„Zarathustra“ – Markus Poschner dirigiert das Sinfonieorchester Basel

Sinfonieorchester Basel/M. Poschner/ Konzert v. 27.1.2026/ Foto: Bettina Matthiessen

Mit einem Programm mit Werken zweier der ganz großer Komponisten, welche im Abstand von nur vier Jahren geboren wurden, konnte das Sinfonieorchester Basel erneut einen bejubelten Erfolg verbuchen. Von Gustav Mahler (1860-1911) erklangen sieben Lieder aus der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“. Mahler komponierte diese nach Texten von Clemens Brentano und Achim von Arnim zwischen 1888 und 1901, zunächst als Klavierlieder und später für Singstimme und Orchester. Für die Interpretation dieser Lieder braucht es einen Sänger, der die sehr unterschiedlichen Stimmungen mit allen Nuancen zum Ausdruck bringen kann. Mit Christian Gerhaher durfte man einen der führenden Liedersänger hören, welcher schon seit vielen Jahren mit seinem farbenreichen Bariton begeistert.  (Rezension des Konzerts v. 28. Januar 2026)

 

„Der Schildwache Nachtlied“, das reizende „Rheinlegendchen“, „Lied des Verfolgten im Turm“, die berühmte „Des Antonius von Padua Fischpredigt“, das traurige „Das irdische Leben“ und die Klage „Der Tamboursg‘sell“, sowie das auch aus der zweiten Sinfonie bekannte „Urlicht“.

Christian Gerhaher durchlebt jede Textzeile mit höchster Emotion und Innigkeit. Zusammen mit der feinfühligen Orchesterbegleitung unter Markus Poschner entsteht eine eindrückliche Wiedergabe dieser Kompositionen.

Nach der Pause kam mit „Also sprach Zarathustra“, Tondichtung op.30 von Richard Strauss (1864-1949), ein weiteres großartiges Werk zur Aufführung.

Die Komposition wurde vor 130 Jahren im November 1896 in Frankfurt uraufgeführt. Das Werk ist in neun Teile gegliedert, welche nach Kapiteln aus dem Buch von Friedrich Nietzsche benannt wurden. Es ist vor allem wegen seines pompösen Beginns, dem „Sonnenaufgang“ welcher mit unglaublicher Wirkung diese Tondichtung erhellt, berühmt. Dieses nur 30 Minuten dauernde Werk, welches trotz einer riesigen Orchesterbesetzung immer wieder mit feinsten solistischen Einzelleistungen durchwirkt ist, zieht die Zuhörer durch die raffinierte Komposition von andächtigen Motiven und großem Effekt in seinen Bann.

Sinfonieorchester Basel/M. Poschner/ Konzert v. 27.1.2026/ Foto: Bettina Matthiessen

Markus Poschner leitete das Sinfonieorchester Basel mit Eleganz und großen Gesten. Er vermag Leistungen aus dem gewaltigen Klangkörper herauszulocken, die man schlicht großartig nennen darf. Unter ihm wird bis ins kleinste Detail gearbeitet und mit hervorragenden solistischen Einsätzen ein Klang erreicht, welcher trotz voller Orchesterbesetzung nie die Akustik des Raumes sprengt.

Das Sinfonieorchester Basel, man darf es einmal mehr laut sagen, darf sich in die erste Liga der großen Orchester einreihen und stolz auf seine Leistungen sein. Man kann den Besuch der kommenden Konzerte jedermann bestens empfehlen. Dieser Meinung schien auch das Publikum gewesen zu sein, welches sich mit enthusiastischem Applaus und vielen Bravorufen für dieses eindrückliche Musikerlebnis bedankte.

 

  • Rezension von  Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Sinfonieorchester Basel
  • Titelfoto: Sinfonieorchester Basel/M. Poschner, C. Gerhaher/ Konzert v. 27.1.2026/ Foto: Bettina Matthiessen
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