Kirsten Schötteldreier im Gespräch mit dem OPERNMAGAZIN

Kirsten Schötteldreier/ Foto @ Jan Paul von der Wijk

Mit Kirsten Schötteldreier geht meine DAS OPERNMAGAZIN – Videogesprächsreihe weiter. Als Gesangscoach ist sie national und international in der Opern- und Musiktheaterwelt unterwegs und bereitet Sängerinnen und Sänger auf ihre jeweils neuen Partien vor. Dabei arbeitet sie absolut individuell, legt Schwerpunkte in Ausdruck, Gestaltung und natürlich auf den Gesang. Über ihre  Arbeit, wie sie den Solisten bei ihren künstlerischen Aufgaben zur Seite steht, und über so manches mehr, sprachen wir in unserem Video ausführlich. Was mir schon bei unserem Vorgespräch sehr angenehm auffiel und sich dann in unserem Videogespräch selbstredend bestätigte, war ihre ungemein offene und sympathische Art zu kommunizieren. Dabei stets positiv, humorvoll, aber auch zielgerichtet und bestimmt, wenn sie über ihre Arbeit und auch über die aktuelle Zeit sprach. Denn auch in diesem Gespräch kamen wir nicht umhin, die derzeitige Situation der Künstlerinnen und Künstler zu thematisieren. Die Corona-Pandemie ist auch und gerade für die vielen Soloselbstständigen in der Kulturszene eine harte, bis hin zur existenzgefährdenden, Belastung. Kirsten Schötteldreier berichtet in diesem Zusammenhang auch von ihrem persönlichen Engagement in der Initiative krea[K]tiv -musiktheater stands up! in der sich viele ihrer freischaffenden Kolleginnen und Kollegen aus dem Musiktheaterbereich zusammengetan haben um sich gemeinsam für ihre Interessen stark zu machen und eine möglichst breite Öffentlichkeit mit ihren Anliegen zu erreichen. (Video am Ende des Artikels)

 

Unser Gespräch war geprägt von ihrer großen Liebe zur Musik, zum Gesang und zum Musiktheater. Dabei ist ihre reiche berufliche Erfahrung in fast jedem ihrer Sätze hör- und spürbar. Aber es sind nicht nur allein die fachlichen Qualitäten, die sie als Coach ausmachen, es ist auch und besonders, ihre so ungemein positive und warme Ausstrahlung, die sie ihrem Gegenüber vermittelt. Und eben dieser ganz besondere Ruf eilt ihr in der Musikwelt voraus.

Kirsten Schötteldreier und Magdalena Anna Hofmann / Foto @ privat

Eine ihre Künstlerinnen, die sie schon seit einiger Zeit betreut, ist die in Wien lebende Sopranistin Magdalena Anna Hofmann. Mit ihr arbeitete sie an Magdalena Annas Isolde-Debüt 2019 in Hagen. Dass diese Zusammenarbeit reichlich Früchte getragen hat, ist bekannt. Ein gefeiertes Debüt für die großartige Sopranistin in dieser besonderen Wagnerpartie, welches von Publikum und Fachpresse einheitlich so gesehen wurde. Mit dieser Partie ist Frau Hofmann nun auch an der Staatsoper Hannover engagiert und die Premiere dort wurde ebenfalls ein großer Erfolg. Und wieder war es Kirsten Schötteldreier, die Magdalena Anna in der Proben- und Vorbereitungsphase zu dieser großen Partie zur Seite stand. Und Magdalena Anna war es dann auch schliesslich, die den Kontakt zwischen mir und Kerstin Schötteldreier anbahnte. Dafür danke ich Dir hier noch einmal ausdrücklich, liebe Magdalena! Magdalena hat wohl geahnt, dass Kirsten und ich ein sehr passendes Gesprächspaar sein würden. Und das war dann auch der Fall! Denn selten hat mich ein Videogespräch selbst so gut unterhalten – und das auf hohem Niveau – wie das nun heute veröffentlichte. 

Wir sprachen über Kirsten Schötteldreiers eigenen beruflichen Werdegang, ihrer Ausbildung an der Essener Folkwang-Schule, die sie ganz bewusst gewählt hat, um gleich mehrere musikalisch-künstlerische Genres zu studieren, aber auch darüber, wie wichtig ihr immer der eigene innere Ausgleich von Geist und Körper war und ist. Da ist Qi Gong das Schlüsselwort. Sie berichtet darüber, wie sich Sängerinnen und Sänger manchmal selbst, aus verschiedensten Gründen, förmlich im Wege stehen, Barrieren haben oder Probleme mit der Regie oder der musikalischen Umsetzung. Und wie es dann ihre Aufgabe ist nach individuellen Lösungen zu suchen. Kirsten Schötteldreier erzählt davon, dass sie oft nicht nur die gesamte Probenzeit an der Seite ihrer Künstler ist, sondern auch darüber hinaus, bei der Premiere und bei weiteren Auftritten. 

Kirsten Schötteldreier/ Foto @ Jan Paul von der Wijk

In einer Zeit, die geprägt ist von Vorstellungsausfällen, Absagen, Verschiebungen und Unsicherheiten, haben wir uns auch über das aktuell vorherrschende Thema unterhalten. Oper und Theater in Zeiten der Pandemie und was das für sehr viele Kunstschaffende bedeutet. Auch hier erweist sich Kirsten Schötteldreier als eine kundige, da gut vernetzte, Gesprächspartnerin. Daher war natürlich auch ihre Mitwirkung in der Facebook-Künstlergruppe krea[K]tiv ein wichtiger Bestandteil unseres Gespräches. Und auch hier ist immer wieder Kirsten Schötteldreiers Optimismus und ihre Zuversicht herauszuhören.  

Wir sprachen natürlich auch über Gesang, Ausdruck und die Oper. Am Beispiel der Strauss-Oper ELEKTRA schildert sie, u.a., wie wichtig der Text für eine Opernpartie ist. Text und Textverständlichkeit in Verbindung mit Gesang und Ausdruck auf der Bühne. Gerade bei der Partie der Elektra, die der jeweiligen Sopranistin enorm viel abverlangt, von ganz besonderer Bedeutung. Und wir sprachen zu Ende unseres Videos über eine Künstlerin der man auch nachsagt ganz besonders die Verbindung zwischen Ausdruck und Gesang beherrscht zu haben: die legendäre Maria Callas. Von der Kirsten Schötteldreier besonders die früheren Karrierejahre bevorzugt.

Ich danke Kirsten Schötteldreier sehr herzlich für das Interview, dass wir via Zoom geführt haben und das ein paar kleinere Verbindungsaussetzer hat, die aber nichts vom Gesamteindruck dieses Gespräches nehmen. 

Für weitergehende Informationen über Kirsten Schötteldreiers Tätigkeit verweise ich hier gern auf ihre Homepage.

 

Hier nun das Gesprächsvideo vom 21.10.2020

 

Detlef Obens / Herausgeber DAS OPERNMAGAZIN

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