BÜRGENSTOCK FESTIVAL Winter 2020 – Spielfreude auf höchstem Niveau

Hotel Villa Honegg

BÜRGENSTOCK FESTIVAL Winter 2020

Besuchte Konzerte in Zürich, Villa Honegg Ennetbürgen und Winterthur 21./22./23. Und 26. Januar 2020

Was für eine unglaubliche Spielfreude entstehenden kann, wenn Weltklasse- Solisten, welche normalerweise die grössten Konzertsäle füllen, sich für eine Woche für eine Konzertserie zusammenfinden, konnte man am Bürgenstockfestival aufs Allerschönste erleben.

 

Andreas Ottensamer, der künstlerische Leiter des Festivals, hatte gemeinsam mit dem Pianisten José Gallardo für die Austragung der Winterkonzerte einmal mehr herausragende Solisten der Klassikwelt eingeladen. Dank der grosszügigen Unterstützung durch die Familie Frey, welche diese Festivals jeweils mit soviel Engagement überhaupt erst möglich macht, haben sich Yuja Wang, Klavier, Ray Chen, Violine, Thomas Hampson, Bariton, Maximilian Hornung, Violoncello und Roberto González-Monjas, Violine, zu einem einzigartigen Ensemble zusammengetan. Gemeinsam verbrachten sie eine inspirierende Woche in der traumhaft gelegenen Villa Honegg hoch über dem Vierwaldstättersee, wo auch vier der Konzerte jeweils am Abend stattfanden. Das Zusammenwirken dieser Klassikstars für eine ganze Konzertserie darf als absolut einmalig bezeichnet werden.

Gerade die verschiedenen Spielorte machen dieses Festival besonders attraktiv.

Bürgenstock Festival/Kaufleuten Zürich/Foto©Michael Schmid

Angefangen hatte es in Zürich im Kaufleuten-Konzertsaal, einer trendigen Lokalität mitten in Zürich. Hier spielte man vor ausverkauftem Saal und hatte dadurch auch ein junges Publikum gewonnen, welches auf diese Weise auch den Zugang zur klassischen Musik finden kann.

Die sieben Solisten sassen alle gemeinsam auf dem Podium und traten in verschiedensten Kombinationen auf. Sie wirkten locker und hatten offensichtlich auch mit dem Publikum viel Spass. Andreas Ottensamer ist nebst einem Musiker auch ein sehr gewandter Moderator und versteht es, mit Humor das Publikum zu unterhalten.

An diesem Abend kamen Werke von Ludwig van Beethoven, Darius Milhaud, George Gershwin, Cole Porter, César Franck, Franz Schubert, Frédéric Chopin und Antonín Dvořák zur Aufführung. Schon hier zeigte sich, dass sich alle Musiker untereinander bestens verstehen und sich gegenseitig anfeuern. Es würde zu weit führen, alle diese herrlichen Darbietungen zu beschreiben. Es wurde auf derart hohem Niveau musiziert und gesungen, dass man schon den ersten Konzertabend begeistert verliess.

Villa Honegg /©Foto Marco Stücklin

In ganz anderem Rahmen fanden dann die Konzerte im eleganten Hotel Villa Honegg statt. Hier oben, hoch über dem Vierwaldstättersee mit herrlichster Aussicht auf die Berge, befindet man sich in einem ganz intimen Rahmen für max. 80 Personen und geniesst die Nähe zu den Solisten.

Am ersten Abend wurden Werke von Ludwig van Beethoven, Darius Milhaud, George Gershwin, Cole Porter, César Franck, Franz Schubert, Frédéric Chopin, Max Bruch und Maurice Ravel gespielt. Thomas Hampson, welcher an diesem Abend nicht auftrat, befand sich ebenfalls im Saal und genoss dieses Konzert zusammen mit dem übrigen Publikum. Aus der Nähe zu den Solisten konnte man besonders gut miterleben, wie viel Freude Ihnen dieses Musizieren bereitete.

Villa Honegg/© Michael Schmid

Der zweite Honegg-Abend war Ludwig van Beethoven gewidmet. Das «Gassenhauer Trio» für Klarinette, Cello und Klavier erklang vor der berühmten «Kreutzer- Sonate». Dazwischen kam man in den Genuss einer Auswahl der «Zigeunermelodien» von Antonín Dvořák, welche von Thomas Hampson interpretiert wurden und im Zusammenspiel mit den anderen Solisten für einen weiteren Höhepunkt sorgten. Was für eine Energie das gemeinsame Musizieren den Künstlern verleiht, war im Raum förmlich spürbar.

Am Sonntag fand dann im Stadthaus Winterthur als Abschluss dieses Festivals ein weiteres Konzert statt. Hier dann wieder in einem grösserem Rahmen mit ca. 500 Besuchern.

Stadthaus Winterthur/©Foto Marco Stücklin

Andreas Ottensamer und Yuja Wang spielten von Johannes Brahms die «Sonate für Klarinette und Klavier f-Moll», gefolgt von der «Kreutzer Sonate», gespielt von Ray Chen und José Gallardo. Nach der Pause folgte die herrliche «Suite für Klarinette, Violine und Klavier» von Darius Milhaud. Andreas Ottensamer, Roberto González-Monjas und José Gallardo spielten dieses lebhafte Stück. Anschliessend erklang die «Suite für zwei Violinen und Klavier» von Moritz Moszkowski. Mit Ray Chen, Roberto González-Monjas und José Gallardo ein wahres Feuerwerk. Die grossartige Yuja Wang spielte dann zwei Werke von Bach und Skrjabin und beschloss damit den offiziellen Teil des Konzertes. Das begeisterte Publikum entliess die Solisten jedoch nicht ohne 3 Zugaben und als am Ende alle Solisten gemeinsam auftraten und voller Lebensfreude einen Csardas spielten, war die Standing Ovation mehr als verdient.

Es gibt nach diesen herrlichen Konzerten, wo jeder der Beteiligten einfach wunderbar gespielt und sein ganzes Können bewiesen hatte und wo unter den Freunden grosse Harmonie festzustellen war nur ein Wort: Beglückend!

Im Sommer finden wieder drei Konzerte im Rahmen des Bürgenstockfestivals statt. Wer dabei sein will, sollte sich rechtzeitig die Karten sichern.

 

  • Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Bürgenstock – Festival
  • Titelfoto: Kaufleuten Zürich Foto©Michael Schmid /José Gallardo, Maximilian Hornung, Ray Chen, Yuja Wang, Roberto González-Monjas, Thomas Hampson, Andreas Ottensamer

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