Landestheater Detmold/ Außenansicht/ Foto @ A.T.Schäfer

Landestheater Detmold: „FAUST“ von Charles Gounod eröffnet am 7.9.2018 die neue Spielzeit

GMD Lutz Rademacher/ Foto @ A. T. Schäfer
GMD Lutz Rademacher/ Foto @ A. T. Schäfer

Als eines von ganz wenigen Opernhäusern feiert das Landestheater Detmold den 200. Geburtstag von Charles Gounod mit einer Neuinszenierung seiner bekanntesten Oper „Faust“. Regie führt Jan Eßinger, der u.a. schon sehr erfolgreich am Opernhaus Zürich inszeniert hat. Die musikalische Leitung hat GMD Lutz Rademacher. Sonja Füsti gestaltet die Bühne, für die Kostüme ist die neue Ausstattungsleiterin des Landestheaters, Nora Johanna Gromer, verantwortlich.

Premiere ist am 7. September 2018 um 19.30 Uhr.

 

 

Die Historia von D. Johann Fausten eines unbekannten Verfassers erschien 1587. Seitdem geistert Doktor Faust durch Literatur und Theater Europas. Von großen Dramatikern wie Christopher Marlowe und Goethe bis hin zu Puppenspielern und Schmierenkomödianten hat Faust viele Künstler fasziniert – und immer auch das Publikum. Die Geschichte vom Gelehrten, der einen Pakt mit dem Teufel schließt und auf der Suche nach Erregung und Genuss durch die Welt reist, bietet Gelegenheit zu großen Theatereffekten: Liebe, Rausch und satanische Feste gehörten immer fest ins Programm, wenn Faust die Bühne betrat.

Gounods 1859 uraufgeführte Oper „Faust“ ist französische Oper pur. Goethes deutscher Gelehrter verwandelt sich unter den Händen des begnadeten französischen Melodikers in einen Greis, den nicht mehr Welterkenntnis, sondern die Sehnsucht nach einem nie gelebten Leben umtreibt. Eifersüchtig auf die Jugend anderer lässt er sich auf einen Pakt mit dem Teufel ein und stürzt sich – von diesem in einen jugendlichen Liebhaber verwandelt – in das erste Liebesabenteuer seines Lebens. Vom Teufel angestiftet, schwängert er die unschuldige Marguerite, verlässt sie und das Kind, besucht die zum Tode verurteilte aber schließlich doch im Gefängnis. Die fest in ihrem Glauben verankerte Geliebte zieht einer Flucht unter Mithilfe des Teufels jedoch den Tod vor. Der Chor erklärt ihre Seele für gerettet.

Landestheater Detmold/ Innenansicht / Foto @ Rainer Worms
Landestheater Detmold/ Innenansicht / Foto @ Rainer Worms

Das Werk verbindet Elemente der Opéra lyrique mit denen der Grand opéra, kombiniert groß angelegte dramatische Szenen mit rührenden intimen Begegnungen und effektvollen Chorszenen.

Gounods Faust, eine der vollkommensten Schöpfungen französischer Oper des 19. Jahrhunderts, durfte in Deutschland lange Zeit nur „Marguerite“ heißen, um nicht mit dem Werk des Nationaldichters Goethe verwechselt zu werden. Zwar sind viele Motive der Oper auf Goethes Tragödie zurückzuführen, doch ist die Geschichte vom deutschen Gelehrten für Gounod und seine Librettisten vor allem ein idealer Rahmen, um eine ergreifende Handlung von Liebe, Hingabe, Rücksichtslosigkeit und Egoismus auf die Bühne zu bringen. Die Oper nähert sich dem, was der Faust-Stoff ursprünglich war: ein Volksbuch, in dem sich wilde Gesellen um schöne Frauen streiten.

Dieser Faust will nicht wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält, sondern nur nachholen, was er an Leben und Liebe verpasst hat. Dazu ruft er den Teufel. Wie haben wir uns diesen Teufel vorzustellen? Ist er „das Böse“? Auf diese Frage antwortet Jan Eßinger, Regisseur der Detmolder Inszenierung: „Méphisto ist für uns nicht das „reine Böse“, kein abstraktes Prinzip. Er ist auch nicht der allgegenwärtige Spielleiter, der die Geschicke der Menschen lenkt und gegen den niemand etwas tun kann. Das hieße ja, dass alle Figuren an sich „schuldlos“ wären – denn man könnte entschuldigend sagen: Méphisto hat uns ja gelenkt…

Deshalb ist es für uns im Team eine zentrale Erkenntnis und Entscheidung gewesen, Méphisto als die dunkle Seite in uns und in jedem Charakter zu entdecken und zu benennen. Zunächst natürlich bei Faust: Méphisto ist das, was Faust verdrängt. Er ist das, was Faust auch gerne wäre. Méphisto ist seine andere Seite, eben die dunkle Seite. Aus dieser Spiegelsituation der Figuren heraus hat sich dann auch die entsprechende Raumlösung für das Bühnenbild ergeben. Wir schauen in unserer Inszenierung gemeinsam auf die Welt hinter dem Spiegel.“

 

Jan Eßinger (Regie) / Foto @ privat
Jan Eßinger (Regie) / Foto @ privat

Besetzung

Charles Gounod Faust (Margarethe) Oper in fünf Akten

Libretto von Jules Barbier und Michel Carré

in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln Fassung: Choudens Editeur de Musique, Paris

Musikalische Leitung Lutz Rademacher Inszenierung Jan Eßinger

Bühne Sonja Füsti

Kostüme Nora Johanna Gromer

Chor Francesco Damiani

Dramaturgie Elisabeth Wirtz

Faust Stephen Chambers / Ji-Woon Kim

Méphistophélès Seungweon Lee

Valentin Benjamin Lewis

Wagner Andreas Jören

Marguerite Emily Dorn / Megan Marie Hart

Siébel Lotte Kortenhaus

Marthe Schwerdtlein Brigitte Bauma

Regieassistenz / Abendspielleitung Sascha Theis Musikalische Assistenz Tobias Kruse

Inspizienz Marco Struffolino

Soufflage N.N.

Technische Einrichtung Reiner Florian

Beleuchtung Thomas Märker

Maske Kerstin Steinke

Symphonisches Orchester, Opernchor, Extrachor und Statisterie des Landestheaters Detmold

– Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolge –

Premiere: Freitag, 7. September 2018, 19.30 Uhr, Landestheater Detmold

Vorstellungen: Fr, 28.9./ Sa, 6.10./ So, 18.11./ Do, 22.11./ Mi, 12.12./ Sa, 29.12.2018/ Fr, 11.1./ Fr, 8.2./ So, 24.3./ Mi, 29.5.2019

 

  • Weitere Infos auf der Homepage des Landestheater Detmold
  • Titelfoto: Landestheater Detmold/ Außenansicht/ Foto @ A.T.Schäfer
  • Text/Fotos: Pressestelle Landestheater Detmold

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