev. Schwächeanfällen geschockter Besucher.

    Die mehr als peinliche Presseerklärung von Meyer, die Herr Cupak ausführlich besprochen hat, ist wirklich der Gipfel der Peinlichkeit und des Versagens der Intendanz auf ganzer Linie. Schon Monate vor der eigentlichen Premiere gab es interne Gespräche sorgenvoller Mitarbeiter mit dem Intendant, daß man so etwas wohl kaum dem normalen Zuschauern zumuten dürfe … etc.pp.

    Dabei gäbe es einen guten demokratischen Kompromiss:

    Wenigstens eine Aufführung hätte man doch noch ansetzen sollen für jene Opernfreunde, welche diese Produktion gerne gesehen hätten. Wahrscheinlich wäre der Termin binnen Stunden ausverkauft gewesen.

    Schade – eine Chance vertan. Ruf ruiniert!

    Meyer sollte gehen…

  2. Für mich ist der eigentliche Skandal, diese Inszenierung nach nur einer Vorstellung abzusetzen! Wo waren der Intendant, wo waren alle an der Inszenierung beteiligten Künstler denn während der Probenzeiten? Und was sagen eigentlich die Solisten zu der Entscheidung? Düsseldorf ist nun mal provinziell, hier zeigt es sich mal wieder nur zu gut!

    Lesenswerter (!) Kommentar beim Blog „der Opernfreund“ unter dem Titel: „Eine Niederlage für die Kulturfreiheit – Umstrittener TANNHÄUSER an der Rheinoper abgesetzt“ : http://deropernfreund.de/kontrapunkt.html

  3. Ich fürchte, der Regisseur erhält trotzdem sein Geld. Nun, geschieht der Oper recht, wenn Sie jemanden engagiert, der Komponist und Werk nicht respektiert.

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