Konzert des Kammerorchesters Basel mit Nigel Kennedy

Kammerorchester Basel/Nigel Kennedy/Konzert 1.11.21/ Foto ©Benno Hunziker

Mit dem Engagement von herausragenden Musikerpersönlichkeiten beweist das Kammerorchester Basel immer wieder seine ausgeprägte Vielseitigkeit. Dieses Mal wurde der berühmte Violinist Nigel Kennedy eingeladen.  (Konzert v. 1. November 2021 im Stadtcasino Basel)

 

 

Den Auftakt dieses Abends machte die Sinfonie Nr. 1 D-Dur op 25 “Symphonie classique” von Sergei Prokofjew. Unter der Leitung des Konzertmeisters des Orchesters, des Geigers Baptiste Lopez, wurde dieses beliebte Werk aufgeführt. Die nuancenreiche Interpretation der einzelnen Elemente liess die gründliche Auseinandersetzung mit dem Werk und eine sorgfältige Einstudierung deutlich erkennen. Es bildete eine passende Überleitung in einen aussergewöhnlichen Konzertabend.

Kammerorchester Basel/Nigel Kennedy/Konzert 1.11.21/ Foto ©Benno Hunziker

Nigel Kennedy, ein äußerst virtuoser Musiker und schon seit Jahrzehnten bekannt als ”Punk-Geiger”, wurde an diesem Abend einmal mehr seinem Beinamen gerecht. Sein lässig lockerer Auftritt in buntem Shirt und in Sneekers verriet sein fröhliches, überschäumendes Temperament. Bei seinem Auftritt begann er sofort, mit dem Publikum zu kommunizieren und dieses für sich einzunehmen.

Als Erstes durfte man eine Aufführung des “Konzert für Violine und Orchester D-Dur op.61” von Ludwig van Beethoven erleben, aber in einer überraschend bearbeiteten Form. Die ersten beiden Sätze wurden im klassischen Stil mit großer Virtuosität gespielt. Damit bewies Nigel Kennedy, dass er trotz seines Temperaments und seines Beinamens auch ein feinfühliger Mensch ist, der seinem Instrument allerfeinste Töne zu entlocken imstande ist. Im dritten Satz überraschte er dann schlagartig mit dem zunächst solistisch, dann mit dem Orchesterklang verwobenen “Roll Over Beethoven” von Chuck Berry. An dieser Stelle wechselte der Künstler zum Piano und zeigte auch dort sein brillantes Können. Das Publikum war begeistert ob dieser frechen Interpretation, welche wohl auf das nach der Pause folgende Werk des Solisten, einstimmen sollte.

Kammerorchester Basel/Nigel Kennedy/Konzert 1.11.21/ Foto ©Benno Hunziker

Nigel Kennedys Komposition “Für Ludwig Van” ist ein Mix aus Jazz, Pop und Blues-Melodien, welche zusammen mit Anklängen aus Beethovens Werk, etwas eigenwillig wirken mag. Wer in der Lage ist, sich vom gewohnten Hörerlebnis mit Beethoven’s Musik zu lösen, der wird gewiss dieses immerhin 50 Minuten dauernde Werk als kurzweilig und unterhaltsam empfinden. Hier konnte der Künstler sein herausragendes Können als Geiger präsentieren und seinen Ruf zu bestätigen. Zuweilen verspürte man etwas Mitleid mit seinem Instrument, welches einiges über sich ergehen lassen musste! Das Publikum war hingerissen und wurde für den tobenden Applaus mit einer bearbeiteten Version von ”She’s Leaving Home” von den Beatles verabschiedet.

Besonders erwähnen muss man das Kammerorchester Basel, welches mit viel Spass und Enthusiasmus diesen Abend begleitet hatte. Es sind gerade solche Konzerte, welche dazu beitragen, dass auch jüngere Menschen den Weg ins Konzert finden und sich für die klassische Musik begeistern lassen.

 

KAMMERORCHESTER BASEL

NIGEL KENNEDY, Violine, Klavier und Leitung

Stadtcasino Basel, Konzert am  1.November 2021

 

  • Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Kammerorchester Basel
  • Titelfoto und weitere Konzertfotos ©Benno Hunziker

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