„SIMON BOCCANEGRA“ bei den Salzburger Festspielen – Musikalisch überzeugend

Simon Boccanegra 2019: Charles Castronovo (Gabriele Adorno), René Pape (Jacopo Fiesco), Luca Salsi (Simon Boccanegra), Marina Rebeka (Amelia Grimaldi) © SF/Ruth Walz

Die Oper Simon Boccanegra gehört nicht zu den meistgespielten Werken von Giuseppe Verdi. Dass die Salzburger Festspiele diese Oper nun in einer Neuinszenierung zeigen, ist an sich lobenswert und hätte eine spannende Begegnung werden können.

In der Inszenierung von ANDREAS KRIEGENBURG und dem Bühnenbild von HARALD B. THOR, werden wir in eine riesige kühle Architektur versetzt und Zeuge einer in die heutige Zeit verlegten Handlung. Dies mag zwar im Moment einen großen Eindruck vermitteln, ermüdet allerdings nach kurzer Zeit. Auch wenn in einigen Szenen eine gewisse Stimmung gezeigt wird, wirkt dies alles total unterkühlt und emotionslos. (Rezension der Aufführung v. 27. August 2019

 

Selbst die intimeren Szenen tragen wegen einer nicht erkennbaren Personenführung, welche die einzelnen Darsteller verloren der Bühne überlässt, nicht dazu bei, dass die Handlung einen berührt. Dies mag ja Absicht der Regie sein, lässt jedoch keinerlei Spannung aufkommen.

Die musikalische Seite dieser Aufführung ließ aufhorchen und man hätte sich gut eine konzertante Version mit diesen Sängern und dem Orchester vorstellen können.

Simon Boccanegra 2019: Charles Castronovo (Gabriele Adorno), Luca Salsi (Simon Boccanegra), Marina Rebeka (Amelia Grimaldi) © SF/Ruth Walz

LUCA SALSI als Simon Boccanegra hat mit kräftiger Stimme diese anspruchsvolle Partie gesungen. Diese Rolle verlangt einen weiten Wandel vom energischen Korsaren zu einem Dogen.

RENE PAPE in der Rolle des Jacopo Fiesco war mit herrlicher Stimme und einer starken Bühnenpräsenz der Star des Abends.

MARINA REBEKA als Amelia Grimaldi konnte Ihre große Stimme erklingen lassen und überzeugte vor allem in den hohen Tönen.

CHARLES CASTRONOVO sang die Partie des Gabriele Adorno sehr engagiert. Seine Stimme strahlte vor allem in den hohen Passagen und passte gut zu dieser Rolle.

ANDRE HEYBOER als Paolo Albiani, ANTONIE DI MATTEO als Pietro, sowie LONG LONG und MARIANNE SATTMANN ergänzten das Ensemble.

Simon Boccanegra 2019: Ensemble © SF/Ruth Walz

Die KONZERTVEREINIGUNG WIENER STAATSOPERNCHOR hat in den Chorszenen einmal mehr ihren hervorragenden Ruf bestätigt und ist für jede Aufführung stets ein Gewinn.

VALERY GERGIEV stand am Pult der WIENER PHILHARMONIKER und ließ die Musik von Verdi mit dem großartig spielenden Orchester zu einem Genuss werden.

Das Publikum feierte die Sänger und das Orchester, sowie den Dirigenten mit viel Applaus und Bravos. Man verließ diese Opernaufführung allerdings mit dem Gefühl, dieser Oper durch diese Interpretation nicht nähergekommen zu sein.

 

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