
Wenn Juan Diego Flórez im Opernhaus Zürich auftritt, erwarten ihn stets eine treue Fangemeinde, welche ihn schon beim ersten Erscheinen mit kräftigem Applaus empfängt. An diesem Abend präsentiere sich Juan Diego Flórez mit einem sehr vielseitigen Programm. (Rezension des Konzerts v. 15. Juni 2026)
Schon gleich beim Beginn des Konzerts konnte man bei drei Arien von Wolfgang Amadeus Mozart erkennen, dass der Sänger sich in bester stimmlicher Verfassung befand. Die Konzertarie „Misero! O sogno..Aura che intorno“ wurde mit sicherer Stimme und viel Emotion gesungen. Genauso ein Hörgenuss waren die beiden folgenden Arien „Del più sublime soglio“ und „Se all‘impero amici Dei“ aus der Oper „La clemenza di Tito“.
Wer Vincenco Scalera kennt, weiss, dass man mit ihm einen der ganz großen Liedbegleiter erleben kann und wie gut die beiden Künstler zusammen harmonieren. Ein reizendes Intermezzo bildeten die zwei Stücke aus „Péché de vieillesse“. „Une bagatelle“ von Gioachino Rossini, gespielt vom Pianisten, gefolgt von „La lontananza“ mit perfekter Höhe gesungen. Zusammen mit der selten zu hörenden Arie des Gioconco aus der Oper „La pietra del paragone“, „Quell‘alme pupille“ zeigte sich einmal mehr, warum Juan Diego Flórez als der Rossini-Tenor schlechthin gilt. Mit der selten gehörten Arie des Georges Brown „Viens gentille Dame“ aus „La Dame blanche“, endete der ersten Konzertteil.
Nach der Pause wurde man, wie oft bei den Konzerten von Juan Diego Flórez, in südliche Gefilde geführt.

Die Arie des Mateo „Flores purisimas“ aus „El milagro de la virgen“ von Ruperto Chapi, die Romanze des Fernando „Por el humo se sabe dónde está el fuego“ aus „Doña Francisquita“ von Amadeu Vives und die Arie „Suena guitarrico mio“ aus „El guitarrico“ von Augustin Pérez Soriano zeigten die vielseitigen Facetten dieser unverwechselbaren Stimme. Hier sitzt jeder Ton und jede Nuance auf das feinste. Die Mazurka glissando für Klavier solo von Ernesto Lecuona liess die Virtuosität von Vincenco Scalera aufblitzen.
Die Arie des Werther “Pourquoi me réveilles?” aus der Oper “Werther” von Jules Massenet, die schon vor einiger Zeit mit ihm auf dem Spielplan des Opernhauses Zürich stand und die Arie des Georges Brown „Viens gentille Dame“ aus „La Dame blanche“ von Jules Massenet, die man mit ihm im Opernhaus Zürich vor einiger Zeit genießen konnte und die Arie des Romeo “L’amour.. Ah, lève-toi, soleil!” aus der Oper “Roméo et Juliette” von Charles Gounod, welche man in der kommenden Saison am Opernhaus Zürich mit Flórez erleben kann, zeigten, wie gut seine Stimme auch in den französischen Opern passt.
Mit dem kurzen Solo „Berceuse“, arrangiert für Klavier aus “Jocelyn” von Benjamin Godard, wurde zum Ende des offiziellen Programms übergeleitet.
Die Kavatine des Oronte “La mia letizia infondere.. Come poteva un angelo” aus Giuseppe Verdis Oper „I lombardi alla prima crociata” war ein weiteres Highlight des Abends.
Das begeisterte Publikum zeigte sich berauscht von diesem Programm und bot spontan eine Standing Ovation. Mit diversen Gesang und Gitarre Zugaben bedankte sich Juan Diego Flórez. Zunächst mit zwei argentinischen Tangos und natürlich “La Paloma”, auch diese einmal mehr in seiner großartigen Interpretation. Zum Schluss wartete er mit einer seiner ganz großen Arien auf: “Ah! mes amis, quel jour de fête!” aus Donizettis “La fille du régiment”.
- Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN
- Opernhaus Zürich
- Titelfoto: Juan Diego Flórez / Foto ©Gregor Hohenberg-Sony-Music-Entertainment