
Zum 270. Geburtstag von Wolfgang Amadé Mozart am 27. Januar 2026 feierte das in Salzburg ansässige Hagen Quartett seinen Abschied von der Mozartwoche. Das Programm für das Nachmittagskonzert im Großen Saal des Salzburger Mozarteums umfasste eine Gruppe von drei Streichquartetten, die sich als Mozarts letzte herausstellten. Das Hagen Quartett zeigte ein intensives Zusammenspiel sowie eine emotionale Interpretation von Mozarts Partituren.
Mozart hat diese drei Quartette wahrscheinlich ohne einen offiziellen Auftrag geschrieben, aber in der Hoffnung auf eine Vergütung durch den preußischen Hof. In einem Brief an seinen Freimaurerbruder Michael Puchberg vom Juli 1789 beklagte sich Mozart über seine finanzielle Lage, darunter Schwierigkeiten, Abonnenten für eine Musikakademie zu gewinnen und königliche Unterstützung für die Quartette zu erhalten, deren Komposition ihn so viel Zeit kostete.
Von den vermutlich geplanten sechs Quartetten wurden nur drei fertiggestellt, und als Artaria diese Werke wenige Wochen nach Mozarts Tod veröffentlichte, gab es keine Widmung an König Friedrich Wilhelm II. von Preußen. Die drei sogenannten „Preußischen“ Quartette (entstanden zwischen 1789-90) sind das Streichquartett in D-Dur, KV 575, das Streichquartett in B-Dur, KV 589, und das Streichquartett in F-Dur, KV 590. Der König war ein begabter Amateur-Cellist, daher stellte Mozart dieses Instrument besonders in den Vordergrund.
Durch die Gesamtaufnahme beim Deutsche Grammophon (aufgenommen 1988–2004) bin ich seit langem mit den Interpretationen der Streichquartette Mozarts durch das Hagen Quartett vertraut. Diese Aufnahmen zeigen, dass Leidenschaft und Genauigkeit die Musik des 18. Jahrhunderts lebendig klingen lassen.

In ihrem Abschiedskonzert der Mozartwoche zeigte das Hagen Quartett die klangliche Vollkommenheit, die ihre Gesamtaufnahme dieser Werke so einzigartig macht. Feinheiten in der Dynamik brachten die Nuancen dieser Werke zur Geltung, insbesondere das von Mozart vorgegebene markante Cello. Dies war besonders deutlich im Menuett des Quartetts KV 575, wo leichte Änderungen in der Dynamik die verschiedenen Phrasen im ersten Abschnitt begleiteten. Im Allegro des Quartetts KV 589 spielten die beiden Violinen (Lukas Hagen und Rainer Schmidt) und die Viola (Veronika Hagen) mit ihren kaskadierenden Noten über den Pulsen des Cellos. Clemens Hagen hat die bezaubernde Violoncello-Passage in den ersten Takten des Larghetto von KV 589 exquisit gespielt.
Beim Hagen Quartett waren die ersten und letzten Sätze (Allegro und Allegretto) oft temperamentvoll und fröhlich, im Gegensatz zu den eher gemessenen und ernsten Passagen. Die zweiten Sätze (Andante und Larghetto) wirkten sehr intim und drückten oft Gelassenheit aus. Die graziösen dritten Sätze (Menuetto) zeichneten sich durch ein ausgewogenes Gewicht und Tempo aus.
Am Ende des Konzerts wurde das Hagen Quartett vom Mozarteum geehrt und erhielt eine Urkunde zur Erinnerung an seine zahlreichen Auftritte während der Mozartwoche seit 1986. Das Ensemble erhielt für seine unvergesslichen Leistungen, mit denen es seine herausragende Karriere beendete, begeisterten Beifall.
- Rezension von Dr. Daniel Floyd / Red. DAS OPERNMAGAZIN
- Mozartwoche 2026
- Titelfoto: Mozartwoche 2026/ Hagen-Quartett/ Foto: Wolfgang Lienbacher