Operettengala mit Piotr Beczala und Camilla Nylund im Opernhaus Zürich

Operettengala/Beczala-Nylund/Zürich/Foto @M. Stücklin-Das Opernmagazin

PIOTR BECZALA und CAMILLA NYLUND

Operettengala Opernhaus Zürich

11. Juli 2020

«Berauschend»

 

Was für eine Woche der großen Auftritte im Rahmen des Festivals «Finale» am Opernhaus Zürich und was für ein Finale der wohl außergewöhnlichsten Saison in der Geschichte des Hauses.

Erstmals seit der Covid-19 bedingten Schließung des Hauses auf der Bühne die Philharmonia Zürich mit fast 50 Musikern war wieder ein vollwertiges Orchester zu erleben. Fabio Luisi und seine Musiker boten mit größter Spielfreude ein mitreißendes Konzert und edle Begleitung der beiden Solisten Camilla Nylund und Piotr Beczala.

Operettengala/Beczala-Nylund/Zürich/Foto @M. Stücklin-Das Opernmagazin

Nach einem gefühlvoll gespielten Walzer «Gold und Silber» von Franz Lehár, gehörte der erste Auftritt Camilla Nylund mit dem Lied «Du sollst der Kaiser meiner Seele sein» von Robert Stolz aus der Operette «Der Favorit». Schon hier zeigte sich die Feinheit und Qualität der Sopranistin.

Piotr Beczala muss man niemandem mehr vorstellen, ist er doch gerade in Zürich ein absoluter Publikumsliebling. Sein erster Auftritt liess einen bereits ins Schwelgen kommen. «Gern hab ich die Frau’n geküsst» von Franz Lehár aus «Paganini». Welch eine Stimme und was für ein Schmelz.

Mit dem «Vilja-Lied» aus «Die Lustige Witwe» konnte Camilla Nylund überzeugen. Das erste Duett «Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt?“ aus «Das Land des Lächelns» wurde trotz der vorgeschriebenen Distanz zueinander ein wunderbares, gefühlvolles Liebesschwelgen.

Die Philhamonia Zürich begeisterte das in Walzerseligkeit schwelgende Publikum mit der Ouvertüre zu «Eine Nacht in Venedig» von Johann Strauss, gefolgt vom berühmten «Csárdás» aus «Die Fledermaus». Hier erlebte man die Sopranistin mit feurigem Temperament. Das wunderbare Lied «Komm, Zigány» aus «Gräfin Mariza» von Emmerich Kálmán sang Piotr Beczala berührend und mit herrlichster Stimme. Was für ein Genuss! Mit dem «Uhrenduett» aus «Die Fledermaus» welches die beiden Stimmen wieder herrlich vereinte, endete der erste Teil dieser glanzvollen Gala.

Gleich zu Beginn des zweiten Teils erlebte man Piotr Beczala mit dem Lied «Freunde, das Leben ist lebenswert» von Franz Lehár. Was für ein Glanz der Stimme. Dass das Leben lebenswert ist, vor allem wenn man das Glück hatte, so einen Abend erleben zu dürfen, fühlte wohl jeder Anwesende.

Operettengala/Beczala-Nylund/Zürich/Foto @M. Stücklin-Das Opernmagazin

Camilla Nylund bot dann eine herrliche Wiedergabe des Lieds «Höre ich Zigeunergeigen» aus «Gräfin Mariza» Welcher Opernhaus-Besucher mag sich nicht an die Serie der Aufführungen von «Das Land des Lächelns» in Zürich erinnern. Mit «Dein ist mein ganzes Herz», gesungen von Piotr Beczala, wurde dies aufs schönste wachgerufen.

Fabio Luisi und die Philhamonia Zürich brillierten mit der Polka schnell «Unter Donner und Blitz» Wie glücklich die Musiker und der Dirigent sind, wieder auftreten zu dürfen, wurde mit jedem Takt hörbar.

«Warum hast du mich wachgeküsst» aus der Operette «Friederike» von Franz Lehár war der letzte gefühlsvolle Soloauftritt von Camilla Nylund. Emmerich Kálmán komponierte mit dem Lied «Wenn es Abend wird» aus der «Gräfin Mariza» eine Hommage an Wien, diese wurde aufs schönste von Piotr Beczala gesungen. Mit dem Duett «Mein Freund, Vernunft / Wie eine Rosenknospe» aus «Die lustige Witwe» endete das offizielle Programm.

Die Philhamonia Zürich unter der temperamentvollen Leitung von Fabio Luisi muss hier nochmals besonders hervorgehoben werden. Spürte man doch den ganzen Abend die Erleichterung, wieder vor Publikum zu spielen.

Operettengala/Beczala-Nylund/Zürich/Foto @M. Stücklin-Das Opernmagazin

Als Zugabe für den riesigen Applaus erklang das Duett «Lippen schweigen» von Franz Lehár.

Dass die Lippen der Sänger dann trotz des Jubels des Publikums schwiegen, war mehr als verständlich. Berauscht verließ man das Opernhaus und kehrte summend nach Hause zurück. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten des Abends und Planer im Hintergrund. Angesichts der herrschenden außergewöhnlichen Umstände hätte man sich diesen Saisonschluss schöner nicht wünschen können.

 

  • Artikel von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Opernhaus Zürich
  • Titelfoto und alle weiteren Fotos @ Marco Stücklin

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