Die späten Mozart-Sinfonien: Ein krönender Abschluss einer Mozart-Festwoche der Staatskapelle Weimar

Kirill Karabits / Foto @ Denis Manokha

Im 10. Sinfoniekonzert präsentierte die Staatskapelle Weimar ein ungewöhnliches und ambitioniertes Programm. Weder Solisten, noch Sänger oder Chor gastierten in der Weimarhalle, ein Konzertprogramm ausschließlich für Orchester füllte den Abend. Die letzten drei Sinfonien von Wolfgang Amadeus Mozart, Sinfonie Nr. 39 in Es-Dur, Sinfonie Nr. 40 in g-Moll und die „C-Dur- / Jupiter-Sinfonie“ bildeten den Abschluss einer Mozart-Festwoche in Weimar. Die Staatskapelle der Kulturstadt wagte mit ihrem Konzertprogramm viel und gewann mit dieser sinfonischen Trilogie gleich in mehrfacher Hinsicht. (Konzert v. 17.6.2019)


Der späte Mozart schuf mit „Don Giovanni“, Le Nozze de Figaro“ und „Così fan tutte“ drei Meisterwerke der Opernliteratur. Das Deutsche Nationaltheater Weimar verband diese drei „Da-Ponte-Opern“ mit einem Sinfoniekonzert zu einer Mozart-Festwoche an fünf aufeinanderfolgenden Tagen.

Mozart komponierte im Sommer 1788 in Wien seine letzten drei Sinfonien. Diese bilden bis heute einen besonderen Stellenwert im symphonischen Schaffen des Komponisten. Strenggenommen steht jede dieser Sinfonien – ganz im Gegensatz zu den Opern der „Da-Ponte-Trilogie“ – für sich alleine. Lediglich im Entstehungszeitraum und der Aufführungsdauer finden sich Gemeinsamkeiten. Und gerade darin liegt der Reiz dieses Konzertprogramms! Die Staatskapelle Weimar würdigte Wolfgang Amadeus Mozart in seiner Genialität und Vielseitigkeit, gleichermaßen als Konzert-, wie auch als Opernkomponist.

Am populärsten wurde der erste Satz der „g-Moll Sinfonie“. Bis heute lebt das spannungsreiche Allegro-Thema als Untermalung der Dramatik in unzähligen Kinofilmen weiter. Gleichsam versprühen auch die anderen Bestandteile, insbesondere die jeweiligen Finale der Sinfonien, eine ungemeine Kreativität. Die außergewöhnliche Musikalität Mozarts wird durch raffinierte Modulationen und abwechslungsreiche Zusammenführung der Instrumentengruppen deutlich.

Staatskapelle Weimar (September 2017) Weimar, Park an der Weimarhalle – Foto: Felix Broede

Die Musiker der Staatskapelle Weimar waren zum Abschluss der Spielzeit glänzend aufgelegt und verbreiteten geradezu einen Mozart-Rausch über ihre Stadt. Der GMD Kirill Karabits forderte sein Orchester zu neuen Höchstleistungen, mit präzisen Tempowechseln gewann er die Aufmerksamkeit seines Publikums – immerhin wurden die drei Werke ohne Pause gespielt. In schlanker Orchesterbesetzung und sauberem Klang – insbesondere in den Streichern – gab Karabits in dem ersten Satz der Sinfonien jeweils ein gemächliches Tempo vor, zog dieses im Menuett ein wenig an, um dann im Finale, technisch stets kontrolliert, die Werke in mitreißender Schnelligkeit zu ihrem Höhepunkt zu führen.

Montagabend: Sonnenschein und dennoch war die Weimarhalle restlos ausverkauft! Das Deutsche Nationaltheater Weimar bewies mit dieser Mozart-Woche, dass Festtage nicht immer den Werken von Richard Wagner oder Richard Strauss gelten müssen. Mit diesem bedeutendsten Komponisten der Wiener Klassik – immerhin beeinflusste Mozart auch die Literatur der Weimarer Klassik durch seinen Zeitgenossen Johann Wolfgang von Goethe – schuf sich der scheidenden GMD der Staatskapelle, Kirill Karabits, einen würdigen Abschied aus Weimar.

Die Staatskapelle Weimar, jenes Kleinod dieser reichhaltigen Kulturlandschaft Thüringens, führte die Mozart-Festtage mit den Sinfonien Nr. 39-41 in musikalischer Brillanz zu einem krönenden Abschluss.

 

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