Jonas Kaufmann – Konzertabend am 12.1.19 in der Elbphilharmonie

Konzert Jonas Kaufmann/Elbphilharmonie/Foto @ Marion Nevoigt

Pünktlich auf den 2. Jahrestag der neuen Elbphilharmonie Hamburg gab sich einer der größten deutschen Tenöre die Ehre: Jonas Kaufmann. Im großen Saal, ausverkauft und mit einem erwartungsvollen Publikum zusammen mit dem Sinfonieorchester Basel unter Leitung von Jochen Rieder. (Rezension des Lieberabends v. 12.1.19)

 

Mit viel Gefühl und wunderbaren Solis, besonders die Querflöte sei erwähnt, gestaltete sich das Programm um Franz Schubert / Luciano Berio „Rendering“ für Orchester sowie Gustav Mahlers „Lied von der Erde“, Sinfonie für Soli und Orchester nach Hans Bethges „Die chinesische Flöte“.

Der anschliessende Auftritt des Tenors und Baritons (so war er angekündigt), Jonas Kaufmann, wurde begeistert beklatscht und die Abfolge seines Repertoires im Programmheftchen mit den Texten wurden gern mitgelesen – zumal diese deutlich nicht allen Zuhörern bekannt waren: Das Trinklied vom Jammer der Erde, Der einsame Herbst, Von der Jugend Von der Schönheit, Der Trunkene im Frühling, Der Abschied.

Jonas Kaufmann/ © Gregor Hohenberg / Sony Classical

Jonas Kaufmann hatte sich für diese Lieder  aus der Hand von den Chinesen Li – Tai – Po und (Der Abschied) von Mong – Koo – Wei entschieden. Teilweise für Tenor und Alt / Bariton. Tiefe musikalische Emotionen wechselten sich ab mit fröhlichen, fast beschwingten Zwischenklängen, gehaltvolle Texte aus der Welt Chinas regten die Vorstellungskraft bei geschlossenen Augen des Zuhörers an! Der Wechsel vom Tenor zum Bariton gelang Kaufmann mühelos und war ein Genuß. Unterstützt vom Baseler Sinfonieorchester und dessen bezaubernden Solisten – hervorzuheben die Querflöte, Klarinetten und natürlich die gewaltigen Geigen mit zarten Tönen – ebenso wie federleichten Passagen der Harfen, alles war fein abgestimmt und heraushörbar.

Als kleines Manko gestaltete sich die Lautstärke des Orchesters, es gab zum Ende der „Schönheit“ dann doch Zwischenrufe, der Künstler wäre kaum hörbar, seine Stimme wurde nicht durch ein persönliches Mikrofon unterstützt. Die Zuhörer hinter dem Orchester und mit Jonas Kaufmann nur als Rücken sichtbar, hatten wenig von seiner wundervollen Stimme, das war nicht optimal gelöst, schade.

Konzert Jonas Kaufmann/Elbphilharmonie/Foto @ Marion Nevoigt

Der Dirigent Jochen Rieder stand Kaufmann fest zur Seite und unterbrach einen Moment, bis sich der verärgerte Teil des Publikums beruhigt hatten und dann brachte der Künstler mit deutlich mehr Volumen seine Darbietungen zum Ende, mit fast frenetischem Applaus bedacht.

Alles zusammen war es ein wunderbares Musikerlebnis mit fremden und schönen Texten, herausragender Musikbegleitung und macht Lust auf Wiederholung. Dann aber gern ohne Störungen.

 

 

BESETZUNG

Jonas Kaufmann Tenor und Bariton

Sinfonieorchester Basel

Dirigent Jochen Rieder

PROGRAMM

Luciano Berio
»Rendering« nach Franz Schuberts symphonischem Fragment in D-Dur D 936a

Gustav Mahler
Das Lied von der Erde / Eine Sinfonie für eine Tenor- und eine Alt- (oder Bariton-) Stimme und Orchester

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