Mahler und Tschaikowski / Krzysztof Urbański dirigiert das Sinfonieorchester Basel

Konzert Sinfonieorchester Basel/ Krzysztof Urbański /Foto @ Benno Hunziker

Sinfonieorchester Basel
Christiane Karg, Sopran
Krzysztof Urbański, Dirigent  — 18. Mai 2022 —

Infolge der krankheitsbedingten Absage des Chefdirigenten Ivor Bolton musste das Sinfonieorchester Basel sein Programm umstellen. Kurzfristig gelang es, den Dirigenten Krzysztof Urbański für diese Aufgabe zu gewinnen. Für die Proben für das abgeänderte Programm und die Einstimmung auf den neuen Dirigenten stand nur wenig Zeit zur Verfügung. Dies gelang hervorragend und man durfte einen beglückenden Konzertabend erleben.

 

 

Mit dem „Adagietto“ aus der Sinfonie Nr. 5 von Gustav Mahler wurde gleich zu Beginn eine ruhige Stimmung in den Saal gezaubert. Wer kennt ihn nicht, diesen wunderbaren Satz, der auch durch den Film „Der Tod in Venedig“ Berühmtheit erlangt hat. Bereits bei diesem ersten Stück konnte man erkennen, wie gut das Sinfonieorchester Basel und der Dirigent Krzysztof Urbański miteinander harmonieren. Ihm gelang es hervorragend, dem Orchester selbst subtilste Töne zu entlocken.

Konzert Sinfonieorchester Basel/ Christiane Karg, Krzysztof Urbański /Foto @ Benno Hunziker

Es folgte eine Auswahl von Liedern aus “Des Knaben Wunderhorn”. Gustav Mahler hatte diese Lieder nicht als Zyklus komponiert, sondern in loser Folge. Zuerst von 1887-1891 neun Klavierlieder und von 1892-1898 zwölf Lieder für Singstimme mit Orchesterbegleitung. Die Sopranistin Christiane Karg hat diese Lieder auf hohem Niveau mit Eleganz und in allen Tonlagen sicherer Stimme vorgetragen und die verschiedenen Stimmungen des menschlichen Lebens, abwechselnd zwischen zwischen Humor und Tragik, perfekt vermittelt. Sei es das “Rheinlegendchen”,“Verlor’ne Müh”, “Des Antonius von Padua Fischpredigt” “Das irdische Leben” oder “Wo die schönen Trompeten blasen”, stets gelang es ihr im Zusammenspiel mit dem Orchester und der umsichtigen Leitung des Dirigenten, die feinsten Nuancen erklingen zu lassen.

Nach der Pause wurde man von der “Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36” von Pjotr Iljitsch Tschaikowski in den Bann gezogen. Diese 1878 uraufgeführte Sinfonie entstand zeitgleich mit der Oper “Eugen Onegin”, welche er seiner Gönnerin Frau von Merk gewidmet hatte. Mit ihr pflegte er einen regen Briefwechsel. Damals litt der Komponist sehr unter der unglücklichen Ehe mit der Konservatoriumschülerin Antonina Iwanowna. In dieser Symphonie sind besonders viele autobiographische Züge erkennbar. Heute ist diese Sinfonie mit 4 Sätzen eines seiner beliebtesten Werke.

Konzert Sinfonieorchester Basel/ Krzysztof Urbański /Foto @ Benno Hunziker

Die Wiedergabe mit dem Sinfonieorchester Basel kann man als großartig bezeichnen. Nebst dem Klang der herrlichen Musik war es auch ein Vergnügen, diesem gefühlvollen Dirigenten bei seiner Arbeit zuzuschauen. Mit vollem Körpereinsatz und Eleganz führte Krzysztof Urbański das Orchester ohne Noten. Sei es die Fanfare der Hörner, das Walzerthema, oder das Klarinettensolo, welches das Glück andeutet im ersten Satz, oder das herrliche Pizzicato-Scherzo und der intensive vierte Satz, welcher ein Volksfest schildert, es wurde eine mitreißende Aufführung auf höchstem Niveau.

Am Ende des Konzerts feierte das Publikum den Dirigenten und das Orchester verdientermaßen mit frenetischem Applaus.

 

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