Mozartwoche: Großartiges Abschiedskonzert der Cappella Andrea Barca

Mozartwoche 2026/Konzert 25. Januar 2026/Cappella Andrea Barca/ Foto: Wolfgang Lienbacher

Anlässlich des Endes einer Ära, in der sie seit 1999 fester Bestandteil der Mozartwoche war, hat die Cappella Andrea Barca unter der Leitung von Sir András Schiff am 25. Januar 2026 im Großen Saal des Salzburger Mozarteums ein unvergessliches Abschiedskonzert gegeben. Das Programm umfasste zwei Klavierkonzerte und eine Ouvertüre von Wolfgang Amadé Mozart sowie eine Sinfonie von Franz Joseph Haydn – allesamt Werke, die zum Kernrepertoire dieses Ensembles gehören.

 

Mozarts Klavierkonzert in A-Dur, KV 488, wurde am 2. März 1786, zwei Monate vor der Premiere seiner Oper Le nozze di Figaro, in Wien fertiggestellt. Das sehnsüchtige Gefühl im zweiten Satz, Adagio, mit seinem Eröffnungsthema für Soloklavier im Siciliano-Rhythmus, passt zum Thema Abschied. Schiff dirigierte das Orchester von seinem Bösendorfer-Flügel aus und erzielte eine emotional gefärbte, rhythmisch straffe Darbietung, die umso bewegender war, als er keine übertriebenen sentimentalen Gefühle darüber zum Ausdruck brachte, dass es sich um eine letzte Aufführung handelte. Dieses Klavierkonzert stand auf dem Programm des Auftritts von Schiff und demselben Orchester, den ich im Januar 2024 rezensiert habe. Ihre Interpretation im aktuellen Konzert war der vorherigen Aufführung sehr ähnlich. Schiffs Verzierungen, insbesondere im Adagio, waren geschmackvoll und sparsam eingesetzt. Das Finale Allegro assai war besonders lebhaft und rundete dieses leidenschaftliche Werk zu einem freudigen Abschluss ab.

Mozartwoche 2026/Konzert 25. Januar 2026/Cappella Andrea Barca/ Foto: Wolfgang Lienbacher

Nach dem A-Dur-Konzert von Mozart folgte Franz Joseph Haydns Sinfonie fis-Moll Hob. I:45 mit dem treffenden Titel „Abschiedssinfonie“. Der humorvolle Charakter des Werks deutet darauf hin, dass Schiffs Orchester sein Abschlusskonzert eher als positives denn als trauriges Ende gestalten wollte. Haydn schrieb diese Sinfonie im Herbst 1772, laut einer plausiblen Anekdote, weil seine Orchestermusiker von ihren Frauen getrennt waren und zu ihnen nach Eisenstadt zurückkehren wollten. Im letzten Satz bliesen die Musiker (einer nach dem anderen oder zu zweit) ihre Kerzen aus und verließen die Bühne, sodass am Ende nur noch zwei Violinstimmen übrig blieben, gespielt von Haydn und Luigi Tomasini. Das Werk beginnt in fis-Moll (Allegro assai), verwendet A-Dur im langsamen Satz (Adagio) und zu Beginn des Finales (Presto – adagio), aber das Menuet e Trio: Allegretto und das Ende des Werks stehen in Fis-Dur. Während des aktuellen Konzerts hat Schiffs Interpretation die Intensität des f-Moll-Eröffnungssatzes mit einer gewissen Dringlichkeit zum Ausdruck gebracht. Die mittleren Sätze waren beschwingt, und das Finale war dramatisch, bis es in das humorvolle, berühmte Ende überging, in dem das Orchester vor dem Publikum den Saal verlässt. Die Musizierenden der Cappella Andrea Barca sorgten für viel Gelächter im Publikum, als sie die Bühne verließen.

Die zweite Hälfte des Konzerts begann mit einer mitreißenden, dramatischen Aufführung der Ouvertüre zu Don Giovanni, KV 527, die mich daran erinnerte, wie Schiff die Oper im Februar 2023 in der Felsenreitschule dirigiert hatte. Das Programm endete mit einem weiteren der beliebtesten Klavierkonzerte Mozarts, dem in d-Moll, KV 466. Die Uraufführung fand am 11. Februar 1785 im Casino „Zur Mehlgrube“ in Wien statt, wobei der Komponist selbst als Solist auftrat. Mit seiner Interpretation hat Schiff die finstere, turbulente Stimmung hervorgehoben und den symphonischen Charakter des Konzerts sowie den virtuosen pianistischen Dialog mit dem Orchester akzentuiert. Bemerkenswert an dieser Aufführung ist, dass Schiff Beethovens Kadenz für den ersten Satz Allegro und seine eigene Kadenz im Finale [Allegro assai] spielte, die auf Motiven aus der Ouvertüre zu Don Giovanni basiert.

Dieses Konzert bildete einen imposanten Abschluss einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen diesem Orchester und der Mozartwoche. Am Ende des Konzerts wurde Schiff feierlich geehrt und erhielt für seine Verdienste eine Urkunde der Internationalen Stiftung Mozarteum. Anschließend spielte Schiff als Zugabe Mozarts Rondo in a-Moll KV 511.

 

  • Rezension von Dr. Daniel Floyd / Red. DAS OPERNMAGAZIN
  • Mozartwoche 2026
  • Titelfoto: Mozartwoche 2026/Konzert 25. Januar 2026/Cappella Andrea Barca/ Foto: Wolfgang Lienbacher 
Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert