Dortmunder Philharmoniker: Stimmungsvoller Einstieg in die Konzertsaison 2018/2019

Dortmunder Philharmoniker /GMD Feltz/ Foto DAS OPERNMAGAZIN / Basia Kuznik

Händel, Elgar, Strauss und Beethoven waren die Komponisten des Abends, der die neue Konzertsaison der Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus Dortmund eröffnete. Und es war die Oboe die im Mittelpunkt stand. Jenes Blasinstrument mit seinem so einmaligen Klang, welches beim Zuhörer Assoziationen wecken und Gefühle erzeugen kann, wann immer es ertönt. Und wenn dann noch ein Musiker vom Rang eines Albrecht Mayer dieses Instrument so virtuos und scheinbar mühelos erklingen lässt, ist die Faszination für die Oboe gänzlich erweckt. Zwischen Feuerwerksmusik und Eroica ließen die Philharmoniker unter ihrem GMD Gabriel Feltz Gefühlswelten entstehen, die zwar in ihren Entstehungszeiten weit auseinander lagen, aber dennoch so viel verbindendes bereit halten  – Konzert v. 11.9.2018

 

Im sehr gut gefüllten Konzerthaus Dortmund erwartete das Publikum ein Programm, welches diesmal unter dem Begriff „Zeitenwende“ stand. Und es waren verschiedene Zeiten, die musikalisch gestreift und begangen wurden, aber es waren auch Wendepunkte verschiedenster Art. Mitunter auch für den Komponisten. 

Dortmunder Philharmoniker / Foto @ Dotmunder Philharmoniker

Mit Georg Friedrich Händels „Feuerwerksmusik“, welche 1748 in London uraufgeführt wurde, begann das erste Philharmonische Konzert der Saison 2018/19 der Dortmunder Philharmoniker geradezu feierlich. Ein Werk, welches von seiner Popularität und Beliebtheit seit seiner Entstehung nichts verloren hat und immer wieder auf den Spielplänen der Philharmonischen Orchester dieser Welt zu finden ist.

Danach folgte der Teil des Solokünstler des Abends, des Oboisten Albrecht Mayer. Mayer liess es sich nicht nehmen, zu Beginn ein paar Worte an das Publikum zu richten. Die beiden folgenden Werke, Edward Elgars „Soliloquy“ (Endfassung 1967)  und das Oboenkonzert in D-Dur (Uraufführung 1946) von Richard Strauss, wollte er als eine musikalische Einheit verbunden wissen. Er bat deshalb das Publikum, nach dem relativ kurzen, aber durchaus sehr intensiven und elegischen Musikwerk von Elgar darum, nicht zu klatschen und sich stattdessen den Applaus bis zum Ende des Oboenkonzertes von Strauss aufzuheben. In der Tat war das Erleben dieser zwei Musikstücke von so großer Intensität und Kraft und Gefühl, dass das Publikum dann den Solisten minutenlang frenetisch feierte. Worte fehlen fast zu beschreiben, wie diese beiden Musikwerke wirken, welche Intensität sie haben und wie großartig die Kombination aus beiden ist. Strauss stellt in seinem Oboenkonzert die höchsten Ansprüche an den Solisten und Mayer erfüllt sie, und das auf eine Art und Weise, die einen staunend und zutiefst berührt zurücklässt.

Albrecht Mayer / Foto @ Ralph Mecke
Albrecht Mayer / Foto @ Ralph Mecke

Zwei Zugaben von Johann Sebastian Bach waren der Dank Mayers an das begeisterte Publikum.

Nach der Pause dann Beethovens dritte Sinfonie. Die sogenannte Eroica. Die 1804 uraufgeführte viersätzige Sinfonie sprengte zu diesem Zeitpunkt wohl fast alles vor ihr dagewesene. Man schreibt die Entstehung dieser Sinfonie dem Umstand zu, dass Ludwig van Beethoven seine Bewunderung für Napoleon auf musikalische Weise zum Ausdruck bringen wollte. Heute ist die „Dritte von Beethoven“ ein nicht mehr wegzudenkendes Werk in den Konzertsälen dieser Welt. Und die Begeisterung für diese meisterliche Komposition ist ungebrochen und war natürlich auch am gestrigen Abend wieder spürbar und nachhaltig.

Gabriel Feltz dirigierte, wie auch schon Händels Feuerwerksmusik, die knapp 45-minütige Sinfonie frei und ohne Noten. Wie stets bei ihm mit furiosem und schnell einsetzenden Beginn, seine Musiker immer mitnehmend und sicher führend. Und dann dieses immer mehr bei ihm zum Markenzeichen werdende, sichtbare, eigene Mitgehen mit der Musik, der Partitur.

Dortmunder Philharmoniker / Foto @ Dortmunder Philharmoniker

Ausdrucksstark und klangvoll der erste Satz ( Allegro con brio ), so wunderbar zart und bewegt  dann der zweite, auch Trauermarsch genannt ( Marcia funebre (Adagio assai) ), fast spielerisch im Klang dann der dritte Satz ( Scherzo (Allegro vivace) ) mit seinem so besonderen musikalischen Aufbau. Der vierte Satz, für viele wohl der bekannteste Teil dieser Sinfonie, er ist als Finale ( Allegro molto – Poco andante – Presto ) bezeichnet, ist immer wieder Konzerterleben pur! Und das boten Feltz und die glänzenden Dortmunder Philharmonikern dem dann restlos begeisterten Publikum.

Welch ein stimmungsvoller Einstand in die neue Saison mit den Dortmunder Philharmonikern und ihrem GMD Gabriel Feltz!

 

  • Rezension des 1. Philharmonischen Konzertes der Dortmunder Philharmoniker vom 11.9.2018 von Detlef Obens / DAS OPERNMAGAZIN-09-2018 
  • Homepage der Dortmunder Philharmoniker
  • Mit bestem Dank an die Dortmunder Philharmoniker für die Bereitstellung der Konzertfotos!

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