
Dass Piotr Beczała zu den ganz großen Stimmen unserer Zeit gehört, ist allseits bekannt und seine Auftritte besucht man immer wieder mit großer Freude. An diesem Sonntagnachmittag im Opernhaus Zürich wurde er bereits beim ersten Auftritt sehr herzlich begrüßt. Das Opernhaus Zürich kann sich zu den glücklichen Bühnen zählen, wo Piotr Beczała schon an vielen Opernaufführungen, Recitals und Konzerten zu hören war. (Recital vom 31. Mai 2026)
Das Programm dieses Recitals war im ersten Teil als eine Hommage an zwei Komponisten seiner polnischen Heimat gewidmet.
Mieczysław Karłowicz mit sieben Liedern aus seinen nur gerade 22 vollendeten Liedern. Karłowicz kam im Alter von nur 32 Jahren 1909 bei einem Lawinenunglück ums Leben.
Mit was für einer Emotion Piotr Beczała diese kleinen Kostbarkeiten sang! Bis ins feinste Piano sitzt seine Stimme perfekt. Es folgte eine Arie aus der hier kaum zu hörenden Oper „Das Gespensterschloss“ vom Komponisten und Dirigenten Stanislaw Moniuszko, welche 1865 uraufgeführt wurde. Kraftvoll und mit wunderbarer Höhe gesungen.
Antonin Dvořáks „Zigeunermelodien“ op.55 sind immer wieder gern gehörte Lieder. Die Auswahl von vier aus dem sieben Lieder umfassenden Zyklus ließen einen in den Stimmungen dieser temperamentvollen und berührenden, in tschechischer Sprache interpretierten Melodien schwelgen.

Die emotionsreiche Arie des Prinzen aus der Oper „Rusalka“ beendete den ersten Teil des Rezitals. Der zweite Teil begann mit sieben Liedern von Pjotr Tschaikowski, gesungen in russischer Originalsprache und eindrucksvoll interpretiert. Ein weiterer Höhepunkt dann die Arie „Kuda,kuda“ des Lenski aus der Oper „Eugen Onegin“. Kann man diese Arie noch schöner singen? Wohl kaum. Mit vier Liedern von Sergej Rachmaninow wurde der offizielle Teil des Programms beendet.
Ganz besonders darf man die Leistung von Sarah Tysman am Klavier hervorheben. Hier konnte man das perfekte Zusammenwirken der zwei Solisten erleben. Eine großes Kompliment!
Die Bravos, die Standing Ovation und der nicht enden wollende Applaus wurden natürlich mit Zugaben belohnt. „La fleur que tu m‘avais jetée“ aus der Oper Carmen, der Opernhit „E lucevan le stelle“ aus Tosca und Ernesto de Curtis „Non tio scondar di me“ bestätigten nochmals aufs schönste, warum man Piotr Beczała immer wieder life hören will.
Nach diesem wunderbaren Rezital darf man nur hoffen, Piotr Beczała bald wieder im Opernhaus Zürich erleben zu dürfen. Am 30. August 2026 wird Piotr Beczała gemeinsam mit Sonya Yoncheva anlässlich einer Benefiz – Operngala in der Tonhalle Zürich zu erleben sein.
- Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
- Opernhaus Zürich
- Titelfoto: Piotr Beczala /copyright by Johannes Ifkovits