Gefeiertes Gastspiel von Staatsoper Unter den Linden, Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim in Buenos Aires

DANIEL BARENBOIM IN DER STAATSOPER UNTER DEN LINDEN/ Foto @ Christian Mang
Daniel Barenboim in der Staatsoper Unter den Linden/ Foto @ Christian Mang

Gefeiertes Gastspiel von Staatsoper Unter den Linden, Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim in Buenos Aires, mit über 20.000 Besucherinnen und Besuchern im Teatro Colón und im Centro Cultural Kirchner (CCK)

 

Mit der heutigen ausverkauften Vorstellung von Richard Wagners TRISTAN UND ISOLDE im traditionsreichen Teatro Colón endet das erfolgreiche Opern- und Konzertgastspiel der Staatsoper Unter den Linden und der Staatskapelle Berlin unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim in Buenos Aires. Insgesamt zogen die ausverkauften Opernvorstellungen (11., 14., 18. und 22. Juli) und Konzerte (13., 15., 17., 19. und 20. Juli) im Teatro Colón und im Centro Cultural Kirchner (CCK) über 20.000 Besucherinnen und Besucher an. Mehr als 10.000 Menschen kamen außerdem am Samstagnachmittag (21. Juli) zum kostenloste Open-Air-Konzert der Staatskapelle Berlin mit Daniel Barenboim auf dem Plaza de Vaticano neben dem Teatro Colón.

Die Vorstellungen von TRISTAN UND ISOLDE in der Inszenierung von Harry Kupfer, die im Jahr 2000 Premiere an der Staatsoper feierte und auch während der Zeit im Schiller Theater zu sehen war, wurden mit stehenden Ovationen vom argentinischen Publikum bedacht und von der Presse gefeiert. Die Titelpartien sangen Peter Seiffert sowie Anja Kampe (11. und 14. Juli) und Iréne Theorin (18. und 22. Juli). Zum weiteren Ensemble gehörten Angela Denoke (Brangäne), Boaz Daniel (Kurwenal), Kwangchul Youn (König Marke), Gustavo López Manzitti (Melot), Adam Kutny (Ein Steuermann) und Florian Hoffmann (Stimme eines jungen Seemanns/Ein Hirt). Darüber hinaus sang der Chor des Teatro Colón.

Im Rahmen dieser Tournee dirigierte Daniel Barenboim erstmals in seiner Heimatstadt Buenos Aires eine Oper. Die argentinische Tageszeitung La Nación schrieb unter der Überschrift »Die Glorie Barenboims im Colón« über diesen historischen Moment: »Ein unvergessliches ästhetisches Erlebnis.« Barenboim verstehe wie niemand, die Geheimnisse der wagnerischen Kunst zu entziffern. Dies sei auch nur mit der Staatskapelle Berlin erreichbar.

Während seines Aufenthalts in Buenos Aires wurde Daniel Barenboim außerdem vom argentinischen Parlament für seinen Einsatz für die demokratischen und republikanischen Werte mit der »Mención de Honor Diputado Nacional Dr. Juan Bautista Alberdi« geehrt – überreicht von Argentiniens Vizepräsidentin Gabriela Michetti und Kulturminister Pablo Avelluto.

Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin Foto: Holger Kettner (Foto @ Homepage Staatsoper Berlin)
Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin Foto: Holger Kettner (Foto @ Homepage Staatsoper Berlin)

Daniel Barenboim: »Diese Gastspielreise nach Buenos Aires war etwas ganz Besonderes für mich! Schon als Kind habe ich Wilhelm Furtwängler im Colón erlebt, und jetzt habe ich mit 75 Jahren selbst mein Debüt als Operndirigent in meiner Heimatstadt, in diesem wunderbaren Theater, zusammen mit der Staatskapelle Berlin und einem tollen Sängerensemble gegeben. Im Teatro Colón TRISTAN UND ISOLDE zu dirigieren war ein bewegender Moment – die Akustik ist einzigartig, der Klang ist wie Samt. Auch die fünf Sinfoniekonzerte im 2015 eröffneten CCK, mit dem Buenos Aires einen exzellenten Konzertsaal gewonnen hat, waren eine große Freude. Ich bin wirklich sehr glücklich über diese Tournee und darüber, dass dieses besondere Gastspiel realisiert werden konnte.« 

Neben den Opernvorstellungen standen im Rahmen des Gastspiels auch sechs Sinfoniekonzerte der Staatskapelle Berlin, dirigiert von Daniel Barenboim, im ausverkauften CCK sowie unter freiem Himmel auf dem Plaza de Vaticano neben dem Teatro Colón auf dem Programm. Gespielt wurde zwei Mal der komplette Brahms-Zyklus (Sinfonie Nr. 1 und 2 am 13. und 17. Juli, Sinfonie Nr. 3 und 4 am 15. und 19. Juli) sowie »Images pour orchestre« von Claude Debussy und »Le Sacre de printemps« von Igor Strawinsky (20. Juli). Beim Open-Air-Konzert gaben die Staatskapelle Berlin und ihr Chefdirigent die Ouvertüre zu Rossinis »Il barbiere di Siviglia«, den 3. Satz aus der 3. Sinfonie von Brahms sowie den 4. Satz aus seiner Sinfonie Nr. 4 und als Zugabe die Polonaise aus »Eugen Onegin« von Tschaikowsky.

Die Konzerte sowie die zweite Vorstellung von TRISTAN UND ISOLDE am 14. Juli wurden aufgezeichnet und live im Internet gestreamt. Die Opernvorstellung wurde darüber hinaus im Radio de la Ciudad live übertragen. Die Konzerte am 13., 19. und 20.7.wurden live im Argentinischen Fernsehen gesendet.

»Für das ganze Haus war es ein außergewöhnlicher Kraftakt, gerade nach der Wiedereröffnungssaison im neuen (alten) Opernhaus Unter den Linden ein solch ausgedehntes Opern- und Konzertgastspiel auf die Beine zu stellen – eine solche Tournee hat es in dieser Form seit 10 Jahren nicht mehr gegeben. Die historische Dimension war vor Ort immer spürbar, auch weil wir gemeinsam mit Daniel Barenboim in seiner Geburtsstadt sein Operndebüt feiern konnten. Im Teatro Colón und im CCK konnte die Staatskapelle Berlin all ihr Können ausspielen und hat Klangwunder vollbracht. Das Zusammenwachsen aller auf solch einer Reise Beteiligten, die Erfahrungen auf vielfältigsten Ebenen sind für alle weiteren Vorhaben wichtig – wir freuen uns jetzt umso mehr auf die neue Spielzeit in Berlin«, so Intendant Matthias Schulz.

Mit der diesjährigen Tournee nach Argentinien ist die Staatsoper Unter den Linden erstmals seit zehn Jahren wieder mit einer Musiktheaterproduktion auf Reisen gegangen. Insgesamt waren rund 160 Beteiligte dabei: Neben dem Opernensemble, den Mitgliedern der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim sind zahlreiche Mitarbeiter der Staatsoper – u. a. aus den Bereichen Intendanz, Regie, Orchesterdirektion, Technische Direktion, Inspizienz, Licht, Requisite, Garderobe, Maske und Komparserie – mitgereist, um den Ablauf der Vorstellungen und der Konzerte zu gewährleisten. Das Bühnenbild für TRISTAN UND ISOLDE wurde für die Reise zusammen mit Bodenplatten, Bodentüchern, Hydraulikaggregat, Werkzeugen, Reparaturmaterialien, Farbe, Requisitencases, Kostümen und Perücken verladen und in drei Containern per Schiff nach Buenos Aires transportiert. Das Hauptelement des Bühnenbildes, der »gefallene Engel« mit einem Gesamtgewicht von ca. 1800 Kilogramm, wurde für den Transport in acht Teile zerlegt.

Auch in der kommenden Spielzeit stehen für die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim Konzertreisen auf dem Programm: Am 5. und 6. September 2018 sind sie zunächst mit Werken von Claude Debussy, Pierre Boulez und Igor Strawinsky in der Philharmonie de Paris zu erleben. Im November und Dezember 2018 geht es nach Sydney und Peking. Dabei erklingen im Sydney Opera House und im National Center for the Performing Arts in Peking u. a. die vier Sinfonien von Johannes Brahms. Im Mai 2019 sind die Staatskapelle und Daniel Barenboim in der Hamburger Elbphilharmonie und in der Dresdener Semperoper zu Gast.

Eine Aufnahme des Brahms-Zyklus‘, gespielt von der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim, erscheint im Sommer (24. August) als CD bei der Deutschen Grammophon und ist auf digitalen Musikplattformen bereits jetzt zu hören.

Staatsoper unter den Linden / Saalansicht/ Foto © Gordon Welters ( www.gordonwelters.com )
Staatsoper unter den Linden / Saalansicht/ Foto © Gordon Welters

Ausblick Auftakt Saison 2018/19 bis zum Ende des Jahres
Den Auftakt der Spielzeit 2018/19, die mit dem Begriff »Furchtlos« überschrieben ist, bildet das Eröffnungskonzert des Musikfests am 1. September, bei dem die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim mit Werken von Pierre Boulez und Igor Strawinsky zu erleben sind.
Am 16. September gibt es anlässlich des Saisonauftakts auf dem Bebelplatz eine Mitsingaktion mit Künstlern der Staatsoper. Am selben Abend steht in der Staatsoper mit der Wiederaufnahme von Richard Strauss’ DIE FRAU OHNE SCHATTEN in der Regie von Claus Guth die erste Vorstellung der Saison auf dem Programm.
Am 3. Oktober ist die Staatsoper Unter den Linden Gastgeber für den Festakt zur Deutschen Einheit.
Die Eröffnungspremiere der Spielzeit ist am 7. Oktober Luigi Cherubinis MEDEA, geleitet von Daniel Barenboim, in der Regie von Andrea Breth und mit Sonya Yoncheva in der Titelpartie. Die erste Neuproduktion im Alten Orchesterprobensaal (vormals Neue Werkstatt) ist am 12. Oktober die Uraufführung von USHER mit Musik von Claude Debussy und Annelies Van Parys und in einer Inszenierung von Philippe Quesne, die im Rahmen des neuen Formats LINDEN 21 gezeigt wird.
Im November findet die erste Ausgabe der BAROCKTAGE statt, die sich dem Anfang und dem Ende des Barockzeitalters widmen. Neben einer Neuproduktion (Rameaus Tragédie lyrique HIPPOLYTE ET ARICIE) und zwei Wiederaufnahmen von Opern Monteverdis auf der großen Bühne umfasst das Programm eine Uraufführung im Apollosaal, 13 Konzerte, einen Round Table und diverse Führungen.

 

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