Opernhaus Zürich / Galakonzert / Internationales Opernstudio Zürich

Opernhaus Zürich/Innenraum/Foto @ Marco Stücklin

Bereits seit 60 Jahren ist das Internationale Opernstudio Zürich für seine hochtalentierten Sängerinnen und Sänger bekannt. Das IOS war weltweit die erste Institution dieser Art und war ein Vorreiter für die heute an vielen Opernhäusern existierenden Projekte. Dank der Unterstützung von Sponsoren und den Freunden der Oper Zürich können hier jede Saison ausgewählte Talente bei Teilnahme an Meisterkursen, Coachings und Auftritten an Konzerten und in Opernaufführungen wertvolle Erfahrungen sammeln. Dafür sei auch an dieser Stelle allen Beteiligten herzlich gedankt und zu diesem Erfolg gratuliert. (Rezension des Galakonzertes v. 27.06.2021)

 

ANDREAS HOMOKI hat diesen Abend szenisch eingerichtet und so einiges an Bewegung in den Ablauf der einzelnen Szenen gebracht. Das machte der Spielfreude der Sängerinnen und Sänger, welche mit sichtbarer Freude auftraten, viel Spass. Dabei konnten auch schauspielerische Fähigkeiten gezeigt werden.  Der Abend begann mit der ersten Szene aus dem ersten Akt von W.A.Mozart‘s „Don Giovanni“. XIAOMENG ZHANG, OLEG DAVYDOV, ANDREW MOORE, SAVELII ANDREEV und ERICA PETROCELLI erfreuten mit sicheren starken Stimmen und liessen mit diesem Auftakt erkennen, auf was für einem hohen Niveau dieses Programm steht. Reizend die Arie aus dem zweiten Akt von „Il re pastore“, ebenfalls von W.A. Mozart „Barbaro! oh dio, mi vedi divisa dal mio ben‘. LINA DAMBRAUSKAITÉ glänzte mit Koloraturen und feinen Nuancen.

Mit der Szene aus dem zweiten Akt von Gaetano Donizetti‘s „L‘elisir d‘amore“, ‚La donna è un animale stravagante/Venti scudi‘ konnten ANDREI SKLIARENKO als Nemorino und YANNICK DEBUS als Belcore mit überzeugenden Leistungen glänzen. Ein ganz heiterer Spass dann das Terzett aus „Il turco in Italia“ von G. Rossini, ‚Un marito scimunito‘. LUIS MAGALLANES als Narciso, VLADYSLAV TLUSHCH, Prosdocimo und ILYA ALTUKHOV als Geronio boten hier ein stimmlich sehr ausgewogenes Trio.

Ganz überzeugend auch der Tenor LUCA BERNARD als Carlo mit einer Szene aus dem vierten Akt von „Linda di Chamounix“ von G. Donizetti ‚Linda! Si ritirò/Se tanto in ira agl‘uomini“. Grosse Stimme und viel Gefühl.  Das Quintett „Nous avons en tête une affaire“ aus „Carmen“ von G. Bizet vereinte die Stimmen von ZIYI DAI, SIENA LICHT MILLER, KATIA LEDOUX, ANDREI SKLIARENKO und SAVELII ANDREEV aufs schönste.

Internationales Opernstudio Zürich/Foto @ Opernhaus Zürich

Nach der Pause ging es wieder humoristisch weiter mit der Szene ‚Come‘un‘ape né giorni d‘aprile‘ aus der Oper „La Cenerentola“ von G. Rossini. YURIY HADZETSKYY, LINA DAMBRAUSKAITÉ, KATIA LEDOUX, LUIS MAGALLANES und OLEG DAVYDOV, hatten sichtlich ein grosses Vergnügen und boten eine weitere herrliche Leistung. SIENA LICHT MILLER (Dorabella) und ANDREW MOORE (Guglielmo) präsentierten das Duett ‚Passeggiamo anche noi/Il core vi dono‘ aus der Oper „Cosi fan tutte“ von W.A. Mozart. Auch dies eine Leistung auf hohem Niveau. Mit der Arie ‘Hai già vinta la causa/Vedrò mentre io sospiro“ aus „Le Nozze di Figaro“ konnte VLADYSLAV TLUSHCH mit Stimme und Bühnenpräsenz überzeugen.

Aus „L‘elisir d‘amore“ ein weiteres bestens gelungenes Duett mit ZIYI DAI (Adina) und ILYA ALTUKHOV (Dulcamara), ‚Come sen va contento/Quanto amore‘. BRENT MICHAEL SMITH sang aus dem vierten Akt der Oper „Pelléas et Mélisande“ sehr gefühlvoll ‚Maintenant que le père de Pelléas est sauvé“. Eine sehr feine Interpretation dieser herrlichen Musik.  Aus der selten gespielten Oper von Charles Gounod „Sapho“ sang KATIA LEDOUX die Arie ‚O ma lyre immortelle‘. Was für eine grossartige Stimme und was für eine Präsenz auf der Bühne.

Die Oper „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss, bietet mit der Szene „Die Dame gibt mit trübem Sinn sich allzu sehr der Trauer hin“ Gelegenheit, Schalk und Ensembleleistung zu vereinen. LINA DAMBRAUSKAITÉ,  LUIS MAGALLANES, LUCA BERNARD, YANNICK DEBUS und OLEG DAVYDOV, trafen genau die richtigen Töne, um diese Szene überzeugend darzubieten.

Den Abschluss bildete der gemeinsame Auftritt aller Mitwirkenden mit dem Finale aus der Oper „Le nozze di Figaro“ von W.A. Mozart ‚Gente, Gente, all‘armi all‘armi. Dies war besonders passend, weil man dabei deutlich spüren konnte, was für ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl  in diesem Ensemble der Sängerinnen und Sänger herrscht.

Besonderen Dank gilt dem ZÜRCHER KAMMERORCHESTER unter dem Dirigenten ADRIAN KELLY, welcher auch das IOS leitet. All die herrlichen Musikstücke wurden vom Orchester  aufs beste begleitet und bildeten den Rahmen für diesen gelungenen Galaabend.

Das Publikum zeigte sich begeistert und die vielen Bravos sind der zurecht verdiente Lohn für alle im IOS Mitarbeitenden, darunter JOANNA LASZCZKOWSKA und ADAM ROGOLA, Klavier, sowie THOMAS BARTHEL, Stellvertretender Leiter des IOS,welche auch hinter den Kulissen mit vollem Engagement tätig sind.

Die Mitwirkenden:

ILYA ALTUKHOV (Bassbariton), SAVELII ANDREEV (Tenor), LUCA BERNARD (Tenor), ZIYI DAI (Sopran), LINA DAMBRAUSKAITÉ (Sopran), OLEG DAVYDOV (Bass), YANNICK DEBUS (Bass), YURIY HADZETSKYY (Bariton), KATIA LEDOUX (Mezzosopran),LUIS MAGALLANES (Tenor), SIENA LICHT MILLER (Mezzosopran), ANDREW MOORE (Bass-Bariton), ERICA PETROCELLI (Sopran), ANDREI SKLIARENKO (Tenor), BRENT MICHAEL SMITH (Bass), VLADYSLAV TLUSHCH (Bariton), XIAOMENG ZHANG (Bariton)

ZÜRCHER KAMMERORCHESTER, ADRIAN KELLY, (Dirigent, Leiter IOS) -ANDREAS HOMOKI (Szenische Einrichtung)

 

  • Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Opernhaus Zürich
  • Titelfoto: Galaabend/Opernstudio Zürich/27.6.21/@Rolf Rebsamen

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