
Zur Eröffnung der 151. Saison des Sinfonieorchesters Basel wurde der bereits in der vergangenen Jubiläumssaison mit den beiden Sinfonien Nr. 2 und Nr. 3. begonnene und umjubelte Mahler-Zyklus unter dem Chefdirigenten Markus Poschner fortgesetzt. Vor dem Beginn des Konzerts begrüßte der Orchesterdirektor Franziskus Theurillat das Publikum und bedankte sich für dessen Treue. Er konnte auch einen ganz speziellen Gast begrüßen, den allseits beliebten ehemaligen Dirigenten Moshe Atzmon. Dieser hatte zwischen 1975 und 1986 alle 9 Mahler Sinfonien geleitet. Der Applaus für den heute 95jährigen Dirigenten war dann auch sehr herzlich. Franziskus Theurillat benutzte diese Gelegenheit auch, um die neuen Mitglieder des Orchesters, welche hier das erste Mal auftraten, willkommen zu heißen. Eine sympathische Geste. (Rezension des Konzerts vom 2. September 2026 im Stadtcasino Basel)
Für dieses Konzert hat sich Markus Poschner die Sinfonie Nr. 5 cis-Moll vorgenommen. Diese Sinfonie hat Gustav Mahler in den Jahren 1901/02 und bis zu seinem Tod im Jahre 1911 mehrmals überarbeitet. Die Sinfonie kommt ohne Solo- oder Chorgesang aus und ist somit rein instrumental komponiert.
Die Sinfonie beginnt mit einem gewaltigen Trauermarsch, der einen in seinen Bann zieht. Der zweite Satz kommt stürmisch bewegt und mit grösster Vehemenz. Dabei konnte man schon erkennen, mit welcher Konzentration Markus Poschner und sein Orchester diese Musik spielten.
Das Scherzo im zweiten Satz der Sinfonie wartet mit einer fast 20 Minuten dauernden unglaublichen Melodienvielfalt und Farbigkeit auf und ist ein spannendes Hörerlebnis.

Der wohl berühmteste Satz der Sinfonie folgt in der dritten Abteilung mit dem weltbekannten Adagietto, welches eine Liebeserklärung an seine spätere Frau Alma Schindler ist. Dieser Satz prägt vortrefflich die Stimmung im durch Luchino Visconti gedrehten Film „Tod in Venedig“. Da konnte man in die wunderschönen Klangwelten dieser genialen Musik eintauchen. Der ohne Unterbruch folgende Schlusssatz steigert sich langsam zu einem überwältigenden Allegro giococo. Hier wird Mahler nochmals besonders intensiv und endet mit einem mitreißenden Klangtaumel.
Was das Sinfonieorchester Basel an diesem Abend erneut gezeigt hat, ist die höchste Qualität dieses Klangkörpers in perfekter Symbiose mit seinem Chefdirigenten Markus Poschner. Man war Zeuge einer Entwicklung dieses Orchesters, welches mit den grossen internationalen Orchestern jederzeit mithalten kann, was auch am Jubel des Publikums zu erkennen war, welches sich am Ende mit tosendem Applaus für diese grossartige Aufführung bedankte.
Das Konzert wurde für eine spätere Veröffentlichung aufgezeichnet und wird sicher viele Mahler Freunde begeistern. Die erste CD mit der Sinfonie Nr. 2 ist bereits erschienen und vor Weihnachten wird auch die nächste CD mit der Sinfonie Nr. 3 erscheinen. Es sei jedem Mahler Liebhaber empfohlen, sich diese Interpretation durch das Sinfonieorchester Basel anzuhören.
In der neuen Saison kann man am 24. und 25. Februar 2027 die Sinfonie Nr. 1. live im Stadtcasino Basel erleben.
Alle Informationen findet man unter www.sinfonieorchesterbasel.ch
- Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
- Titelfoto: Markus Poschner und das Sinfonieorchester Basel/ Konzert v. 2. 9. 2026/ Foto: Bettina Matthiessen