„Traumgekrönt“ – Rezital: Dorothea Röschmann und Wolfram Rieger / LIEDBasel 2021

LIEDBasel 2021/Dorothea Röschmann, Wolfram Rieger(Klavier)/Foto @ Benno Hunziker

Im Rahmen des Festivals LIEDBasel 2021 kam man in den Genuss eines Liederabends mit dem LIEDBasel-Duo in Residence, Dorothea Röschmann (Sopran) und Wolfram Rieger (Klavier). Sie leiten einen mehrtägigen Meisterkurs für die vier Liedduos, welche dieses Jahr ausgewählt wurden.(Rezension des Liederabends v.27.05.2021)

 

Die große Erfahrung der beiden international anerkannten Künstler, welche an diesem Abend erstmals gemeinsam auf der Bühne standen, widerspiegelte sich in einer auffallenden Harmonie ihrer Interpretationen.

Das Rezital begann mit Robert Schumann‘s „Fünf Lieder nach Gedichten der Königin Maria Stuart“. Schumann schenkte diesen Liedzyklus seiner Clara zu Weihnachten 1852. Die fünf kurzen Gedichte zeichnen das Leben der Königin nach und verlangen nach einer subtilen Interpretation. Dorothea Röschmann gelang dies hervorragend. Mit teils starker Stimme, aber auch mit feinen Nuancen vermochte sie, die unterschiedlichen Stimmungen dieser Schicksalsfigur plastisch zu vermitteln.

Die Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“ von Gustav Mahler sind jedem Liedfreund ein Begriff.

LIEDBasel 2021/Dorothea Röschmann, Wolfram Rieger(Klavier)/Foto @ Benno Hunziker

„Rheinlegendchen“, „Das irdische Leben“, „Wer hat dies Liedlein erdacht“, „Lob des hohen Verstandes“, Verlor’ne Müh“ und „Wo die schönen Trompeten blasen“ verlangen von der Sängerin viel Einfühlungsvermögen, um beim Publikum die wechselnden Gefühle zu wecken. Gerade dies ist eine der herausragenden Stärken von Dorothea Röschmann. Man spürt, wie sie jedes Wort erlebt und mit Mimik und Gesten unterstreicht. Die Erlangung dieser Qualität ist das Ziel der jungen Stipendiantinnen und Stipendianten bei der LIEDAcademy.

Nach der Pause erklangen „Sieben frühe Lieder“ des jungen Alban Berg. „Die Nacht“, „Schilflied“,

„Die Nachtigall“, „Traumgekrönt“, „Im Zimmer“, „Liebesode“ und „Sommertage“. Alban Berg widmete diesen Zyklus seiner Frau Helene. Er erzählt darin seine Liebesgeschichte und auch hier wird der Zuhörer wieder in ein Wechselbad der Gefühle hineingezogen.

Den Abschluss dieses Rezitals bildeten die „Lieder der Mignon“ von Hugo Wolf mit Texten von J.W.v.Goethe: „Heiss mich nicht reden“, „Nur wer die Sehnsucht kennt“, „So lass mich scheinen“ und „Kennst Du das Land“. Hugo Wolf erschuf diese vier Lieder in nur drei Tagen und hielt sich dabei genau an Goethe’s Strophen.

LIEDBasel 2021/Dorothea Röschmann, Wolfram Rieger(Klavier)/Foto @ Benno Hunziker

Mit Wolfram Rieger am Klavier hatte Dorothea Röschmann den perfekten Begleiter. Diese beiden Künstler haben uns einen eindrücklichen Abend der Gefühle geschenkt.

Das Publikum war begeistert und wurde mit zwei Zugaben belohnt: „Begegnungen“ von Hugo Wolf und „Selbstgefühl“ von Gustav Mahler.

Dieses Konzert kann bis am 30. November 2021 in der Global Concert Hall via app.idagio.com als Liveaufnahme nacherlebt werden.

 

  • Rezension von Marco Stücklin / RED. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • LIEDBasel 2021
  • Titelfoto: LIEDBasel 2021/ Dorothea Röschmann u. W. Rieger/Foto @ Benno Hunziker

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.