Deutsche Oper Berlin – Highlights im November 2019

Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel
Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel

Die Deutsche Oper Berlin setzt die Reihe ihrer Uraufführungen im großen Haus – nach zuletzt Aribert Reimanns L’INVISIBLE (Okt. 2017) und Detlev Glanerts OCEANE (April 2019) – mit einer weiteren großen Komponistin fort: Chaya Czernowin, eine der international prägenden Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit, hat mit HEART CHAMBER ihr neuestes Musiktheaterwerk geschaffen. Die 1957 in Haifa geborene Komponistin ist geografisch wie musikalisch eine Reisende. Sie hat in Tel Aviv, Berlin und New York studiert, lebte in Paris, Tokio und Wien und lehrt seit 2009 als Professorin an der Harvard University in Massachusetts. Ihre Uraufführungen im Musiktheater wurden stets als besondere Ereignisse gefeiert: Sowohl PNIMA … INS INNERE aus dem Jahr 2000 (Münchener Biennale) als auch 17 Jahre später INFINITE NOW (Opera Vlaanderen Gent) zeichnete die Kritikerumfrage der Zeitschrift „Opernwelt“ als „Uraufführungen des Jahres“ aus. 

 

Alle Musiktheaterwerke Chaya Czernowins gestalten eine emotionale Schutzlosigkeit und Fragilität des Individuums. Die Komponistin schürft nach verborgenen Schichten menschlicher Erfahrungen, nach Traumata, einer „inneren Dunkelheit“, wie sie dies im Zusammenhang mit PNIMA einmal notiert hat. Auch in HEART CHAMBER steht die Frage nach der Identität und Flüchtigkeit des Subjekts im Zentrum, erfahrbar in einer Liebesbeziehung zweier Menschen.

Kongenialer Partner dürfte dafür Regisseur Claus Guth sein, der nach PNIMA und ZAIDE/ADAMA, uraufgeführt bei den Salzburger Festspielen 2005, nun zum dritten Mal ein neues Werk von Chaya Czernowin in Szene setzt.

Die Gesangsparts hat Chaya Czernowin für zwei höchst profilierte Opernstimmen geschrieben, Patrizia Ciofi und Dietrich Henschel, sowie für die drei Vokalartisten der Neuen Musik Noa Frenkel, Terry Wey und Frauke Aulbert. Die musikalische Leitung übernimmt der Dirigent und Komponist Johannes Kalitzke, Uraufführung ist am 15. November.

Vom 15. bis 17. November veranstalten wir ein Symposion zum Thema „Neues Musiktheater“, das in Vorträgen, Diskussionen, Werkstatteinblicken mit Komponist*innen und Sänger*innen eine Standortbestimmung des Musiktheaters der Gegenwart versucht. Darüber hinaus bieten wir eine Reihe an Gesprächen, Probeneinblicken und Kammerkonzerten an, beginnend am 7. Oktober um 19.30 Uhr: Dann vermitteln Chaya Czernowin und Claus Guth gemeinsam erste Eindrücke von Musik und Inszenierungskonzept, Ausstatter Christian Schmidt zeigt Skizzen und Entwürfe zu Bühne und Kostümen. (Weitere Veranstaltungen siehe angefügtes PDF.)

Uraufführung DIE SCHNEEKÖNIGIN von Samuel Penderbayne 22.11.

Seit Generationen ist Hans Christian Andersens Kunstmärchen aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken – und hat Autoren und Komponisten inspiriert. Jetzt verwandelt sich im November und Dezember die Tischlerei der Deutschen Oper Berlin in die eisig-kalte Welt der Schneekönigin. Komponist Samuel Penderbayne, Librettist Christian Schönfelder und die Regisseurin Brigitte Dethier gehen mit einer Schauspielerin, drei Sänger*innen und fünf Musiker*innen auf Gerdas Reise. Mit Witz und Schauer erzählen sie gemeinsam einen Road-Movie: Musizierende Blumen, eine krächzende Klarinette, ein Tuba-Rentier und die schaurig-schöne Synthesizer-Welt der Schneekönigin sind nur einige Zutaten für dieses Musiktheater, bei dem die Zuschauer*innen ab 8 Jahren hautnah am Geschehen sind.

Mit Hanna Plaß (Schneekönigin), Sophia Körber / Larissa Wäspy (Gerda), Marlene Gaßner / Alexandra Ionis (Räubermädchen/Blume/Prinzessin), Martin Gerke / Jonas Böhm (Kay/Prinz) u. a. Auch zu dieser Uraufführung am 22. November um 18 Uhr laden wir Sie schon heute ein!

Deutsche Oper Berlin -Donald Runnicles - Foto @ Bettina Stoess
Deutsche Oper Berlin – Donald Runnicles – Foto © Bettina Stöß

Besetzungs-Highlights: Puccinis TOSCA (400. Vorstellung!) und Brittens DEATH IN VENICE

Am 16. November gibt es die 400. Vorstellung der TOSCA in diesem Haus mit einer herausragenden Besetzung: Unter musikalischer Leitung von Generalmusikdirektor Donald Runnicles sind in der Titelpartie Nina Stemme, Fabio Sartori als Cavaradossi und Ambrogio Maestri als Scarpia zu erleben. (Auch am 20. und 23. November.)

Am 22. November gibt der britische Ausnahmetenor Ian Bostridge sein Hausdebüt an der Deutschen Oper Berlin und übernimmt die Partie des Aschenbach in Benjamin Brittens DEATH IN VENICE. Die viel gerühmte Inszenierung von Graham Vick kehrt unter dem Dirigat von Markus Stenz zurück auf den Spielplan, Aschenbachs Gegenspieler interpretiert, wie schon in der Premiere, Seth Carico. Weitere Vorstellungen am 27. November und 5. Dezember.

 

  • Deutsche Oper Berlin
  • Titelfoto: TOSCA von Giacomo Puccini, Deutsche Oper Berlin/ Foto © Bettina Stöß

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.