Dortmunder Philharmoniker modifizieren Programm für das 7. Philharmonische Konzert

Flagge der Ukraine

Konzert beginnt mit ukrainischer Nationalhymne

Aufgrund der völkerrechtswidrigen Invasion Russlands in die Ukraine haben die Dortmunder Philharmoniker das Programm der Situation angepasst. Der Titel für das Konzert entfällt. Zu Beginn des Konzerts wird die ukrainische Nationalhymne vom Orchester und Mitgliedern des Chores der Oper Dortmund dargeboten. Weiterhin auf dem Programm stehen das „Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23“ von Peter Tschaikowsky und „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky, instrumentiert für Orchester von Maurice Ravel. Gastpianist ist der junge Kit Armstrong. Wichtig ist der Orchesterleitung in diesem Zusammenhang, dass ein Boykott oder eine Verurteilung der russischen Kultur ebenso abgelehnt wird, wie Angriffe und Diskriminierungen russischer oder russischstämmiger Mitbürgerinnen und Mitbürger. Jedoch wird „Bilder einer Ausstellung nach „Die Hütte der Baba-Jaga“ unterbrochen und durch die Ouvertüre der Oper „Taras Bulba“ von Mykola Lyssenko ergänzt. Erst danach erfolgt „Das große Tor von Kiew“ in der Fassung Mussorgsky/Ravel.

 

Die Dortmunder Philharmoniker nehmen mit der Ouvertüre der Oper „Taras Bulba“ von Mykola Lyssenko einen Exponenten der ukrainischen Kultur ins Programm des 7. Philharmonischen Konzerts (15.+16.3.22). Lyssenko wuchs in einer Familie auf, die zur ukrainischen Erbaristokratie gehörte. Er studierte an der Charkower Universität Biologie, gleichzeitig nahm er privaten Musikunterricht. Seine offen deklarierte Anhänglichkeit zur ukrainischen Kultur brachte ihm oft Schikanen. Lyssenko arbeitete zwischen 1880 und 1891 an „Taras Bulba“. Sein Beharren auf der Verwendung der ukrainischen Sprache für Aufführungen aber verhinderten jegliche Produktionen zu seinen Lebzeiten.

Pianist Kit Armstrong /Foto @ Marco Borggreve

Wichtig ist den Dortmunder Philharmonikern aber auch, dass russische Komponisten keinesfalls für aktuelle Tagespolitik über 120 Jahre nach ihrem Ableben verantwortlich gemacht werden können. Eine pauschale Verurteilung der russischen Kultur und des russischen Volkes wird ebenso abgelehnt, wie der Überfall auf die Ukraine. Niemals darf ein ganzes Volk pauschal für einen verbrecherischen Eroberungskrieg einzelner politischer Kreise beschuldigt werden. Die Musikerinnen und Musiker der Dortmunder Philharmoniker stehen für Völkerverständigung, kulturellen Austausch und Annäherung sowie für ein Wirken gegen Gewalt, Propaganda und Hass.

Im Anschluss an das 7. Philharmonische Konzert werden die Musikerinnen und Musiker der Dortmunder Philharmoniker Barspenden sammeln und diese an das Deutsche Rote Kreuz weitergeben.

Das Konzert findet am Dienstag, 15.3.2022, und Mittwoch, 16.3.2022, jeweils um 20 Uhr im Konzerthaus Dortmund statt.

Spenden können auch direkt an das Deutsche Rote Kreuz überwiesen werden. Konto:
IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Nothilfe Ukraine

 

  • Titelfoto: Dortmunder Philharmoniker /Foto @ Jürgen Altmann
  • Pressemitteilung der Dortmunder Philharmoniker v. 08.03.2022

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