Opernhaus Zürich: Liederabend mit ANGELA GHEORGHIU – «WÜNSCH DIR WAS»

Angela Gheorghiu/Liederabend in der Oper Zürich/Foto@M. Stücklin

Nach 25 Jahren ist Angela Gheorghiu wieder ans Opernhaus Zürich zurückgekehrt. Seither hat sie an vielen großen Opernhäusern und in bedeutenden Konzertsälen rund um die Welt gastiert. Liederabende mit Ihr sind eher selten zu erleben und beim Programm in Zürich musste man erst einmal über die große Anzahl an verschiedenen Komponisten staunen. Nicht weniger als deren 17 waren im Programmheft aufgeführt. (Rezension des Liederabends vom 23.9.2019)

 

Dies verlangt eine große Flexibilität der Sängerin und des Pianisten, wie auch des Publikums, welches, nicht wie in Recitals üblich, sich in eine Liedergruppe oder den Stil eines Komponisten einhören kann. Allerdings vermisste man zuweilen den Kontakt der Sängerin zu Ihrem Publikum, da die meisten Stücke vom Blatt gesungen wurden.

Angela Gheorghiu/Foto ©Gabriel Hennessey

Angela Gheorghiu ist sich Ihrer Bühnenpräsenz sehr bewusst und glänzt mit ihrer Ausstrahlung, ihren ausladenden Gesten und eleganten Roben. Nach jedem Stück wurde applaudiert und so hatte man eher das Gefühl in einem Wunschkonzert zu sein.

Es würde den Rahmen dieser Zeilen sprengen, wenn man alle gesungenen Werke auflisten wollte. Angela Gheorghiu verfügt über eine wandelbare Stimme und sobald die Werke ins opernhafte wechseln, oder die Lieder Ihrer Heimat erklingen, ist man von der Kraft dieser Stimme gebannt. Mit viel Gefühl wurden die Lieder von Bellini, Donizetti und Paisiello dargeboten. Auch in den humorvollen Stücken kommt die Stimme gut zur Geltung und die Sängerin spielt charmant mit Mimik und Gestik.

Ihr Klavierbegleiter Jeff Cohen war perfekt auf dieses vielseitige Programm eingespielt und konnte auch zwischen den Liedpausen mit einigen Werken sein Können zeigen. Die beiden Künstler schienen sich bestens zu verstehen

Angela Georghiu/Foto  ©Marius.Baragan

Das Publikum war fasziniert von diesem Lieder-Potpurri und erklatschte sich drei Zugaben. Hier konnte Angela Gheorghiu dann mit einer Arie aus Ihrer Paraderolle, Cilea’s «Adriana Lecouvreur» brillieren. Reizend war die Idee, ganz am Schluss des Zugabenreigens ohne Klavierbegleitung «Guten Abend, gut’ Nacht» anzustimmen und so das begeisterte Publikum in die Nacht zu entlassen.

 

 

  • Rezension von Marco Stücklin / RED. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Opernhaus Zürich
  • Titelfoto: Angela Gheorghiu ©Marius.Baragan

 

 

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