Basel: Arienabend mit Patricia Petibon und dem La Cetra Barockorchester Basel – Von Gefühlen überwältigt

Unter dem Titel „La Traversée“ haben die französische Sopranistin Patricia Petibon und das La Cetra Barockorchester Basel ein Arienprogramm zusammengestellt, welches außer in Basel auch in Dresden, Paris und Lissabon zur Aufführung gekommen war. Bei den ausgewählten Werken geht es um den Ausdruck verschiedenster Emotionen wie Eifersucht, Rache und Beziehungsspannungen. Das Programm wurde speziell für Patricia Petibon zusammengestellt, welche für ihre intensiven Interpretationen auf der Bühne und im Konzertsaal bekannt ist. (Konzert v. 16.06.2022)

 

Den Beginn machte Henry Purcell‘s „Strike the viol“. Bereits ihr Auftritt mit einer Vogelgezwitscher simulierenden Pfeife, ließ erahnen das dieser Abend außergewöhnlich wird. Mit dieser vor Euphorie trotzenden Arie , wurde der Kontrast zu den nachfolgenden höchst emotionalen Arien geschaffen. Es folgte „Passacaglia della vita“ von Stefano Landi, in welcher die Vergänglichkeit des Lebens besungen wird. Heftiger wurde es dann mit der Arie „Furie terribili“ aus der Oper „Rinaldo“ von Georg Friedrich Händel. Da erlebte man die Sängerin als die rasende Zauberin Armida in ihrem Element.

Mit der folgenden Arie „Try hand Belinda… When I am laid in earth“ von Herny Purcell zeigte sich die Sängerin wieder von der sehr emotionalen Seite. Der zweite Teil des Konzerts begann mit Jean Philipp Rameaus „Entrée de Polymnie“ aus „Le Boréades“ und der Arie „Cruelle mère des amours“ aus „Hippolyte et Aricie“.

Die Sopranistin beendete das Konzert mit zwei Arien der Elettra aus der Oper „Idomeneo“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

CD-Cover

Alle ausgewählten Werke scheinen Patricia Petibon wie auf den Leib geschrieben zu sein. Bei dieser Begegnung mit der Sängerin im Konzertsaal war erkennbar, dass es ihr nicht nur um schönen Gesang geht, sondern um den authentischen Ausdruck von Emotionen, mit welchen sie sich auseinandergesetzt hatte. Sie war mit ihrer Stimme sehr präsent, kam jedoch zuweilen nicht ohne  langgezogene Höhen, teils schrille Töne und etwas zu dramatische Gesten aus. Ihre Gesangbeiträge wurden mit Werken von Biago Marini, Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart und Christoph Willibald Gluck abgerundet. Besonders hervorzuheben ist das „Concerto für zwei Oboen, Streicher und Basso continuo“ von Antonio Vivaldi, welches mit den beiden Solisten Georg Fritz und Priska Comploi eine sehr sensible Aufführung erfuhr.

So ein Programm steht und fällt mit der Qualität des Orchesters. Das weltweit bekannte La Cetra Barockorchester Basel unter der Leitung von Andrea Marcon bot eine Aufführung auf höchstem Niveau. Es wurde nicht nur mit Können, sondern auch mit viel Herzblut gespielt und so durfte man eine hervorragende Qualität erleben, wofür dieses Ensemble seit vielen Jahren steht.

Das Publikum zeigte sich begeistert und wurde mit dem von Patricia Petibon mit viel Schalk, Zylinder und Frack dargebotenen Chanson „Ah! Quel dîner, je viens de faire!“ aus „La Périchole“ von Jacques Offenbach humorvoll verabschiedet.

Zu diesem Programm ist eine CD erschienen. Wer sich über die kommenden Konzerte informieren möchte, findet alle Angaben unter https://lacetra.ch

 

  • Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Konzertfotos @ Marco Stücklin

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