Tonhalle Zürich: Recital mit Benjamin Bernheim

Tonhalle Zürich/Recital Benjamin Bernheim/Foto: ©Fotomen

Im Rahmen der Konzertreihe Meisterinterpreten kam man an diesem Abend in den Genuss eines Recitals mit dem sympathischen Tenor Benjamin Bernheim und seiner Klavierpartnerin Edwige Herchenroder. (Konzert v. 22. Februar 2026)

 

 

Zu Beginn wandte er sich an das Publikum und gab seiner Freude Ausdruck, dieses Konzert in Zürich geben zu dürfen, verbindet ihn doch mit dieser Stadt, wo er seit etlichen Jahren lebt und mit der ihn eine ganz besondere Erinnerung verbindet. 2008/2009 wurde er im Internationalen Opernstudio am Opernhaus Zürich aufgenommen und war seit 2010 als Ensemblemitglied an diesem Haus zu erleben. Dies war der Anfang einer stetigen Weiterentwicklung seiner herrlichen Stimme und führt ihn an die ganz großen Bühnen in aller Welt. In Zürich konnte man ihn in vielen wichtigen Rollen erleben und er ist ein Liebling des Opernpublikums dieser Stadt.

Die Pianistin Edwige Herchenroder ist eine erfahrene Liederbegleiterin, welche auch als Korrepetitorin und künstlerische Assistenz bei Meisterkursen sehr beliebt ist. An diesem Abend traten die beiden Künstler das erste Mal gemeinsam auf.

Das Programm begann gleich mit der berühmten Arie „Je crois entendre encore“ aus Georges Bizet Oper „Die Perlenfischer“. Mit feinsten Nuancen ein Genuss. Drei Lieder von Henri Duparc „L‘invitation au voyage“, „Chanson triste“ und „Phidylé“ wurden mit viel Feingefühl und perfekter Diktion vorgetragen. Es folgte für Klavier Solo, Ernest Chausson’s Interlude d-Moll aus „Poème de l’amour et de la mer“ gefühlvoll interpretiert von  Edwige Herchenroder.

Peter Iljitsch Tschaikowsky‘s Arie des Lenski aus „Eugen Onegin“ „Kuda, kuda vî udalisis“ und Jules Massenet‘s Arie aus der Oper „Werther“ „Pourquoi me réveiller?“, beides Opern welche er im Opernhaus Zürich mit riesigem Erfolg gesungen hat, zeigten, warum Benjamin Bernheim heute zu den schönsten Stimmen seiner Generation gehört.

Mit der berühmten Arie „La fleur que tu m’avais jetée“ des Don José aus der Oper „Carmen“ begann der zweite Teil des Abends.

Tonhalle Zürich/Recital Benjamin Bernheim/Foto: ©Fotomen

Nicht oft kommt man in den Genuss, Lieder von Giacomo Puccini zu hören, welche eine andere Seite des für seine Opern in aller Welt geliebten Komponisten aufzeigen. „Mentia l’avviso“, „Terra e mare“, Solo e amore“ und „Morire?“ zeigen melodische Erfindungskraft und wurden teilweise in seine Opern integriert. Meisterhaft vorgetragen. Edwige Herchenroder spielte dann von Franz Liszt aus „Consolations no. 3.

Mit dem Chanson „Douce France“ von Charles Trenet, welches in der Zeit der deutschen Besatzung Frankreichs entstand und ein Versuch war, den Franzosen in dunkler Zeit die nationale Identität ins Gedächtnis zu rufen, zeigte sich Benjamin Bernheims Vielseitigkeit. Ihm gelingt es mühelos, auch in dieser Sparte restlos zu überzeugen. Es folgten Joseph Kosma‘s „Les feuilles mortes“. Die Musik stammt aus einer Ballettmusik welche Kosma komponiert hatte und dann mit dem Text von Jacques Prévert versehen, zu einem großen Erfolg wurde.

Wenn man von Chanson redet, dann kommt einem sofort Jacques Brel in den Sinn. Sein „Quand on n‘a que l‘amour“ aus dem Jahre 1956 war einer seiner großen Hits.

Man könnte dieser herrlichen Stimme von Benjamin Bernheim noch lange zuhören, gelingt es ihm doch, in jeder Hinsicht zu begeistern. Dieser Meinung war offensichtlich auch das Publikum, welches dem charmanten Sänger und seiner hervorragenden Klavierpartnerin mit Ovationen dankte. Da waren natürlich zwei Zugaben mehr als willkommen.

Mit „E lucevan le stelle“ dem Opernhit aus Puccinis „Tosca“ und „Dein ist mein ganzes Herz“ aus der Operette „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehar endete dieses großartige Konzert.

 

  • Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Titelfoto: Tonhalle Zürich/Recital Benjamin Bernheim/Foto: ©Fotomen 
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