Sinfonieorchester Basel: Konzert „Kontraste“

Sinfonieorchester Basel /Konzert „Kontraste“/Robert Treviño/ Foto: Bettina Matthiessen

Mit „Kontraste“ bot das Sinfonieorchester Basel unter der Leitung des amerikanischen Dirigenten Robert Treviño ein interessantes Programm. (Rezension des Konzerts v. 17. Dezember 2025 im Stadtcasino Basel)

 

 

Virtuos!

Zu Beginn erklang das wunderbare „Adagio for Strings“ des amerikanischen Komponisten Samuel Barber aus dem Jahre 1938. Ursprünglich wurde das Werk im Jahre 1936 als Streichquartett op. 11 komponiert. Dessen mittlerer Satz hat Arturo Toscanini dermaßen gefallen, dass er eine Orchestrierung angeregt hatte. Zwei Jahre später entstand die Fassung für Streichorchester. Als Filmmusik in Platoon, sowie als Trauermusik für die zwei Präsidenten Roosevelt und Kennedy erlangte das Werk einen hohen Bekanntheitsgrad. Robert Treviño führte das Orchester mit viel Feingefühl durch dieses emotionale Musikwerk. Der Klang der Streicher war vorzüglich und berührend.

Nicht oft gibt es eine Gelegenheit, Fagott und Klarinette gemeinsam in einem Konzert solistisch zu erleben. Mit Richard Strauss „Duett Concertino“ für Klarinette, Fagott, Harve und Streichorchester, aus dem Jahre 1947 konnte man ein solches Werk, auf höchstem Niveau gespielt, genießen. Durch ein Märchen von Hans Christian Andersen inspiriert, lässt Richard Strauss die Klarinette als tanzende Prinzessin und das Fagott als den tapsigen Bären, der die Prinzessin erschreckt, erklingen.

Sinfonieorchester Basel /Konzert „Kontraste“/Rossana Rossignoli, Benedikt Schobel/Foto: Bettina Matthiessen

Die Anforderungen an die beiden Solisten sind groß und bedingen absolute Beherrschung der Instrumente. Beide Solisten sind Mitglieder des Sinfonieorchesters Basel. Rossana Rossignoli, Klarinette und Benedikt Schobel, Fagott boten eine Glanzleistung ihres Könnens. Man erlebte eine humorvolle und beeindruckende Aufführung dieses speziellen Werkes von Richard Strauss.

Das Publikum zeigte sich begeistert und wurden mit einer Zugabe belohnt, welche abermals die Virtuosität der beiden Solisten aufs schönes bestätigte. Die „Disco-Toccata“ von Guillaume Connesson.

Nach der Pause stand die 1.Sinfonie von Edward Elgar aus dem Jahre 1908 auf dem Programm. Als Elgar diese Sinfonie komponierte, standen das britische Königreich samt den Kolonien auf dem Zenit der Macht. Das kommt in dieser gewaltigen Sinfonie aufs schönste zum Ausdruck. Nach dem Andante im ersten Satz wird man von majestätischen Klängen, gefolgt von einem herrlichen Scherzo und einem mitreißenden Finale in den Bann gezogen.

Damit diese Spannung während der ganzen 50 Minuten durchgehalten werden kann, müssen das Orchester und sein Dirigent zu einer Einheit verschmelzen. Genau dies ist dem Dirigenten Robert Treviño bestens gelungen. Voller Energie, genau so wie es die Komposition erfordert, leitete er das großartige Sinfonieorchester Basel. Der Jubel des Publikums war absolut verdient.

 

  • Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Sinfonieorchester Basel 
  • Titelfoto: Sinfonieorchester Basel /Konzert „Kontraste“/ Foto: Bettina Matthiessen
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