Sinfonieorchester Basel: „Messa da Requiem“ / Giuseppe Verdi

Foto ©Daniel Nussbaumer

Die neue Konzertsaison des Sinfonieorchesters Basel startete mit einem außergewöhnlichen Projekt. Zusammen mit den Chören der Gymnasien Muttenz und Liestal führte man eines der eindrücklichsten Werk von Giuseppe Verdi auf. Die „Messa da Requiem“ gehört zu den Meisterwerken des Komponisten und erfordert ein perfektes Zusammenspiel zwischen Orchester, Solisten und Chören. (Konzert v. 26.08.22/Stadtcasino Basel)

 

Bereits 2020 war geplant, dieses wunderbare Werk mit Schülern der beiden Gymnasien aufzuführen. Jedoch musste die Realisierung des Projekts wegen Corona mehrmals verschoben werden. Umso grösser war die Freude, dass nun die Musiker/innen und der Chor endlich auf der großen Konzertbühne stehen und ihre lange geprobte Arbeit präsentieren konnten.

Der für die Aufführung vorgesehene Dirigent musste wegen Erkrankung seine Teilnahme absagen. An dessen Stelle übernahm kurzfristig und spontan der junge und bereits international etablierte Leonardo Sini die Leitung dieses Großprojekts. Mit viel Energie liess er die Aufführung zu einem außerordentlichen Erlebnis werden.

Über 150 junge Schüler/innen boten auf der Bühne ein eindrückliches Bild. Was hier von den Chorleitern erarbeitet wurde, verdient großen Respekt. Wie schön zu erleben, wie junge engagierte Menschen gemeinsam an diesem Projekt gearbeitet und es zum Erfolg geführt haben.

Unter dem gemischten Publikum waren überdurchschnittlich viele junge Menschen und deren Angehörige zu erkennen, von denen gewiss etliche zum ersten Mal in einem großen Konzertsaal waren. Mit seiner einführenden kurzen Rede betonte der künstlerische Direktor Hans-Georg Hofmann besonders die großartige Leistung der beiden Chöre und den trotz mehrmaliger Verzögerungen ungebrochene Durchhaltewillen der jungen Sänger/innen. Wünschenswert wäre gewesen, wenn dabei auch erwähnt worden wäre, dass die Aufführung eines Requiems nicht durch Zwischenapplaus unterbrochen werden sollte. Da diese Bemerkung fehlte, liess das vorwiegend junge Publikum auch zwischendurch seiner Begeisterung freien Lauf.

Was die beiden Chöre an Präzision und Wohlklang darboten, darf uneingeschränkt als hervorragend bezeichnet werden. Die Leistung zeugt von einer präzisen Führung durch die Probenarbeit, welche die jungen Leute beflügelt und zusammen geschweisst hat.

Foto ©Daniel Nussbaumer

Das Solistenquartett setzte sich aus der Sopranistin Susanne Bernhard, der Mezzosopranistin Stefanie Irányi, dem Tenor Sung Min Song und dem Bass Tilmann Rönnebeck zusammen, welche ausgezeichnet harmonierten und ihre Partien emotionsvoll interpretierten.

Das Sinfonieorchester Basel zeigte sich in bester Verfassung und imponierte durch seinen vollen Einsatz für diese außergewöhnliche Aufführung. Gewiss auch für die Musiker eine interessante Erfahrung.

Das Stadtcasino Basel ist bekannt für die ausgezeichnete Akustik des Saals. Allerdings war diese durch den zeitweise fast zu hohen Klangpegel von Orchester zusammen mit dem sehr großen Chor überfordert. Dies schmälerte aber die Begeisterung des Publikums nicht, welches am Ende des Konzerts, besonders aus den Reihen des jungen Publikums, die Musiker mit Bravorufen und Jubel feierte, wie man es in diesem Saal ganz selten erlebt.

Bleibt zu hoffen, dass das Erlebnis dieses Abends viele der jungen Besucher/innen angeregt hat, sich auch künftig mit der klassischen Musik auseinanderzusetzen und so das Publikum der Zukunft sein wird.

 

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