Oper, Ballett und Philharmoniker des Theater Dortmund stellen Spielpläne 2026/2027 vor

Theater Dortmund / Logo

Die Musiktheater-Sparten des Theaters Dortmund präsentieren ein vielseitiges Programm für die Spielzeit 2026/2027. Bei Oper, Ballett und Philharmonikern treffen prominente Titel, markante künstlerische Handschriften und visionäre neue Zugänge für unterschiedliche Publika aufeinander – von Rebecca, Brünnhilde brennt und Tannhäuser über Dracula, Faust und Der kleine Prinz bis zu den Philharmonischen Konzerten, dem Festival Beethoven NOW! und breigefächerten Formaten in der Stadtgesellschaft.

 

 

Das Theater Dortmund stellt die Spielpläne seiner Sparten Oper, Ballett und Philharmoniker für die Saison 2026/2027 vor. Die neue Spielzeit knüpft an eine Entwicklung an, die in den vergangenen Jahren künstlerisch sowie in ihrer öffentlichen Wahrnehmung deutlich an Profil gewonnen hat: Oper und Ballett haben mit Rekordauslastungen, markanten Handschriften und internationaler Strahlkraft weit über Dortmund hinaus auf sich aufmerksam gemacht. Zugleich rücken die Dortmunder Philharmoniker mit ihrer neuen Ausrichtung, starken Stadtpräsenz und neuen Konzertformaten zunehmend auch überregional stärker in den Fokus. So entsteht ein Programm, das die Kraft des Mehrspartenhauses in besonderer Weise sichtbar macht: zwischen großen Formen und neuer Offenheit, internationalen Kooperationen und lokaler Verankerung, künstlerischem Anspruch und neuen Zugängen für ein breites Publikum.

Oper Dortmund zwischen Bayreuth, Broadway-Eleganz und Wagner-Kosmos

Heribert Germeshausen / Foto: Jan-Philip Welchering

Die Oper Dortmund verfolgt auch in der neuen Saison unter der Leitung von Intendant Heribert Germeshausen ein klares künstlerisches Profil, das große Werke und markante Kontraste zusammenführt. Bereits vor der eigentlichen Dortmunder Saisoneröffnung markiert die Uraufführung von Brünnhilde brennt als Auftragswerk der Oper Dortmund in Koproduktion mit den Bayreuther Festspielen den internationalen Anspruch der Sparte. Im Dortmunder Opernhaus folgt mit dem Musical Rebecca ein publikumsstarker Auftakt. Dass die Vereinigten Bühnen Wien der Oper Dortmund exklusiv die Lizenz zur Aufführung erteilt haben und das Werk damit erstmals auf der Bühne eines deutschen Stadttheaters zu erleben ist, unterstreicht den besonderen Stellenwert dieser Produktion. Mit dem Doppelabend Cavalleria rusticana / Gianni SchicchiHänsel und GretelDas Geheimnis der Knusperhexe, Guercœur und Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg wird anschließend die ganze Spannweite des Programms sichtbar. Hier treffen beliebte Stoffe und markante Repertoiretitel auf Wiederentdeckungen, Uraufführungen und das gewohnt innovative wie historisch wache Profil des Festivals Wagner-Kosmos VIII (21.5.2027 bis 23.5. 2027), in dem die Tannhäuser-Premiere mit Langs Brünhilde brennt (Regie in beiden Fällen Neil Barry Moss) und Magnards Guercœur (mit u. a. Stanislas de Barbeyrac und Lionel Lhote in der Regie von Olivier Py) und einem hochkarätigen Symposium gekoppelt werden. Gerade diese Verbindung aus Zugänglichkeit, künstlerischem Anspruch und programmatischer Eigenständigkeit prägt die Spielzeit der Oper Dortmund in besonderer Weise.

Mit Alle Neune – Die Operetten-Show bekommt die Spielzeit zudem ein Format, das der Operette neuen Glanz verleiht: Gemeinsam mit Götz Alsmann und wechselnden Stargästen rückt sie hier nicht als nostalgisches Nebengenre, sondern als klug moderierte und unterhaltsam aufgeladene Form des Musiktheaters ins Zentrum. Hinzu kommen zeitgenössische Arbeiten und ein breit aufgestelltes Angebot für junges Publikum. Die Junge Oper Dortmund erweitert den Spielplan dabei nicht bloß um eine eigene Sparte, sondern prägt auch die Gesamtwahrnehmung des Hauses. Mit Wie klingt Grün?, einem Auftragswerk für Kinder ab zwei Jahren von Hauskomponist Marc L. Vogler, weiteren Wiederaufnahmen und partizipativen Projekten wird sichtbar, dass Oper in Dortmund nicht nur als große Abendproduktion, sondern auch als frühe künstlerische Erfahrung, als Begegnungsraum und als Einladung zum Mitmachen gedacht wird. Gerade diese Verbindung aus großer Oper, populären Formaten, zeitgenössischer Handschrift und jungem Musiktheater macht die Vielschichtigkeit der Sparte deutlich.

Ballett Dortmund erzählt: düster, existenziell, poetisch

Jaš Otrin/ Foto: Jan-Philip Welchering

Das Ballett Dortmund und das NRW Juniorballett stellen in der Spielzeit 2026/2027 das Handlungsballett klar in den Mittelpunkt. Dracula (Choreografie Krzysztof Pastor) eröffnet die Saison als düster aufgeladene, atmosphärisch dichte Produktion, in der sich Leidenschaft, Verführung und Abgrund in starke Bilder übersetzen. Mit Faust (Choreografie Edward Clug) steht anschließend ein Stoff auf den Spielplan, der wie kaum ein anderer für innere Zerrissenheit, Erkenntnisdrang und menschliche Grenzerfahrung steht. Mit Der kleine Prinz (Choreografie Annabelle Lopez Ochoa) erhält die Saison schließlich einen poetischen Gegenpol: ein Familienballett, das Leichtigkeit, Fantasie und emotionale Klarheit in den Vordergrund stellt. Gerade in dieser Trias aus Dunkelheit, existenzieller Wucht und poetischer Offenheit gewinnt die Sparte unter der Leitung von Intendant Jaš Otrin ihr deutlich konturiertes Profil. Tanz erscheint hier nicht bloß als ästhetische Form, sondern als eigenständige Sprache des Theaters, die Geschichten, Bilder und emotionale Spannungen ohne Worte sichtbar machen kann – auch im Hinblick auf gegenwärtig relevante Themen für Menschen im Hier und Jetzt.

Ergänzt wird die Spielzeit durch die Wiederaufnahmen von Frida und Tribute to Mozart, die das Repertoire um zwei so unterschiedliche wie prägende Abende erweitern. Frida vereint Biografie, Bildkraft und emotionale Expressivität zu einem starken Porträt, während Tribute to Mozart choreografische Vielfalt und musikalische Präzision in den Mittelpunkt rückt. Nach Gastspielen in Seoul und Valencia in der Spielzeit 2025/2026 setzt sich die internationale Präsenz des Ballett Dortmund auch in der kommenden Spielzeit fort: Einladungen zum Hong Kong Arts Festival und zum Festival de Música y Danza Granada in der Alhambra unterstreichen die wachsende internationale Sichtbarkeit der Sparte; durch die neue Zusammenarbeit des NRW Juniorballett mit dem Theater Bonn kommt ein weiterer wichtiger Impuls hinzu. Gleichzeitig profiliert sich das Ballett Dortmund immer stärker als Kompetenzzentrum für choreografische und persönliche Entwicklung, in dem Talente gefördert, Handschriften geschärft und neue Perspektiven eröffnet werden. Dazu gehören Formate wie We DO Dance!, jedoch auch die enge Verbindung mit Borussia Dortmund zur Gesamtschule Scharnhorst mit dem Projekt ProArt328, das künstlerische, schulische und sportliche Förderung zusammendenkt. Von dort aus öffnet sich die Sparte bewusst weiter in die Stadtgesellschaft: mit dem Senior*innentanztheater, dem JugendTanzTheaterBallettDortmund und weiteren partizipativen Formaten, die Tanz nicht nur auf der Bühne, sondern auch als soziale und kulturelle Praxis erfahrbar machen. So behauptet sich das Ballett Dortmund auch in der Spielzeit 2026/2027 nicht nur als international sichtbares Ensemble und als Nachwuchsschmiede für Companies weltweit, sondern ebenso als offener Ort der Begegnung, der Entwicklung und der Teilhabe.

Dortmunder Philharmoniker: große Sinfonik, neue Formate, viel Stadt

Jordan de Souza/ Foto: Sophia Hegewald

Die Dortmunder Philharmoniker machen unter Generalmusikdirektor Jordan de Souza die Spielzeit 2026/2027 zu mehr als einer Abfolge starker Konzertabende. Im Zentrum stehen weiterhin die Philharmonischen Konzerte mit großer sinfonischer Literatur, doch entscheidend ist der Blick, mit dem dieses Repertoire gelesen wird: Mozart, Mahler, Bruckner, Brahms, Strauss, Sibelius oder Dvorák erscheinen hier nicht als ehrfürchtig verwaltete Monumente, sondern als Werke, die in der Gegenwart weiterwirken und neu befragt werden. Genau darin liegt auch die besondere Bedeutung von Beethoven NOW!: Das Festival ist nicht bloß ein zusätzlicher Schwerpunkt, sondern verdichtet den Anspruch der Sparte, Beethoven als radikale, offene und bis heute produktive Kraft hörbar zu machen. Die Dortmunder Philharmoniker präsentieren sich damit als Orchester, das große Sinfonik nicht nur spielt, sondern neu kontextualisiert – und damit Anschluss an gegenwärtige Debatten über Kunst, Gesellschaft und Öffentlichkeit sucht.

Ein eigenes internationales Profil erhält die Saison durch die Zusammenarbeit mit Matthew Aucoin als Featured Composer & Creative Partner. Der Komponist, Dirigent, Autor und Preisträger des MacArthur Fellows Program steht wie kaum ein anderer für ein Denken, das Gegenwartsmusik, intellektuelle Neugier und künstlerische Vermittlung zusammenführt. Seine Präsenz zieht sich vom Philharmonischen Konzert über Deep Dive bis zur europäischen Erstaufführung eines neuen Orchesterwerks und verleiht der Spielzeit zusätzliches Gewicht. Gerade Deep Dive knüpft dabei an den erfolgreichen Auftakt der Reihe in der vergangenen Spielzeit an und entwickelt das Format konsequent weiter: Musikvermittlung wird hier nicht als Begleitprogramm verstanden, sondern als eigenständige künstlerische Form des Hörens, Verstehens und Entdeckens. Dasselbe gilt für die Late-Night-Konzerte in der Kokerei Hansa: Insbesondere mit ihrem Special Data Symphony stehen die Dortmunder Philharmoniker an der Spitze des technologischen Fortschritts. In Zusammenarbeit mit der Akademie für Theater und Digitalität werden innerhalb des EU-weiten Forschungsprojekts EXCENTRIC neue Wege der Zukunft des Konzertwesens erprobt. Hinzu kommen die Cityring KonzerteKammerkonzerte an besonderen Orten, Expedition Klassik und das Tiny Music House, das die Philharmoniker direkt in die Stadtteile trägt. So wächst die Sparte in zwei Richtungen zugleich: als großer Klangkörper mit künstlerischem Anspruch und als Orchester der Stadt, das neue Öffentlichkeiten schafft, lokale Bedeutung gewinnt und zunehmend auch über Dortmund hinaus stärker wahrgenommen wird.

Vorverkauf startet im Frühjahr

Abonnements können ab dem 21. April 2026 im Abo-Service im Kundencenter gebucht werden. Der reguläre Vorverkauf für Einzelkarten startet am Dienstag, 30. Juni 2026, ab 10 Uhr. Für Abonnentinnen und Abonnenten beginnt der Vorverkauf bereits am Dienstag, 16. Juni 2026, um 10 Uhr, die Theatercard ist ab am Dienstag, 23. Juni 2026, um 10 Uhr im Kundencenter erhältlich.

 

  • Theater Dortmund
  • Titelfoto: Theater Dortmund/Spartenleiter: (links n. rechts) Tobias Ehinger, Dr. Jas Otrin, Heribert Germeshausen, Jordan de Souza/ Foto: Bjoern Hickmann
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