Stadtcasino Basel: „Spätwerk“ – Konzert mit dem Sinfonieorchester Basel

Konzertfoto Stadtcasino Basel/17.11.2021/@Benno Hunziker

Das Sinfonieorchester Basel präsentierte an diesem Konzert zwei Werke, welche nicht verschiedener sein könnten, aber dennoch Gemeinsamkeiten aufweisen. Mit Ludwig van Beethoven’s Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5, dem sogenannten „Emperor Concerto“, erklang das letzte Klavierkonzert des Komponisten. Er konnte die Uraufführung nicht selbst spielen, auch hatte er nie Passagen daraus vor Publikum gespielt, was wohl seiner zunehmenden Schwerhörigkeit zuzuschreiben ist. Im Januar 1811 wurde es erstmals in einem halböffentlichen Konzert in Wien gespielt und gehört heute zu Beethoven‘s meistgespielten Klavierwerken. (Konzert v. 17.11.2021)

 

 

Bei dieser Aufführung des Werkes im Stadtcasino Basel, kam man in den Genuss einer virtuosen Aufführung.

Der Pianist Oliver Schnyder spielte dieses Konzert voller Innigkeit in den langsamen Passagen und mit kraftvollem Anschlag im Allegro. So gelingt ihm und dem bestens disponierten Orchester unter der Leitung von Michail Jurowski eine beglückende Wiedergabe. Als Zugabe erklang das in der Schweiz entstandene kurze Werk „Au lac de Wallenstadt“ von Franz Liszt. Eine Trouvaille, welche wohl den wenigsten Konzertbesuchern bekannt war.

Konzertfoto Stadtcasino Basel/17.11.2021/©Fränzi Frick

Das zweite Werk dieses Abendprogramms war die Sinfonie Nr. 15 A-Dur, op 141, von Dmitri Schostakowitsch, welche 1971entstanden war. Zu diesem hat der Dirigent des Abends, Michail Jurowski, eine ganz besondere Beziehung, durfte er doch die Proben zur Uraufführung begleiten und gilt deshalb als einer der besten Kenner dieser Sinfonie. Die 15. Sinfonie ist das letzte Werk des Komponisten. Mit Zitaten von Rossini, Wagner und aus eigenen früheren Werken verströmt sie mal heitere, mal traurige Stimmungen. Wunderbare Solostellen einzelner Instrumente und intensive orchestrale Klänge folgen sich und faszinieren den Zuhörer. Eine Aufführung dieser Sinfonie erfordert höchste Konzentration der Musiker und man konnte die harmonische Verbindung zwischen dem Dirigenten und dem Orchester spüren. So gelang eine Wiedergabe auf höchstem Niveau und zeigte einmal mehr, dass das Sinfonieorchester Basel sich in den Reigen großer Orchester, verdient, einreihen darf.

Besonders erfreulich war, dass beide Abende mit diesem Programm ausverkauft waren und dass sich viele junge Menschen im Publikum befanden. Dies ist der Weg, um auch die Jugend an die klassische Musik heranzuführen. Dass das funktioniert, beweist die Tatsache, wie ruhig und gespannt zugehört wurde.

Dieses musikalische Ereignis wurde mit viel Applaus bedacht und begleitete das Publikum gewiss über die Schwelle des Konzerthauses hinweg auf dem Nachhauseweg.

 

  • Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Sinfonieorchester Basel
  • Titelfoto: Konzertfoto Stadtcasino Basel/17.11.2021/@Benno Hunziker

 

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