Theater Basel: Liederabend Mané Galoyan – Ein musikalisches Portrait

Foto: Tamina Biber

Die armenische Sopranistin Mané Galoyan hat mit Ihrem Auftritt als Liu in der Basler Inszenierung der Oper „Turandot“ für große Aufmerksamkeit gesorgt und man wünschte sich, mehr von dieser Sängerin hören zu können. Das war nun mit dem Porträtkonzert auf der kleinen Bühne möglich und es war sehr erfreulich, wieviel Publikum den Weg zu diesem Liederabend fand. (Liederabend v. 7.4.2025)

 

 

Zusammen mit dem Pianisten und Leiter der OperAvenir Hélio Vida, welcher seit Jahren mit unermüdlichem Einsatz für die jungen Stimmen sehr erfolgreich ist und auch als Dirigent am Haus arbeitet, wurde ein sehr interessantes Programm für diesen Abend zusammengestellt. Mané Galoyan hat im Grand Opera Studio in Houston und am Staatlichen Konservatorium in Jerewan ihre Ausbildung absolviert. Nachdem Sie wichtige Preise gewonnen hat, trat sie in renommierten Opernhäusern in Wien, Paris, New York, Berlin, München und Zürich auf und war auch Gast an diversen Festivals.

Ihr Programm begann sie mit den drei Liedern „Wie eine Platane“, „Ich kann nicht tanzen“, „Geh, geh“ von Komitas, einem der wichtigsten und vielseitigsten Persönlichkeiten ihrer Heimat. Komitas war Priester, Komponist und Sänger. Bereits hier konnte man erleben, wie tief empfunden die Sängerin diese Lieder interpretierte.

Es folgten drei Lieder von Nikolai Rimsky-Korsakov in Originalsprache. „Die Nachtigall und die Rose, Op.2. Nr.2“, „Wovon ich träume in der stillen Nacht, Op 40. Nr.3“ und „Sommernachtstraum, Op. 56 Nr.2“.

Mit „L‘invitation au voyage“ von Henri Duparc und „Apparition“ von Claude Debussy, überzeugte sie nicht nur stimmlich mit feinsten Nuancen, sondern auch mit sehr guter Textverständlichkeit.

Von Giacomo Puccini existieren nur wenige und selten gespielte Lieder für Sopran und Klavier. Vier von diesen kleinen Preziosen sang Mané Galoyan mit Emotion und Schalk.

Foto: Pierre-Luc Vimont

Den Abschluss des Konzerts machten die zwei in spanischer Sprache gesungenen Zarzuelas. „Rosa la china“ aus „Maria la O“ von Ernesto Lecuona und „Carceleras“ aus „Las hijas de Zebedeo“ von Ruperto Chapí y Lorente. Großartig und mit viel Temperament gesungen. Ein rassiger Abschluss dieses Liederabends.

Als Sänger/in kann man sich kaum einen einfühlsameren Begleiter als Hélio Vida wünschen. Er schenkte der Solistin grösste Aufmerksamkeit und unterstrich jede Stimmung der einzelnen Werke mit eleganter Präzision. Ein großes Kompliment.

Das Publikum zeigte sich von diesem in fünf Sprachen gesungenen Rezital beeindruckt und wurde von der sichtlich berührte Sängerin als Dank für den Applaus mit zwei Zugaben belohnt.  So wie das Programm begonnen hatte, so endete der Abend auch mit einem a cappella gesungenen Schlummerlied von Komitas.

Mané Galoyan singt die Liu im Theater Basel noch in zwei Aufführungen am 14.4. und 21.4.2025. Infos unter www.theater-basel.ch 

 

  • Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Alle Fotos: Pierre-Luc Vimont
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