
„Summertime“, „I got plenty of nuttin“, die großen Hits aus George Gershwin‘s Oper PORGY AND BESS, wer kennt sie nicht? Nun hat das Sinfonieorchester Basel die 80 Minuten dauernde Konzertfassung von Wayne Marshall mit den Highlights dieser Oper aufgeführt. Wegen der Aufführungsrechte war dies nur mit besonderer Bewilligung möglich. (Rezension der Aufführung v. 14. April 2026 im Stadtcasino Basel)
Schon als junger Mann hat sich George Gershwin vom Roman „Porgy“ von DuBose Heywards faszinieren lassen. Die Frau des Autors, Doris Heywards hat eine Bühnenversion dieses Romans für den Broadway geschaffen und damit 1927 großen Erfolg gehabt. George Geshwin zog sich im Sommer 1934 auf die Folly Island bei Charleston zurück, um sich mit den Sitten des Gullah Stammes zu beschäftigen und deren Dialekt zu studieren. Dieser wurde auch für das Libretto benutzt.
Am 30. September 1935 gab es eine Vorpremiere in Boston und am 10. Oktober 1935 fand im New Yorker Alvin Theatre die Broadway Premiere statt. Allerdings war der erhoffte Dauererfolg ausgeblieben und das Werk wurde wieder abgesetzt. Die 1936 daraus entstandene Suite sollte wieder Schwung in die Popularität dieses Werks bringen, aber auch das war wiederum schwierig. Doch einige Musiknummern wurden bereits damals beliebte Hits.

Nach Gershwin’s frühem Tod im Jahre 1937 ging es langsam aufwärts mit dem Erfolg. In Europa wurde die Oper erst 1943 in Kopenhagen erstmals aufgeführt. 1959 folgte dann die Verfilmung des Werks, welche bis heute Kultstatus genießt.
Wayne Marshall hat daraus die Konzertversion komponiert, welche er nun mit dem Sinfonieorchester Basel und vier Solisten, sowie dem Chor des Theater Basel und den Basler Madrigalisten geleitet hat.
Indira Mahajan als Bess, konnte mit Ihrer gut geführten Sopranstimme die unterschiedlichen Emotionen dieser Rolle sehr fühlbar vermitteln.
Bariton Gordon Hawkins, als Porgy, verfügt über eine sonore, kräftige Stimme, welche jedoch der Textverständlichkeit abträglich ist. Am Ende des ersten Teils ausdrucksstark gesungen, war das Duett mit Bess, welches zu den Highlights der Aufführung gezählt werden darf.

Temperamentvoll auch Alison Buchanan als Clara. Sie hat ihre Rolle spürbar miterlebt und mit großer Stimme eindrücklich gesungen. Tenor Ronald Samm als Sportin‘Life liess seinem Temperament freien Lauf und konnte besonders mit dem Song „It ain‘t necessarily so“ das Publikum begeistern.
Wayne Marshall führte das Basler Sinfonieorchester energie- und gefühlvoll durch das populäre spannende Werk. Es war eine Freude, Gelegenheit gehabt zu haben, den Verfasser dieser Konzertversion persönlich am Pult zu erleben.
Begeisternd war die Leistung des auf höchstem Niveau einstudierten Chors des Theaters Basel zusammen mit den Basler Madrigalisten.
Es muss jedoch erwähnt werden, dass die Akustik des Saals mit dem großen Chor, dem groß besetzten Orchester und auch durch die oft im Fortissimo singenden Solisten immer wieder überfordert war, was leider das Hörerlebnis etwas schmälerte. Das Publikum bedankte sich mit viel Applaus und Standing Ovation für die seltene Gelegenheit, dieses Werk in der Konzertversion zu erleben.
- Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
- Sinfonieorchester Basel
- Titelfoto: Sinfonieorchester Basel/ PORGY AND BESS/ Ensemble/ Foto: Bettina Matthiessen
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