Mit der Musik die Seele erreicht – Arcadi Volodos erhält den Preis des Klavier-Festivals Ruhr und eröffnet den Konzertreigen in Mülheim

Volodos Arcadi und Ohnesorg/ Foto: Frank Mohn/KFR
Volodos Arcadi und Ohnesorg/ Foto: Frank Mohn/KFR

Seelenlandschaften voller Kraft und Zartheit – so beschrieb der Intendant des Klavier-Festivals Ruhr, Franz Xaver Ohnesorg, den Eindruck des Konzerts, mit dem der russische Pianist Arcadi Volodos die Klavier-Festival-Saison 2016 eröffnete. In der Stadthalle Mülheim überreichte ihm Ohnesorg am Freitag, 15. April, den Preis des Klavier-Festivals Ruhr. Er dankte dem Künstler für seine langjährige Treue zum Festival.
Dem Schwerpunkt des diesjährigen Pianistentreffens im Ruhrgebiet folgend, hatte Volodos ein Programm mit Werken von Johannes Brahms gespielt. „Er spielt sonst nirgendwo einen reinen Brahms-Abend, bei uns schon“, würdigte Ohnesorg die Bereitschaft des weltweit gefeierten Pianisten, sich für das Festival auf neue Programme einzulassen. Volodos spielte schon zwei Jahre nach seinen Aufsehen erregenden Debüts in New York und London 1998 erstmals beim Klavier-Festival Ruhr, wo er nun zum 15. Mal gastierte.

Zu Beginn des Konzerts begrüßte Thomas A. Lange, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Klavier-Festival Ruhr, das Publikum in der nahezu ausverkauften Mülheimer Stadthalle. Er erinnerte an die Gründung der Stiftung vor fünf Jahren und an das zehnjährige Bestehen der „Little Piano School“, eines Education Projekts für Zwei- bis Sechsjährige. Das Festival biete so nicht nur hochklassige Veranstaltungen, sondern führe auch Kinder an die Musik heran, die diese Chance sonst nicht geboten bekämen. Dass die „Little Piano School“ zehn Jahre bestehe, stelle unter Beweis, wie nachhaltig das Festival im Wirken für kommende Generationen arbeite. Lange sprach anstelle des beruflich verhinderten Schirmherrn des diesjährigen Festivals, Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, die zugleich Hauptsponsor des diesjährigen Festivals ist.

Christina Kampmann, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, überbrachte die Glückwünsche von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Sie zitierte Arcadi Volodos mit dem Satz: „Alles Musikalische beginnt mit der Liebe“. Kampmann würdigte den Initiativkreis Ruhr, Träger des Festivals, für sein gesellschaftliches und kulturelles Engagement. Es zeige, dass sich die im Initiativkreis zusammengeschlossenen Unternehmen als „wichtigen Teil einer starken Gemeinschaft in der Region“ verständen. Das Klavier-Festival bereichere die Kulturlandschaft in Nordrhein-Westfalen, weil es ihm gelinge, die Spitze der Klaviermusik im Ruhrgebiet zu konzentrieren und für das Publikum erlebbar zu machen.

Volodos selbst ergriff nach der Verleihung des Preises selbst das Wort und dankte für die „große Ehre“ und die „lange, angenehme Zusammenarbeit“. Beim Publikum bedankte er sich mit vier Zugaben für den herzlichen Beifall.

Seine Laudatio auf den Preisträger im Programmheft hatte der Musikjournalist Manuel Brug „mit Poesie und Pranke“ überschrieben. Er würdigte Volodos für seine „exorbitante Geschicklichkeit, fulminante Schnelligkeit und mühelose Virtuosität“. Brahms erscheine unter den „heilenden Händen“ von Volodos in „südlichem Licht“, klar strukturiert und warm klingend.

Den Preis des Klavier-Festivals Ruhr hat Franz Xaver Ohnesorg für den Initiativkreis Ruhr ins Leben gerufen, um außerordentliche künstlerische Leistungen zu ehren. Der Ehrenpreis wird durch die Stahlplastik „Diapason“ des Düsseldorfer Bildhauers Friederich Werthmann symbolisiert. Mit dem Preis verbindet sich ein Stipendium, das der Geehrte an einen jungen Pianisten seiner Wahl vergeben kann.

Die Auftritte international bedeutender Pianisten beim Klavier-Festival Ruhr setzt am Montag, 18. April, Evgeny Kissin fort. Er spielt gemeinsam mit Julian Rachlin (Violine) und Mischa Maisky (Violoncello) Werke von Schubert und Tschaikowsky.

Für das Konzert in der Philharmonie Essen sind noch wenige Restkarten erhältlich. Es gibt sie bei den bekannten Vorverkaufsstellen, über die Tickethotline (01806 – 500 80 3, 0,20 € pro Anruf aus dem dt. Festnetz, Mobil max. 0,60 € pro Anruf) oder direkt und platzgenau im Internet unter www.klavierfestival.de.

*Titelfoto: Arcadi Volodos / Foto: Frank Mohn/KFR

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