OperAvenir: Abschlusskonzert v. 24. Juni 2021 / Theater Basel

Theater Basel/Großes Haus/ Foto @ Sandra Then
Theater Basel/Großes Haus/ Foto @ Sandra Then

Den Abschluss einer auch für das Opernstudio OperAvenir außergewöhnlichen Saison bildete das Konzert mit den Sängerinnen und Sängern dieser erfolgreichen Institution. Wie der Leiter und Pianist HÉLIO VIDA erklärte, konnte trotz der Pandemie vieles durchgeführt werden und nebst Meisterklassen, Coachings und vielen Proben auch Auftritte in diversen Opern und Konzerten stattfinden. Das ermöglichte den OperAvenir-Teilnehmern, diese Zeit besonders intensiv zu erleben. An diesem Abend hatten die jungen Sängerinnen und Sänger Gelegenheit, mit einem sehr anspruchsvollen Programm ihr Talent unter Beweis zu stellen. 

 

 

Zum Aufklang des Abends wurde ein Terzett aus der Oper „Le nozze di Figaro“ von W.A. Mozart dargeboten, welches die stimmliche Harmonie der Sängerinnen und Sänger erkennen liess. Es sangen KALI HARDWICK, STEFANIE KNORR und KYU CHOI.

Gleich danach einen ganz mutigen Auftritt des Tenors ALEX BANFIELD, welcher die bekannte und sehr schwierige Arie “Ah, mes Amis!” aus der Oper “La fille du régiment” von Gaetano Donizetti sang. Mit seiner angenehmen Stimme und den gut erreichten Höhen konnte er das Publikum überzeugen. 

OperAvenir/Abschlusskonzert/25.6.21

Im Anschluss darauf boten die Mezzosopranistin ENA PONGRAC und die deutsche Sopranistin STEFANIE KNORR eine hervorragende Interpretation des Duetts „Mir ist die Ehre widerfahren“ aus Richard Strauss „Der Rosenkavalier“. Von zwei jungen Sängerinnen gesungen, wirkte dieses Duett besonders frisch und man staunte über die Harmonie der beiden Stimmen.

Mit dem Duett “Io so ch’hai buon core” aus Rossini’s “La scala di seta” konnten die Sopranistin KALI HARDWICK und der südkoreansiche Bariton KYU CHOI mit Witz und Schalk und starken Stimmen punkten.

STEFANIE KNORR präsentierte danach die Arie „Tornami a vagheggiar“ aus „Alcina“ von G.F. Händel. Auch diese Arie ist ausserordentlich anspruchsvoll und fordert die ganze Palette von Koloraturen. Dass viel an diesem Auftritt gearbeitet wurde, zeigte die gute Leistung der Sängerin eindrücklich.

Humorvoll ging es dann weiter mit dem Terzett „A la faveur de cette nuit obscure“ aus „Le comte Ory“ von Rossini. ALEX BANFIELD, KALI HARDWICK und ENA PONGRAC sangen dieses nicht sehr oft zu hörende Stück mit herrlichem Schalk und feinen Nuancen. 

Einen ganz starken Auftritt vor der Pause hatte der Bariton KYU CHOI mit “È sogno? O realtà” aus der Oper “Falstaff” von Giuseppe Verdi. Seine Stimme hat ein großes Volumen und seine Diktion ist perfekt. Nach der Pause dann das große Duett aus “Il barbiere di Siviglia” von Rossini mit KYU CHOI und ALEX BANFIELD. Herrlich, wie diese beiden jungen Sänger dieses Duett präsentierten und stimmlich bestens harmonierten. 

KALI HARDWICK nutzte Ihren Soloauftritt für die Wiedergabe der großen Arie “O luce di quest’anima” aus Donizetti’s “Linda di Chamounix”. Ein Bravourstück  jeder Sopranistin, welches die Sängerin auch bravourös meisterte.

OperAvenir/Abschlusskonzert/25.6.21

Ganz selten hört man das Duett “Doute de la lumière” aus der Oper “Hamlet” von Ambroise Thomas. Was für eine herrliche Musik. KYU CHOI und STEFNIE KNORR fanden mit ihren schönen Stimmen genau den richtigen, feinen und gefühlsvollen Ausdruck, welchen dieses Duett erfordert. 

Georges Bizet gelang mit der Oper “Les pêcheurs de perles” ein sehr beliebtes Werk. Daraus sangen ALEX BANFIELD und KALI HARDWICK das Duett “Ton coeur n’a pas compris le mien”. Auch hier harmonierten die Stimmen unglaublich gut und boten eine sehr überzeugende Interpretation. Mit dem Quintett “Che lieto giorno” aus “La finta giardiniera” von W.A. Mozart wurde das Programm beschlossen.

OperAvenir/Abschlusskonzert/25.6.21

All dies wäre nicht möglich gewesen, ohne die absolut hervorragende Leistung des Pianisten HÉLIO VIDA. Jedes einzelne Werk des Abends spielte er mit Herzblut und bot den Sängerinnen und Sängern die beste Begleitung. Nach einem Jahr seines Wirkens für das OperAvenir Studio darf festgestellt werden, dass für diese Aufgabe kein passenderer Musiker hätte gefunden werden können. 

Das Publikum bedankte sich nach den einzelnen Vorträgen mit Bravorufen und sang beim Happy Birthday für STEFANIE KNORR, welche an diesem Tag Geburtstag feierte, kräftig mit. 

In der kommenden Saison wird es mit dem Opernstudio OperAvenir wieder viel zu hören und sehen geben, sodass den in Basel wohnenden Opernfreunden ein Abo für diese Veranstaltungen sehr empfohlen werden kann. 

 

 

  • Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN – CH
  • Operavenir
  • alle Fotos @ Marco Stücklin

 

 

 

 
 
 

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