Olesya Golovneva / Foto @ Kerstin Kühne

Oper Köln: Programm und Highlights für die Monate Juni und Juli 2016

ok_logo_schwarzAnbei finden Sie eine Zusammenstellung des Programms der Oper Köln im StaatenHaus für die Monate Juni und Juli 2016.

Gaetano Donizettis »Lucia di Lammermoor« (Premiere: 12. Juni) verspricht unter Leitung der jungen koreanischen Dirigentin Eun Sun Kim Belcanto-Hochgenuss sowie ein Wiedersehen und -hören mit Ausnahme-Sopranistin Olesya Golovneva, die in der Titelpartie ihr Rollendebüt feiert. Ihr zur Seite stehen u. a. Star-Bariton Markus Brück sowie die Tenöre Attala Ayan und aus dem Ensemble der Oper Köln Jeongki Cho. Für die Inszenierung konnte Eva-Maria Höckmayr, eine der gefragtesten Regisseurinnen ihrer Generation, gewonnen werden.

Georg Kreislers musikalische Revue »Heute Abend: Lola Blau« zeichnet ab 04. Juni wieder das Bild einer Künstlerin in politisch und gesellschaftlich wechselvollen Zeiten und verleiht dem Spielplan mit einer glänzenden Katrin Wundsam als Sängerdarstellerin und viel Wiener Schmäh noch einmal eine besondere Farbe. In drei konzertanten Vorstellungen bietet die Oper Köln ab 5. Juni zudem Richard Wagners romantischer Oper »Der fliegende Holländer« eine Bühne. Unter der Leitung von Andreas Schüller präsentieren sich u. a. Ingela Brimberg, der Bayreuth-erprobte Samuel Youn und Burkhard Fritz dem Opernpublikum. Zu guter Letzt bereichert ab 26. Juni die Erfolgsproduktion »Tosca« diesmal unter dem Dirigat von Claude Schnitzler und in neuer Sängerbesetzung den Spielplan.

Die Kinderoper bietet nach der überwältigenden Nachfrage für »Das kleine Ich-bin- ich« eine neue mobile Produktion für Kindergärten und Kitas an. »Irgendwie anders« auf Basis des preisgekrönten Bilderbuch-Klassikers von Kathryn Cave kommt in einer Bearbeitung von Brigitta Gillessen (Text & Regie) und Ralf Gscheidle (Musik) am 20. Juni zur Uraufführung.

Des Weiteren erwarten das Publikum Tanzgastspiele renommierter internationaler Kompanien: Die virtuosen Ensembles NDT1 und Les Ballets de Monte-Carlo präsentieren am 14./15. Juni bzw. 08./09. Juli im nahegelegenen Forum Leverkusen Choreografien von Marco Goecke, Crystal Pite, Sol León & Paul Lightfoot sowie Jean- Christophe Maillot. Die große Tanz-Fangemeinde Kölns darf sich in der Nachbarstadt auf vier Abende »state of the art« des zeitgenössischen Tanzes freuen.

Hochkarätige Liederabende in atmosphärischer Umgebung (Carmen Fuggiss und Marco Jentzsch im Excelsior Hotel Ernst, Bariton Florian Boesch in Kolumba, Dalia Schaechter und Bert Oberdorfer in Saal 3) bieten noch einmal Gelegenheit zu intensiver Begegnung mit der Oper Köln verbundenen Künstlern.

Zahlreiche schöne Opernerlebnisse im StaatenHaus vor der Sommerpause wünscht

Lucia di Lammermoor

› Musik von Gaetano Donizetti (1797 1848)

› Libretto v. Salvatore Cammarano nach »The Bride of Lammermoor« v. Walter Scott

› in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Eun Sun Kim | Inszenierung Eva-Maria Höckmayr Bühne Christian Schmidt | Kostüme Saskia Rettig | Licht Nicol Hungsberg Chor Sierd Quarré | Dramaturgie Mark Schachtsiek

Mit Olesya Golovneva, Judith Thielsen/Regina Richter (18. Juni, 09. Juli); Markus Brück, Attala Ayan/Jeongki Cho (18. Juni, 09. Juli), Taejun Sun, Henning von Schulman, Ralf Rachbauer/Alexander Fedin (18. Juni, 03. Juli), Chor der Oper Köln, Gürzenich-Orchester Köln

Obwohl aus verfeindeten Familien stammend, lieben sich Lucia Ashton und Edgardo di Ravenswood. Als die politische Lage sich gegen Lucias Bruder Enrico wendet, erscheint diesem die Ehe seiner Schwester mit dem einflussreichen Arturo Bucklaw als einziger Weg, sich selbst und seinen Clan zu retten ungeachtet der Gefühle Lucias. Die Hochzeitsnacht endet für den Bräutigam tödlich. Im blutigen Nachthemd erscheint Lucia kurz darauf offenbar dem Wahnsinn verfallen unter den Hochzeitsgästen… Diese Szene ist nicht nur Höhepunkt von Gaetano Donizettis 1835 uraufgeführtem Musiktheater, sie ist ein Höhepunkt der Belcanto-Oper überhaupt, deren Musik von großartiger Rhetorik und tiefen Emotionen gezeichnet ist.

Die Inszenierung von Eva-Maria Höckmayr, die nach ihrer erfolgreichen »Suor Angelica« (»Il trittico«) für »Lucia di Lammermoor« nach Köln zurückkehrt, verfolgt zwei Spuren: Was kettet diese jungen Menschen emotional so extrem aneinander?

Und: Was wird verdrängt, wenn Gefühle wie Liebe und Eifersucht mit solcher Vehemenz vorgetragen werden? Am Pult steht bei dieser letzten Neuproduktion der Spielzeit 2015.16 erstmals in Köln die koreanische Dirigentin Eun Sun Kim. In der Titelpartie gibt die regelmäßig an der Oper Köln gefeierte Ausnahme-Sopranistin Olesya Golovneva (zuletzt: Anna Bolena, Tatjana, Jolanthe) ihr Rollendebüt. Für die sinnfällige Bühnenlösung dieser Inszenierung zeichnet der renommierte Bühnenbildner Christian Schmidt verantwortlich.

Im StaatenHaus Saal 2

Premiere 12. Juni › 19 Uhr

Vorstellungen 16. Juni › 19.30 Uhr | 22. und 29. Juni › jeweils 19.30 Uhr

18. Juni › 18 Uhr | 03. Juli › 19 Uhr | 09. Juli › 19.30 Uhr (zum letzten Mal)

Irgendwie Anders

› Mobiles Musiktheater von Brigitta Gillessen und Ralf Gscheidle

› nach dem Buch von Kathryn Cave

› empfohlen für Kinder ab 3 Jahren

› Auftragswerk der Oper Köln

Uraufführung

Musik Ralf Gscheidle | Text & Regie Brigitta Gillessen | Bühne & Kostüme

Ute Lindenbeck

Mit Matthias Hoffmann, Wolfgang Stefan Schwaiger, Dietmar Berger, Ralf Gscheidle, François de Ribaupierre

»Auf einem hohen Berg, wo der Wind pfiff, lebte ganz allein und ohne einen einzigen Freund Irgendwie Anders.« – Die Hauptfigur dieser Geschichte hat keinen Namen, denn sie ist nicht so wie die anderen. Irgendwie Anders tut alles, um so zu sein wie sie, aber die anderen sagen zu ihm: »Tut uns leid, du bist nicht wie wir. Du gehörst nicht dazu!« Doch eines Nachts klopft ein merkwürdiges Etwas an seine Tür und benimmt sich sehr sonderbar. Irgendwie Anders muss einen Entschluss fassen: Soll er ihn wegschicken oder zu sich einladen?

»Irgendwie Anders« von Kathryn Cave ist ein Bilderbuch-Klassiker und wurde 1997 mit dem UNESCO-Preis für Kinder- und Jugendliteratur im Dienst der Toleranz ausgezeichnet.

Im StaatenHaus Saal 3

Premiere 20. Juni ›11.30 Uhr (Uraufführung)

Nach der Premiere im StaatenHaus tourt diese mobile Produktion durch Kindergärten in und um Köln. Diese Termine sind bereits ausgebucht. Die Abt. Theater und Schule informiert, sobald weitere Vorstellungen feststehen 

Der fliegende Holländer

› Romantische Oper in drei Aufzügen

› Libretto und Musik von Richard Wagner (1813 1883)

› Oper konzertant

Musikalische Leitung Andreas Schüller | Chor Andrew Ollivant

Mit Ingela Brimberg, Anna Maria Dur, Bjarni Thor Kristinsson, Burkhard Fritz, Maximilian Schmitt/Jeongki Cho (17. Juni), Alfred Walker/Samuel Youn (17. Juni), Chor und Extra-Chor der Oper Köln, Gürzenich- Orchester Köln

Mit dem »Fliegenden Holländer« entwickelte der damals 29-jährige Richard Wagner unter erstmaliger Verwendung seiner spezifischen Musiksprache Themen, die ihn auch in den folgenden Jahrzehnten beschäftigen sollten. Im Mittelpunkt der

»Holländer«-Handlung steht die Erlösung eines gesellschaftlichen Außenseiters durch das Selbstopfer der jungen Einzelgängerin Senta. Dabei lässt Richard Wagner nicht nur die später immer wieder thematisierte Künstlerproblematik aufscheinen, sondern beschreibt mit der Situation seiner Titelfigur zugleich den »Paradefall« eines am Leben und an der Gesellschaft krankenden Menschen.

Unter der musikalischen Leitung von Maestro Andreas Schüller präsentiert sich ein erlesenes Ensemble dem Kölner Opernpublikum. Die Senta interpretiert die international renommierte Sopranistin Ingela Brimberg, die für ihre emotional nuancierten Charakterdarstellungen (u. a. als Salome, Tosca, Leonore) bekannt ist. In der Titelpartie sind im Wechsel die profilierten Bass-Baritone Alfred Walker (Hausdebüt!) und der Bayreuth-Holländer Samuel Youn zu hören. Den Erik singt Burkhard Fritz, der an Oper Köln bereits als Don Alvaro und Faust beeindruckte, die Partie des Daland interpretiert Bjarni Thor Kristinsson.

Im StaatenHaus Saal 1

Vorstellungen 05. Juni › 18 Uhr

11. und 17. Juni › jeweils 19.30 Uhr (zum letzten Mal)

Oper Köln / Tosca (Foto: Bernd Uhlig)
Oper Köln / Tosca (Foto: Bernd Uhlig)

Tosca

› Oper in drei Akten von Giacomo Puccini (1858 1924)

› Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Drama »La Tosca« von Victorien Sardou

› in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

› »Fest der schönen Stimmen« am 10. Juli 2016

Musikalische Leitung Claude Schnitzler | Inszenierung Thilo Reinhardt Bühne Paul Zoller | Kostüme Ulli Kremer | Licht Andreas Grüter Chor Andrew Ollivant | Dramaturgie Birgit Meyer

Mit Ingela Brimberg/Adina Aaron (07., 10. Juli), Dongmin Lee; Lance Ryan/Dmytro Popov (10. Juli), Samuel Youn/Dimitri Platanias (10. Juli), Lucas Singer, Luke Stoker, Martin Koch/Alexander Fedin (07. Juli), Matthias Hoffmann, Boris Djuric, Chor der Oper Köln, Mädchen und Knaben des Kölner Domchores, Gürzenich-Orchester Köln

Zwischen Leben und Tod liegen atemlose 24 Stunden: Während der Umwälzungen der napoleonischen Zeit gerät das Künstlerpaar Floria Tosca und Mario Cavaradossi in Konflikt mit dem Terrorregime des neuen Polizeichefs Baron Scarpia. Zwischen Macht und Despotismus, Liebe und Verrat entspinnt sich ein tödliches und an Dramatik kaum zu überbietendes Dreieck.

Die eindrucksvolle Inszenierung von Thilo Reinhard aus der Spielzeit 2011.2012 steht in dieser Vorstellungsserie unter dem Dirigat von Claude Schnitzler. In der Titelpartie ist die profilierte schwedische Sopranistin Ingela Brimberg zu erleben. Der prominente Tenor Lance Ryan interpretiert Mario Cavaradossi, als Scarpia darf sich das Publikum auf das international gefragte Ensemblemitglied Samuel Youn freuen.

Den Schlusspunkt hinter die erste Saison in der neuen Spielstätte StaatenHaus setzt das »Fest der schönen Stimmen«: Die letzte »Tosca«-Vorstellung am 10. Juli ist mit Sängergrößen wie Adina Aaron, Dmytro Popov und Dimitri Platanias besetzt und verspricht einen glänzenden Saisonabschluss.

*Homepage der Oper Köln

*Titelfoto: Olesya Golovneva (singt die Lucia in Lucia di Lammermoor) / Foto @ Kerstin Kühne

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