Krzysztof Urbański dirigiert das Sinfonieorchester Basel / Konzert v. 2.6.22

Sinfonieorchester Basel/2.6.22/Foto @ Marco Stücklin

Im Rahmen der Volkssinfoniekonzerte gab es eine Wiederbegegnung mit dem Dirigenten Krzysztof Urbański, welcher auch schon früher erfolgreich Konzerte mit diesem Orchester im Stadtcasion Basel geleitet hatte. Das Konzert wurde mit der Ouvertüre zu Oper “Ruslan und Ludmila” von Michail Glinka eröffnet. Schon da war erkennbar, wie harmonisch der Dirigent und das Orchester miteinander interagierten.

 

 

 

Diese Ouvertüre dauert nur gerade mal 6 Minuten und bereits gab es einen Unterbruch von gleicher Länge, damit die Bühne für das nachfolgende Klavierkonzert umorganisiert werden konnte. Da muss die Frage gestattet sein, ob diese Abfolge des Programms sinnvoll ist.

Sinfonieorchester Basel/2.6.22/Foto @ Marco Stücklin

Als nächstes folgte das aus drei Sätzen bestehende Klavierkonzert in G-Dur von Maurice Ravel mit der sympathischen südkoreanischen Pianistin Yeol Eum Son. Dieses anspruchsvolle Werk erfordert von der Solistin außerordentliche Konzentration und Virtuosität. Dass sie über diese Qualitäten verfügt, bewies sie eindrücklich mit ihrer temperamentvollen Interpretation. Mit fast zärtlichen Berührungen der Tasten entlockte sie dem Instrument leiseste Töne, um im nächsten Augenblick wieder wuchtig in die Tasten zu greifen. So entstand eine spannende Wiedergabe auf höchstem Niveau. Daher überrascht es nicht, dass die Pianistin in den großen Konzertsälen eine gern gehörte und gesehene Künstlerin ist.

Als Beigabe und Dank für den begeisterten Applaus des Publikums spielte sie noch ein Stück von Nikolaj Kapustin. Ein wahrer Wirbelsturm auf Tasten! Damit zeigte sie nochmals eindrücklich ihre Virtuosität und ihr überschäumendes Temperament.

Daran anschließend wurde man mit „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky, orchestriert durch Maurice Ravel, auf einen Rundgang durch ein Museum mitgenommen, wo ganz unterschiedliche Gemälde hängen. Beeindruckt durch eine Ausstellung aus dem Nachlass des 1873 verstorbenen Architekten Viktor Hartmann, komponierte Mussorgsky eine Folge von Klavierstücken, deren Titel auf einzelne Bilder Bezug nehmen. Ein „Promenade“ Thema führt den Zuhörer von Bild zu Bild. Auf diese Weise entstehen interessante Stimmungswechsel.

Krzysztof Urbański  /Konzert v. 2.6.22/Basel/Foto Benno Hunziker

All das ist einem Orchester und seinem Dirigenten zu verdanken, welche zu einer Einheit verschmolzen sind. An der Körpersprache des ohne Noten dirigierenden Krzysztof Urbański  ist unschwer erkennbar, dass er förmlich in dieser Musik lebt. Mit seinem gefühlvollen, eleganten Dirigierstil feuert er seine Musiker zu Höchstleistungen an und macht beim Publikum aus Zuhörern gleichzeitig auch Zuschauer. Erwähnung gebührt auch den Solist/innen aus dem Orchester, welche mit präzisen Klängen wesentlich zum Erfolg beigetragen haben. Man konnte sich der energetischen Stimmung an diesem Abend nicht entziehen und wurde Zeuge einer großartigen Wiedergabe des spannenden Konzerts.

Das Sinfonieorchester Basel befindet sich auf dem richtigen Weg, sich international unter den führenden Orchestern einreihen zu können.

 

  • Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Volkssinfoniekonzerte Basel
  • Titelfoto: Krzysztof Urbański  /Konzert v. 2.6.22/Basel/Foto Benno Hunziker

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