Arpi Sinanyan und Jiazhou Wang gewinnen die NEUEN STIMMEN 2026

Die Gewinner mit Liz Mohn und Alexander Neef/Neue Stimmen 2026/Foto: Besim Mazhiqi

Die armenische Sopranistin Arpi Sinanyan und der chinesische Bariton Jiazhou Wang sind die Gewinner des diesjährigen NEUE STIMMEN – Gesangswettbewerb. Den Publikumspreis erhielt der mexikanische Tenor Rafael Rojas, der zudem auch den dritten Platz im diesjährigen Finale der besten acht Solisten erreichte. „Musik verbindet Menschen weltweit“, sagte Liz Mohn, die Präsidentin des internationalen Gesangswettbewerbs NEUE STIMMEN in ihren Eingangsworten. Und dieser Abend lieferte dafür einen beeindruckenden Beweis. Acht junge Opernsolistinnen und Opernsolisten aus China, Armenien, Kasachstan, Georgien und Mexiko stellten sich der internationalen Fachjury – unter dem Vorsitz des Intendanten der Opéra national de Paris, Alexander Neef – und begeisterten das anwesende Publikum in der restlos ausverkauften Gütersloher Stadthalle. Vitali Alekseenok leitete die Duisburger Philharmoniker und sorgte maßgeblich mit dafür, dass dieser Opernabend zu einem großartigen und beeindruckenden Ereignis wurde. Am Ende konnte es nur zwei erste Sieger geben. Aber, und das gilt für alle Finalistinnen und Finalisten, erstklassig waren sie alle. Ein Finale der Extraklasse. Liz Mohn und ihrer Liz Mohn-Stiftung sei Dank für das langjährige Engagement für die Oper! (Gütersloh, 9. September 2026)

 

Arpi Sinanyan aus Armenien und Jiazhou Wang aus China sind die Gewinner:innen der NEUEN STIMMEN 2026. Mit 22 Jahren ist Wang damit der jüngste Gewinner in der Geschichte des Wettbewerbs. Im Finalkonzert am Freitagabend setzten sie sich unter acht Finalist:innen durch. Beide erhalten ein Preisgeld von jeweils 15.000 Euro. Hinter den jungen Sänger:innen liegt eine intensive Wettbewerbswoche, in der sie sich vor Publikum und einer international renommierten Fachjury sowie weiteren Persönlichkeiten der Opernwelt präsentieren konnten.

Alexander Neef, Vorsitzender der Jury und Direktor der Opéra national de Paris: „Die Gewinnerinnen und Gewinner haben uns mit ihrer Stimme, ihrer Bühnenpräsenz und ihrer Individualität überzeugt. Wir haben in dieser Woche junge Talente erlebt, die als Künstlerpersönlichkeiten etwas zu sagen haben. Genau solche starken Individuen braucht die Oper. Ein Wettbewerb wie NEUE STIMMEN kann ihnen Sichtbarkeit geben, Verbindungen herstellen und Perspektiven eröffnen. Entscheidend ist, dass sie ihren eigenen Weg finden und selbstbewusst weitergehen. Ich gratuliere den Gewinnerinnen und Gewinnern sehr herzlich.“

Sechs Preisträger:innen, insgesamt 60.000 Euro: So endete das Finale des Gesangswettbewerbs NEUE STIMMEN in der Stadthalle Gütersloh. Acht junge Talente sangen dort mit den Duisburger Philharmonikern unter Vitali Alekseenok vor einer neunköpfigen Jury, Fachpublikum und Gästen. Die jeweils drei Bestplatzierten bei den Sängerinnen und Sängern wurden ausgezeichnet. Das Finalkonzert wurde live auf der internationalen Opernplattform OperaVision (operavision.eu/de) übertragen und kann dort auch im Anschluss abgerufen werden. Die einzelnen Arien aus dem Finale und Semifinale sind im Nachgang auf dem YouTube-Kanal der Liz Mohn Stiftung zu sehen (@lizmohnstiftung)

Das sind die Gewinner:innen der NEUEN STIMMEN 2026:

Sängerinnen:

1. Preis, 15.000 Euro: Arpi Sinanyan / Sopran, Armenien

2. Preis, 10.000 Euro: Aigerim Altynbek / Sopran, Kasachstan

3. Preis, 5.000 Euro: Liere Wu / Sopran, China

Sänger:

1. Preis, 15.000 Euro: Jiazhou Wang / Bariton, China

2. Preis, 10.000 Euro: Irakli Pkhaladze / Bassbariton, Georgien

3. Preis, 5.000 Euro: Rafael Rojas / Tenor, Mexiko

Sonderpreise:

Neben den Hauptpreisen würdigen die NEUEN STIMMEN besondere Leistungen mit zusätzlichen Auszeichnungen. Den mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreis sowie den Patagonia Voice Award erhält Rafael Rojas, Tenor aus Mexiko. Weitere Sonderpreise waren bereits im Semifinale vergeben worden: Der mit 5.000 Euro dotierte Brian Dickie Young Talent Award ging an Klara Solén, Mezzosopran aus Schweden. Den Preis der Junior-Jury im Wert von 1.000 Euro erhielt ebenfalls Jiazhou Wang. Die Auszeichnungen sind Teil des Förderansatzes NEUE STIMMEN „Creating Careers“, der über den Wettbewerb hinausreicht.

Detlef Obens/ DAS OPERNMAGAZIN

Als jemand, der seit vielen Jahren die Oper liebt und diese an vielen Orten der Welt besucht hat, ist es mir ein große Anliegen hier einmal mehr Liz Mohn und ihrer Stiftung für ihr großes Engagement zu danken. Sie selbst sagte, dass ihr die Opernmusik sehr viel bedeute, sie immer wieder aufs Neue berührt und sie manches vergessen lässt, was die Welt mitunter so düster macht. Diesen Worten kann ich mich nur anschliessen. Die Liebe zur Oper, zu Musik, ist ein verbindendes Element aller Menschen, gleich welcher Herkunft und des persönlichen Geldbeutels. Die Gefühle, die gerade die Oper in den Menschen hervorrufen kann sind universell und nicht an Grenzen gebunden. „Musik verbindet Menschen weltweit“. Ja, Frau Mohn, da haben Sie recht! Danke, dass Sie seit vielen Jahren ein so inspirierender Teil dieser großen Gemeinschaft sind!

Die Gütersloher Finalistinnen und Finalisten werden unabhängig von ihrer Platzierung ihren Weg machen. Davon bin ich überzeugt. Das sängerische Niveau war auch wieder in diesem Jahr sehr hoch. Das hat der gesamte Abend  eindrucksvoll gezeigt. Die Auswahl der jeweils zwei Arien je Finalist war anspruchsvoll und riss das Publikum immer wieder zu Bravorufen und kräftigem Beifall hin. Am Ende muss die Jury dann entscheiden. Und in diesem Jahr war das sicher nicht einfach.

Ganz sicher hat die spätere erste Preisträgerin des Finales, Arpi Sinanyan mit ihrer zweiten Arie des Abends, „L’altra notte“ aus Arrigo Boitos „Mefistofele“ die Jury und das Publikum restlos überzeugen können. Diese so anspruchsvolle Arie unter den Bedingungen eines wichtigen Wettbewerbs in nahezu perfekter Virtuosität vorzutragen, beweist schon jetzt die große internationale Klasse dieser jungen Sopranistin. Ähnliches lässt sich auch zum ersten Preisträger des Abends, Jiazhou Wang, berichten. Er eröffnete den Abend mit der bekannten Arie des Figaro „Largo al factotum“ aus Rossinis „Il Barbiere die Siviglia“. Temporeich, in allen Lagen absolut sicher und mit viel Spielfreude wusste der aus Shanghai stammende Bariton für sich einzunehmen. Der mexikanische Tenor Rafael Rojas, der spätere Publikumspreisträger, überzeugte insbesondere in seiner ersten Arie, „Tombe degli avi miei“ aus der tragischen Oper „Lucia di Lammermoor“ von Gaetano Donizetti. Viel tenoraler Schmelz, mühelose Höhen und enorm viel Ausdruckskraft des jungen Sängers.

Alle Finalisten des Abends haben überzeugende Leistungen abgelegt und mit ihrem Gesang das Publikum begeistert und berührt. Es lohnt sich in jedem Fall die aufgezeichneten Videos unter dem o.g. genannten Link, sowie dem Link zum Livestream, anzuschauen.

Am Ende standen alle in aus dem Semi-und Finale in Gütersloh anwesende Teilnehmerinnen und Teilnehmer – über 40 Sängerinnen und Sänger – auf der Bühne und verabschiedeten das restlos begeisterte Publikum mit Verdis gemeinsam gesungenen „Libiamo, libiamo ne‘ lieti calici“ (La traviata).

Ein großartiger Opernabend der alle, die ihn miterlebten, begeistert hat. Eine Werbung für die Oper war dieses Event allemal!

 

  • Artikel von Detlef Obens / DAS OPERNMAGAZIN
  • Auszug Pressemitteilung NEUE STIMMEN 2026 v. 10.10.2026
  • NEUE STIMMEN
  • Titelfoto: Die Gewinner mit Liz Mohn und Alexander Neef /Neue Stimmen 2026 / Foto: Besim Mazhiqi

 

 

 

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert