Staatsoper Hamburg: Informationen zum neuen Spielplan 2019/20

Hamburger Staatsoper / Foto @ Westermann
Hamburger Staatsoper / Foto @ Westermann

Bereits einen Tag nach Valentinstag beschenkt uns die Staatsoper Hamburg auf der jährlichen Pressekonferenz früher als gewohnt mit Informationen zum Spielplan 2019/20. Neben „Straßenfegern“ und „Dauerbrennern“ im laufenden Repertoire, wie zum Beispiel Puccinis „La Boheme“, Verdis „La Traviata“, Wagners „Der fliegende Holländer“ und Bizet „Carmen“, setzen Intendant Georges Delnon und Generalmusikdirektor Kent Nagano bei den Premieren auch auf seltener gespielte Stücke und Komponisten des 20. Jahrhunderts. (Information aus der Spielplan-Pressekonferenz v. 15.2.19)

 

So wird Dmitri Schostakowitschs „Die Nase“ am 07. September, zeitgleich mit der Hamburger Theaternacht, die Speilzeit 2019/20 eröffnen. Kent Nagano wird am Pult stehen, Schauspielhaus-Intendantin Karin Beyer wird Regie führen. Neben Bo Skovhus (Kowaljow) werden unter anderem KS. Franz Grundheber und Elbernita Kajtazi auf der Bühne und via Übertragung, am Premierenabend auf der Leinwand am Jungfernstieg zu sehen sein. Darüber hinaus wird es ein interaktives Tanzprojekt geben unter dem Namen „Nase ahoi!“
Knapp sechs Wochen später, am 20. Oktober bildet nach Le Nozze de Figaro und Cosi fan tutte, Don Giovanni unter der Leitung von Adam Fischer und in der Regie von Jan Bosse den Abschluss der Mozart / DaPonte-Trilogie. Die Titelrolle übernimmt Andrè Schuen, den Don Ottavio singt Dovlet Nurgeldiyev, Frederica Lombardi die Donna Elvira.
Mit Giuseppe Verdis letzter Oper Falstaff liefert der katalanische Regisseur Calixto Bieito seine dritte Hamburger Verdi-Inszenierung. Laut Delnon bewegte, die Aussicht, diese Rolle in einer sicher nicht traditionellen Produktion zu singen, Ambrogio Maestri dazu erneut in die Titelrolle zu schlüpfen, die er seit vielen Jahren an vielen Häusern, überall auf der Welt singt. Premiere wird am 19. Januar 2020 sein. Die Rolle des Fords übernimmt zuerst Markus Brück, dann Christopher Maltman. Die Alice Ford wird von Malja Kovaleska interpretiert, der Fenton von Oleksiy Palchykov und später von Dovlet Nurgeldiyev.

Marina Rebeka/ Foto © Janis Deinats
Marina Rebeka/ Foto © Janis Deinats

Davon, dass Vincenco Bellinis Oper Norma mehr zu bieten hat als „Casta Diva“, auch so Delnon, kann sich das Publikum der Staatsoper Hamburg ab dem 8. März 2020 überzeugen. Marina Rebeka wird die Norma, Diana Haller die Adalgissa und Marcelo Puente, den Pollione singen. Die musikalische Leitung obliegt Paolo Carignani, Regie führt Yona Kim.

Die letzte Premiere 2019/20 im Haus an der Dammtorstraße findet am 26. April statt. Elena Pankratova wird die Titelrolle in Richard Strauss‘ Elektra übernehme, mit Jennifer Holloway als Chrysothemes und als Lauri Vasar als Orest an ihrer Seite.

Wieder übernimmt Kent Nagano das musikalische Regiment, wie auch bei der insgesamt letzten Opernpremiere der Saison: Saint François d’Assise mit der Musik von Naganos Lehrer Olivier Messian. Dieses, von Messian und Nagano als „Spectacle“ und ansonsten als „Kult-Oper“ bezeichnete Projekt wird am 16. Mai im Großen Saal der Elbphilhamonie Premiere haben. Anna Prohaska wird als L’Ange ihr Hamburg Debüt geben.

Doch auch in den Repertoire-Vorstellungen werden international bekannte, namhafte Sänger/innen zu erleben sein. So kehrt, wenn auch vorerst nur für einen Auftritt als “ „Gretel“ Katerina Tretyakova nach Hamburg zurück (24.November). Ebenfalls im November wird Rolando Villazon als Pelléas, Simon Keenlyside als Golaud, Anna Prohaska als Mélisande zu sehen sein. 

Marcelo Puente / Foto @ Helen Blanco

Aber auch Marcelo Puente (nun als Don José, Carmen), Stephen Gould(Tenor/Bacchus, Ariadne auf Naxos), Attala Ayan (Herzog, Rigoletto), Marcelo Àlvarez (Cavaradossi, Tosca) und Ramon Vagas (Adorno, Simone Boccanegra) sind Tenöre, auf deren Auftritte sich Hamburg, freuen darf. Dann wird KS Plácido Domingo als Simone Boccanegra an die Staatsoper zurückkehren und KS Andrzej Dobber, gehört nun fest zum Ensemble hier und wird nicht nur als Holländer und Rigoletto zu hören sein.

Bei den Damen seien Camilla Nylund (Ariadne), Krassimira Stojanowa (Desdemona), Angel Blue/Celine Byrne (alternierend Mimi, La Boheme), Simone Schneider (Elsa, Lohengrin) Barbara Hannigan (Lulu) und Christina Poulitsi (Traviata) genannt. Obwohl es sowohl im Ensemble, als auch unter den männlichen wie weiblichen Gästen noch viele gibt, die zwar hier unerwähnt, doch auf keinen Fall unbeachtet bleiben sollten. Sei es während der Italienischen Opernwochen, vom 8. März bis 2. April 2020 oder während der gesamten Spielzeit.

Auch in der Opera Stabile gibt es wieder viel Interessantes. Zum Beispiel die Uraufführung der Oper IchundIch  von Johannes Harneit, nach der gleichnamigen “theatralischen Tragödie“ von Else Lasker-Schüler (6. November 2019). Dann gibt es auch eine Operette, nämlich Paul Abrahams Märchen im Grand Hotel (2. Mai. 2020) oder auch die Jahresabschluss-Aufführung der Absolventen des internationalen Opernstudios: einem Pasticcio zu Musik von Georg Philipp Telemann.

Dies sind nur Beispiele für zukünftige Produktionen auf einer kleinen Bühne, die in der Vergangenheit aber immer von hoher Qualität und viel Enthusiasmus von Seiten aller Beteiligten war. Kurz: Einen Blick auf den laufenden Spielplan zu werfen lohnt sich.

Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg widmet sich in der kommenden Spielzeit hauptsächlich dem Thema Symphonie. Neben Werken von Mahler, Brahms, Mendelssoh und Bruckner, stehen aber unter anderem auch Schostakowitschs 1. und Liszts „Faust-Symphonie“ auf dem Spielplan. Aber auch Ludwig van Beethoven wird im Mittelpunkt der Aufführungen stehen anlässlich seines 250. Geburtstags.
Zur Speilzeit Eröffnung wird es wieder ein Opern-Air-Konzert auf dem Rathausmarkt geben. Auch die Kammerkonzerte werden weitergeführt, auch sie stehen unter dem Schwerpunkt „Beethovenjahr“, doch neben seinen Werken,wir es auch jeweils eine Uraufführung eines Werkes eines zeitgenössischen Künstlers geben.

Auch hier gäbe es noch so vieles oder so viele zu erwähnen, zum Beispiel, dass Pinchas Steinberg, Andrey Boreyko, Ariane Matiakh und Alexander Sladovky als Gastdirigenten eingeladen sind.

HamburgBallett_Logo
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Und dann gibt es ja auch noch das „Hamburg Ballett John Neumeier“, das jede Erwähnung und Beachtung verdient.

Es gibt zwei offizielle und eine, wie John Neumeier sagte, „geheime“ Premiere(n). Die erst Premiere ist die von Tennesse Williams Die Glasmenagerie“ mit Musik von Philipp Glass und Charles Ives am 5. Dezember 2019. Am 14. Juni 2020 eröffnet The Winter’s Tale“ von Christopher Wheeldon die Hamburger Balletttage. Bereits am 8. September hat Neumeier Ballett „Ein Sommernachtstraum“ Wiederaufnahme. Schon 1977 wurde dieses Werk, das Mendelssohns Musik, mit der von György Ligeti und traditioneller Drehorgelmusik verbindet, gefeiert. Die zweite Wiederaufnahme in dieser Spielzeit oder eben jene „heimliche Premiere“ findet am 29. März 2020 statt: Shakespeares Hamlet mit der Musik von Michael Tippet. Es ist die 5. Version seines Balletts, sagt Neumeier, und da die letzte schon sehr lange zurückliegt, hält er die Bezeichnung „Wiederaufnahme“ für unpassend.
Doch es stehen noch beachtliche 12 weitere Produktionen für das Hamburg Ballett John Neuemeier in dieser Spielzeit auf dem Programm, einschließlich der Gluck-Oper
„Orphée et Erydice“. Eigentlich sind alle erwähnens und sehenswert doch beschränke ich mich hier auf, die beiden Klassiker Der Nussknacker und Illusionen- wie Schwanensee, wie auch Anna Karenina, Matthäus-Passion und Mahlers das Lied von der Erde, mit Klaus-Florian Vogt als Sänger.

Auch wenn der eine oder die andere sicher den einen oder anderen Sänger oder das eine oder andere Stück vermissen wird, so erwartet uns doch zweifelsohne eine spannende abwechslungsreiche Spielzeit. Der Vorverkauf für Oper und Ballett beginnt am 20. Mai 2019, für Abonnenten bereits am 16. Mai. Die Karten für das Philharmonische Staatsorchester können ab dem 20. Juni erworben werden.

Das komplette Programm und alle näheren Informationen finden Sie HIER  

 

  • Eindrücke von der PK in der Staatsoper Hamburg von Redaktionsmitglied Birgit Kleinfeld, Hamburg
  • Titelfoto: Staatsoper Hamburg/Innenraum/Foto @ Niklas Marc Heinecke

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