Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel

Deutsche Oper Berlin: Alban Bergs Oper „WOZZECK“ hat am 5.10.2018 Premiere

Deutsche Oper Berlin -Donald Runnicles - Foto @ Bettina Stoess
Deutsche Oper Berlin – Donald Runnicles – Foto @ Bettina Stoess

Premiere von Alban Bergs WOZZECK unter musikalischer Leitung von Donald Runnicles und in der Regie von Ole Anders Tandberg am 5. Oktober 2018 um 19.30 Uhr in der Deutschen Oper Berlin.  Die Titelpartie übernimmt der dänische Bassbariton Johan Reuter.

 

Die Uraufführung von WOZZECK im Berlin des Jahres 1925 war eine Sensation. Obwohl diese Oper in vielem völlig anders war als alles, was man bislang gesehen hatte, begriffen die meisten Menschen intuitiv, dass dem Komponisten Alban Berg hier ein Werk gelungen war, das ihre eigene Welt spiegelte – eine Welt, in der Krieg, Revolution und Verelendung ein universelles Gefühl von Zukunftsangst, Unsicherheit und Verzweiflung hinterlassen hatten.

Das Neue, Richtungweisende an WOZZECK besteht ebenso in der Wahl der Geschichte wie in der Vertonung Bergs. Es war schon allein ein Wagnis, das erst 1913 uraufgeführte Dramen­fragment Georg Büchners auf die Opernbühne zu bringen. Eine Geschichte, in der ein Mensch die zentrale Rolle spielt, der ganz unten in der gesellschaftlichen Hierarchie steht, geisteskrank ist und zum Mörder wird, war für das Publikum eigentlich eine Zumutung. Das Einzige, was dem Titel­helden der Oper, Franz Wozzeck, zu Beginn noch Halt gibt, ist die Beziehung zu seiner Lebensgefährtin Marie. Als auch diese Sicherheit dadurch bedroht wird, dass Marie ihn betrügt, bringt Wozzeck zuerst sie, dann sich selbst um. Zurück bleibt beider Kind.

Obwohl die 26 Szenen, die der 1837 verstorbene Büchner hinterlassen hatte, keine genaue erzählerische Chronologie aufwiesen und eine Mischung zwischen brutalem Realismus und surrealen Alptraumszenen waren, wusste der damals erst 29 Jahre alte Alban Berg sofort, dass genau diese Geschichte ideal geeignet sein würde, um die erste Oper zu schreiben, in der die neue Kompositionstechnik seines Lehrers Arnold SchönbergVerwendung finden sollte. Diese Musik, die sich von der herkömmlichen Harmonielehre als Basis verabschiedet, war genau die richtige Grundlage, um die Perspektive eines Menschen zu schildern, der zwischen Wahn und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden kann und die Welt nicht versteht.

Bis heute gilt Bergs WOZZECK deshalb nicht nur als erste Oper der musikalischen Moderne, sondern ist in seiner musikdramatischen Eindringlichkeit auch ideal, um einen Zugang zur Musik von Berg, Schönberg und Webern, aber auch von vielen anderen Komponisten des 20. Jahr­hunderts zu finden.

Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel
Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel

An der Deutschen Oper Berlin, wo bereits in den sechziger Jahren die maßstabsetzende Ein­spielung der Oper unter Karl Böhm mit Dietrich Fischer-Dieskau in der Titelpartie entstand, liegt die Neuproduktion in den Händen von Generalmusikdirektor Donald Runnicles und des norwegischen Regisseurs Ole Anders Tandberg, der schon in seiner erfolgreichen Inszenierung von Schostakowitschs LADY MACBETH VON MZENSK suggestive Bilder für eine Welt zwischen grausamer Realität und expressionistischer, grotesker Übertreibung gefunden hat.

Die Titelpartie übernimmt der charismatische Bassbariton Johan Reuter, der als Jaroslav Prus in DIE SACHE MAKROPULOS u. a. bei den Salzburger Festspielen und an der Metropolitan Opera New York bestach, als Dr. Schön in LULU, ebenfalls an der Met, sowie als Fliegender Holländer (2008), als Barak (FRAU OHNE SCHATTEN, 2009) und als Nabucco (2013) in Premieren an der Deutschen Oper Berlin.

In der Partie der Marie kehrt Elena Zhidkova zurück an die Deutsche Oper Berlin, wo sie ihr Erstengagement hatte, bevor sie mit Partien wie Judith (HERZOG BLAUBARTS BURG), Charlotte (WERTHER), Ortrud (LOHENGRIN) und Eboli (DON CARLO) national und international in den großen Häusern gastierte.

Als Hauptmann, Andres und Doktor sind die bewährten und hoch geschätzten Ensemblemitglieder Burkhard UlrichMatthew Newlin und Seth Carico zu erleben.

 

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  • Titelfoto: Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel 

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