Staatsoper Berlin: Februar – Kammeropernmonat an der Staatsoper mit einem Giftmord an Mozart, einer mysteriösen Geistergeschichte, einem Tristan-undIsolde-Mythos sowie einer Elektronik-Oper

Staatsoper Berlin / THE TURN OF THE SCREW / FOTO: MONIKA RITTERSHAUS    / Sónja Grané (Flora), Thomas Lichtenecker (Miles), Emma Bell (Governess)
Staatsoper Berlin / THE TURN OF THE SCREW / FOTO: MONIKA RITTERSHAUS / Sónja Grané (Flora), Thomas Lichtenecker (Miles), Emma Bell (Governess)

Nach der Premiere von »MORD AN MOZART – EINE RELATIVE VERNICHTUNGSTHEORIE« am 28. Januar, einem Musiktheaterabend ausgehend von Nikolai Rimsky-Korsakows Krimi-Kammerspiel »Mozart und Salieri«, steht auch der Februar ganz im Zeichen der Kammeroper:


Dunkle Geheimnisse und Spannung, der Blick in seelische Abgründe, große Ideen auf engem Raum, dazu eine außergewöhnliche atmosphärische Dichte – Oper kann kaum intensiver erlebt werden als im Kammerformat: nahe bei den Charakteren, konzentriert und pointiert. Eine französische Version des Tristan-und-Isolde-Mythos, eine mysteriöse Geistergeschichte und ein rätselhaftes »Raum-Zeit-Musiktheater« stehen im Februar im großen Haus sowie auf der Werkstattbühne auf dem Programm.

Ab 31. Januar ist Claus Guths psychologisch feinsinnige Inszenierung von Benjamin Brittens »THE TURN OF THE SCREW« an sechs Abenden wieder zu erleben (31. Januar | 3., 6., 10., 17. und 20. Februar).
Die Hauptrolle der Governess singt bei der Wiederaufnahme erstmals die international gefeierte schwedische Sopranistin Maria Bengtsson. Basierend auf der gleichnamigen Nouvelle von Henry James erzählt diese Kammeroper die Geschichte einer jungen Frau, die den Auftrag bekommt, sich auf einen englischen Landsitz zu begeben, um sich dort um die Erziehung der zwei Waisen Flora und Miles zu kümmern. Was sie dort erfährt, führt sie in ein tiefes Labyrinth aus Täuschung und Verführung. Der Bewegung einer permanenten Drehung der Schraube gemäß, werden die Geschehnisse zunehmend undurchsichtig.  Bühnenbildner Christian Schmidt hat dazu einen Raum geschaffen, der die zunehmende Orientierungslosigkeit visuell greifbar macht. Eine Inszenierung, die in ihrer gespannten, dichten Atmosphäre an die Filme David Lynchs erinnert.

Auch der Mythos um die Liebenden Tristan und Isolde lebt im Februar auf der Bühne des Schiller Theaters wieder auf. In achtzehn Bildern erzählt Frank Martins weltliches Oratorium »LE VIN HERBÉ / DER ZAUBERTRANK« von der Überfahrt von Irland nach Cornwall bis hin zu beider Tod. In der Rolle der Iseut la Blonde (Isolde) ist wie bei der Premiere Anna Prohaska zu erleben.
Die Schauspiel- und Opernregisseurin Katie Mitchell verlegt das Stück in eine französische Großstadt des Jahres 1942 und situiert die Aufführung als »Spiel im Spiel« in ein von Alliierten zerbombtes Theater. Dort führt ein Ensemble das Oratorium in Gedenken an die 2.000 Toten der jüngsten Bombenangriffe auf – mit einfachsten Mitteln, die magische Theatermomente entstehen lassen. Vorstellungen am: 5., 11., 15. und 19. Februar.

Abgerundet wird der Kammeropernmonat mit der Premiere von Hèctor Parras »ZANGEZI« –  einem Musiktheater für Schauspieler, Sopran und Elektronik. Für seine 2007 uraufgeführte elektronische Komposition entwickelte der katalanische Komponist eine Struktur, welche sich aus hunderten Aufnahmen von Klängen speist: Vogelgesänge, Glottisschläge, weibliche und männliche Stimmen, schlagzeugartige Klänge aus Fabriken und der Metallindustrie werden transponiert, gebrochen, resynthetisiert und zu einem dreidimensionalen Klangerlebnis verräumlicht. Auf Grundlage der »Übererzählung Zangezi« des russischen Futuristen Velimir Chlebnikovs geht es um Utopien des Menschen, in einer zunehmend technisierten Welt und, um die Suche nach einer allverbindlichen mathematisch begründeten Weltformel. Die Sopranstimme wird verkörpert von der jungen Portugiesin Sónia Grané, die ebenfalls als Flora in »The Turn of the Screw« zu hören ist. Premiere: 12. Februar, weitere Vorstellungen am 14., 18., 19., 21. und 23. Februar.

Für Freunde der Kammeroper bietet die Staatsoper ein Aktionsangebot an: Beim Kauf von zwei Karten und mehr in den ersten drei Preisgruppen für Vorstellungen der Produktionen »Mord an Mozart – Eine relative Vernichtungstheorie«, »The Turn of the Screw«, »Le vin herbé / Der Zaubertrank« und »Zangezi« wird ein Rabatt von 50 % auf den gesamten Kartenwert gewährt.

Zu den Premierenserien von »Mord an Mozart – Eine relative Vernichtungstheorie« und »Zangezi«  findet jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn eine Werkeinführung statt.

Homepage Staatsoper Berlin

*Titelfoto: Staatsoper Berlin im Schillertheater / Foto: Thomas Bartilla / Foto by Presse@Staatsoper Berlin

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