Emotionales Ukraine-Benefizkonzert im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Insgesamt kamen über 21000 EURO an Spenden zusammen, wie die NEUE PHILHARMONIE WESTFALEN nach dem gestrigen Benefizkonzert im MiR Gelsenkirchen bekannt gab. Die großzügige Spendenbereitschaft des Publikums kommt der Ukraine-Hilfe Berlin e.V. und dem Aktionsbündnis Katastrophenhilfe zugute. Zuvor erlebten die Konzertbesucher ein emotionales Konzert, welches aus 14 Musikstücken und je einem Gedichtvortrag und einem tänzerischen Vortrag bestand. Die Auswahl der Musik reichte von Udo Lindenbergs „Wozu sind Kriege da“ über Sting, Schostakowitsch, Korngold, Wagner, Rachmaninov und anderen bedeutenden Komponisten und endete mit Verdis großem Freiheitschor „Va, pensiero, sull’ali dorate“ aus seiner Oper Nabucco.

 

Noch bevor der Intendant des Gelsenkirchener MiR, Michael Schulz, und die OB-in der Stadt, Karin Welge ihre Ansprachen hielten, standen der Musicalsänger Alex Melcher und sein Sohn Jona auf der Bühne und sangen Udo Lindenbergs Anti-Kriegshymne „Wozu sind Kriege da“. „Keiner will sterben, das ist doch klar -wozu sind denn dann Kriege da?„. Dieser Vortrag bekam donnernden und zustimmenden Applaus. Erreichte er doch die Herzen, Gefühle und Wünsche der Menschen im vollbesetzten Gelsenkirchener Opernhaus.

Alle Mitwirkende kamen aus den Reihen des Gelsenkirchener Ensembles. Michael Schulz berichtete davon, dass die Initiative für dieses Benefizkonzert direkt aus den Reihen der Künstlerinnen und Künstler kam, die damit ein wichtiges und hörbares Zeichen setzen wollten.

Die Eintrittskarten wurden kostenlos ausgegeben, verbunden mit der Bitte um eine Spende. Wie Intendant Schulz in seiner empathischen Ansprache sagte, waren die verfügbaren Karten binnen 36 Stunden restlos vergeben.

Die Auswahl der Musikstücke umfasste ukrainische wie auch russische Meister ebenso, wie britische und amerikanische. Aber auch Erich Wolfgang Korngold, Richard Wagner und – wie oben bereits erwähnt – Giuseppe Verdi wurden mit ausgewählten Gesangsstücken interpretiert.

Die Neue Philharmonie Westfalen spielte unter der Leitung ihres GMD Rasmus Baumann Samuel Barbers gefühlvolles „Adagio for Strings“ und das Nodelman-Quartett das Largo und Allegro molto aus Dmitri Schostakowitschs 8. Streichquartett. Alle teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler wurden vom Publikum mit viel Applaus bedacht und erhielten am Ende Standing Ovations für dieses besondere Konzert.

Unter den teilnehmenden Künstlern waren auch drei ukrainische Sänger aus dem Opernstudio NRW. Für sie war dies sicher ein ganz besonders berührender Nachmittag. Dort auf der Bühne zu stehen und gleichzeitig im Herzen Angst, Sorge und Trauer für ihre Familien, Freunde, ihre Lieben und für ihr Volk zu empfinden. Demian Matushevskyi, Yevhen Rakhmanin und Oleh Lebedyev sei an dieser Stelle stellvertretend für alle ihre Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne ganz besonders gedankt.

Beim Herausgehen standen Mitarbeiterinnen des Theaters im Foyer und hielten jeweils zu Zweit Tücher auf, in denen sie die Spenden der Konzertbesucher sammelten.

Sichtlich beeindruckt und nachdenklich verließen die Menschen das Theater. Es herrschte eine Stille, wie sie sonst nach Konzerten oder Opernaufführungen nicht anzutreffen ist. Für Jede und Jeden war klar, dass dies ein ganz außergewöhnliches Konzert in einer sehr ernsten Zeit war. Aber alle – die Künstler/-Innen und das Konzertpublikum – waren vereint in der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und in dem gemeinsamen Wunsch nach Frieden. In der Ukraine, in Europa, in der Welt.

 

  • Artikel von Detlef Obens /Herausgeber DAS OPERNMAGAZIN
  • Alle Fotos @ Lioba Krause / Neue Philharmonie Westfalen

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