Deutsche Oper Berlin: Highlights im April 2020

Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel
Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel

Zur konzertanten Premiere von Jules Massenets THAIS mit Nicole Car in der Titelpartie lädt die Deutsche Oper Berlin zum 8. April ein (auch am 12. April). Der Plot klingt beinahe wie SALOME: Eine ägyptische Hetäre stellt die asketischen Ideale des Mönches Athanaël auf die Probe. Mit dem Versprechen des ewigen Lebens gelingt es ihm, die Schöne auf den christlichen Pfad der Tugend zu führen – nur um festzustellen, dass er selbst alles andere als unschuldige Gefühle für die bekehrte Kurtisane hegt. Der ägyptische Exotismus und die berühmt-berüchtigte Tanzszene zu Ende des ersten Aktes, in der Thaïs verführerisch die Hüllen fallen lässt, bescherten dem 1894 uraufgeführten Werk seinen skandalösen Ruf. Doch trotz des großen Erfolges der überarbeiteten zweiten Version konnte sich THAIS nicht im Repertoire etablieren: Die extremen stimmlichen Anforderungen stellen selbst große Opernhäuser bis heute vor Besetzungsschwierigkeiten. Insbesondere die Titelrolle der Thaïs gilt als eine der anspruchsvollsten Sopranpartien der Operngeschichte, in der nur Ausnahmetalente unbeschadet brillieren.

Die junge australische Sopranistin Nicole Car ist eine der bedeutendsten Sängerinnen ihrer Generation. Mit ihrer ebenso bewegenden wie virtuosen Interpretation der Fiordiligi in COSI FAN TUTTE oder als Tatjana in EUGEN ONEGIN konnte sie diesen Ruf auch an der Deutschen Oper Berlin wiederholt bestätigen. Kein Wunder, dass selbst die Extrempartie der Thaïs bereits zu ihrem erprobten Repertoire gehört. Ihrem Ehemann Etienne Dupuis in der Rolle des Athanaël dürfte die Liebe zur schönen Hetäre umso leichter fallen. Die konzertanten Aufführungen von Massenets Meister-Sänger-Werk leitet der junge Australier Nicholas Carter, der seine internationale Karriere an der Deutschen Oper Berlin begann.

Premiere LAUT! Partizipative Jugendproduktion in der Tischlerei

Macht euch laut! In unserer neuen Jugendproduktion, die am 17. April Premiere hat, arbeiten 40 Jugendliche gemeinsam mit Künstler*innen daran, sich Gehör zu verschaffen. Und gleichzeitig das Zuhören zu erforschen. Wer hat eigentlich was zu sagen? Wie klingt das, was uns bewegt, und wem teilen wir es mit? (Vorstellungen auch am 18. und 19. April.)

Die Regie des Projekts liegt in den Händen von Jonas Egloff, der vor vier Jahren schon bei NEULAND zusammen mit den Jugendlichen eine sehr berührende, kraftvolle Aufführung auf die Bühne gebracht hat. Für die Musik zeichnet die junge Komponistin Misha Cvijovic verantwortlich.

Seit 2015 findet jedes Jahr eine transkulturelle partizipative Produktion statt: Jugendliche mit verschiedenen Hintergründen entwickeln wochenlang gemeinsam ein Musiktheaterstück, das sie am Ende in der Tischlerei aufführen.

Deutsche Oper Berlin/Barbier von Sevilla/ Foto © Matthias Horn

Besetzungs-Highlights: LUCIA DI LAMMERMOOR und IL BARBIERE DI SIVIGLIA

Unter dem Dirigat von Stefano Ranzani kehrt am 23. und 26. April die historische LUCIA DI LAMMERMOOR-Inszenierung von Filippo Sanjust aus dem Jahr 1980 zurück auf den Spielplan. Eine Ausstattung wie aus alten Reprint-Ausgaben, die ebenfalls vom Regisseur stammt, bildet den Rahmen für die Tragödie der jungen Lucia (Mihaela Marcu), die als Unterpfand von Militärallianzen verhandelt wird. Vittorio Grigolo dürfte in einer seiner Paraderollen, Edgardo, brillieren. An seine Seite stehen Noel Bouley als Enrico, Andrei Danilov als Arturo und Byung Gil Kim als Raimondo.

Ihre erste Rosina sang Cecilia Molinari im Jahr 2015 beim Rossini-Festival in Pesaro unter Leitung von Alberto Zedda, und als gern gesehener Gast interpretierte sie dort auch viele weitere Rossini-Partien ihres Faches. Gerade war sie als Marchesa Melibea in IL VIAGGIO A REIMS am Moskauer Bolshoi Theater sowie als Angelina in LA CENERENTOLA an der Nationale Opera & BalletAmsterdam zu erleben. In den Vorstellungen von IL BARBIERE DI SIVIGLIA am 25. und 29. April gibt sie ihr Hausdebüt als Rosina an der Seite von Thomas Lehman als Figaro, Matthew Newlin als Almaviva, Pablo Ruiz als Bartolo und Patrick Guetti als Basilio. Es dirigiert Matteo Beltrami.

 

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