
Einen Tag vor der großen Europa-Tournee konnte man im großen Saal der wunderschönen Tonhalle Zürich eines der beiden Tournee-Programme erleben. Das Orchester der Oper Zürich wird in Paris, Luxemburg, München, Wien, Dijon, Aix-en-Provence und Hamburg gastieren. (Rezension des Konzerts v. 21. März 2026)
An diesem Abend hörte man unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda zusammen mit der Sopranistin Regula Mühlemann ein anspruchsvolles Programm mit geistlicher Musik und Arien, sowie Sergej Prokofjews „Romeo und Julia“ Ballettsuiten.
Der erste Teile war Werken von Haydn, Mozart, Pergolesi und Vivaldi mit zur Passionszeit passender Musik gewidmet.

Das Programm begann mit Joseph Haydn L‘introduzione aus „Die sieben letzen Worte unseres Erlösers am Kreuze“, gefolgt von Wolfgang Amadeus Mozart „Et incarnatus est“ aus Grosse Messe in c-Moll KV 427/KV417a. Bereits da konnte man sich ob der wunderbar geführten Stimme der Sopranistin Regula Mühlemann erfreuen. Mit einem weiteren Satz Il terremotto aus „Die sieben letzten Worte“ von Joseph Haydn leitete man über zu Giovanni Battista Pergolesi „Cuius animam gementem“ aus dessen Strabat Mater. Kraftvoll und mit müheloser Höhe interpretiert.
Antonio Vivaldis Sinfonia „Al Santo Sepolcro“ RV169 liess eine besinnliche Stimmung im Saal aufkommen und bewies, wie feinfühlig das Orchester diese festliche Musik spielen kann.
Es folgte Giovanni Battista Pergolisis „Vidit suum dulcem natum“ aus dem Strabat Mater und als letztes Orchesterstück im ersten Teil schloss sich der dritte Ausschnitt aus Joseph Haydns „Die sieben letzten Worte“, die Sonata VI, an.
Wer kennt es nicht, das „Exsultate, jubilate KV165/KV158a“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Im Jahre 1773 ursprünglich für den Kastraten Venanzio Rauzzini geschrieben, wird diese Komposition bis heute immer wieder gerne an Konzerten aufgeführt. Die virtuosen Koloraturen und das jubelnde „Alleluja“ verlangen von einer Sängerin eine strahlende Stimme, wie sie Regula Mühlemann zur Verfügung steht. Großartig, wie sie diese herrliche Musik, präzise begleitet vom Dirigenten und dem Orchester, zum Leuchten brachte.
Nach der Pause erlebte man Auszüge aus den Ballettsuiten „Romeo und Julia“ Nr.1, Nr.2. und Nr. 3. von Sergej Prokofjew, in der Zusamenstellung von Gianandrea Noseda.

Die vierzehn Szenen, gespielt vom Orchester der Oper Zürich, wurden zu einem Highlight des Abends. Vom grandiosen Auftakt bis hin zu den feinsten Nuancen dieser Suite, gelang dem Orchester einfach alles. Man konnte die Szenen förmlich vor den Augen sehen und staunte ob der jederzeit mitreißenden Qualität der Musiker/innen. Gianandrea Noseda leitete das Orchester mit Temperament und starken Gesten. Man darf sich auf die Ballettpremiere im Mai freuen, wenn „Romeo und Julia“ auf der Bühne des Opernhauses Zürich unter seiner Leitung und in der Choreographie von Cathy Marston gezeigt wird.
Das Publikum ließ sich mitreißen und spendete dem beliebten Orchester und dessen Dirigenten Ovationen.
Weitere Infos zu Konzerten und Aufführungen mit dem Orchester der Oper Zürich findet man unter www.opernhaus.ch
- Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
- Titelfoto: Opernhaus Zürich/Konzert R. Mühlemann/Foto: Gaetan Bally
Ein Gedanke zu „Regula Mühlemann und das Orchester des Opernhaus Zürich im Konzert/Dirigent: Gianandrea Noseda“