
Mit einem bunten Programm hat sich das traditionsgemäss am Ende der Saison stattfindende Abschlusskonzert der jungen Sänger/innen am Opernstudio OperAvenir präsentiert. Einmal mehr konnte man dabei erleben, was für eine Entwicklung die talentierten Sänger/innen während ihrer Studienzeit am Opernstudio unter der umsichtigen Leitung durch Hélio Vida gemacht haben. An Workshops, Meisterklassen und Auftritten in kleineren und größeren Aufführungen vor Publikum konnten die Absolventen praktische Erfahrungen auf hohem Niveau sammeln, welche sie befähigen, ihre Karrieren sorgfältig aufzubauen. Hélio Vida moderierte auf charmante Weise die einzelnen Darbietungen und vermittelte interessante zusätzliche Informationen. (Konzert vom 12. Juni 2026)
Das Programm begann mit einem Duett aus der Oper „Il turco in Italia“, „Credete alle femmine…“ von Gioacchino Rossini. Dabei konnten die Sopranistin Harpa Ósk Björnsdóttir und der Bass Marius Aron mit humoristischer Leichtigkeit ihre Stimmen präsentieren.
Ebenfalls von Rossini stammte das zweite Stück des Abends. Aus der selten zu hörenden Oper „Ricciardo e Zoraide“ sangen die beiden Tenöre Ronan Caillet, welcher als Gast mitwirkte, sowie Ervin Ahmeti das Duett „Opportuno giungesti amico“, „ Donala a questo core“ und „Come potrò reprimere“, wobei die beiden Sänger darum wetteiferten, wer den längeren Atem hat. Das „Duell“ liess keinen Gewinner erkennen, da beide mit höhensicherer Stimme punkteten.
Emotional ging‘s weiter mit der Turmszene aus der Oper „Pelléas et Mélisande“ von Claude Debussy. Mit schöner Stimmführung sangen die Mezzosopranistin Hope Nelson zusammen mit Bariton Nathan Schludecker und Bass Marius Aron.

Das dritte Stück von Gioacchino Rossini war eine köstliche Darbietung des Terzetts „A la faveur de cette nuit obscure… J‘entends d‘ici le bruit des armes“ aus der Oper „Le Comte Ory“. Herrlich, wie die Stimmen von Ervin Ahmeti, Hope Nelson und Harpa Ósk Björnsdóttir bestens harmonierten. Als nächste Präsentation erklang das schöne Duett. „Il rival salvar tu devi.. Se tra il buio un fantasma vedrai.. Suoni la tromba!“ für Bariton und Bass aus der Oper „I puritani“ von Vincenzo Bellini. Auch hier boten die beiden Solisten Nathan Schludecker und Marius Aron eine eindrückliche Szene und überzeugten durch große Stimmen.
Das Finale des Abends bot das Sextett aus der Oper „Lucia di Lammermoor“ von Gaetano Donizetti „Dov’é Lucia? Chi mi frena in tal momento?“. Hier konnten alle Solist/innen zusammen nochmals zeigen, wie sie aufeinander eingespielt sind und man konnte den Zusammenhalt dieser sympathischen Talente förmlich spüren.
Doch was wäre dieses Konzert ohne die brillante Klavierbegleitung von Hélio Vida. Immer wieder darf man feststellen, mit was für einer Sensibilität er die Sänger/innen unterstützt. Seit Jahren ist der Pianist und Leiter des Opernstudios OperAvenir ein großer Gewinn für das Theater Basel. Eine lockere Zugabe als Dank für den großen Applaus des Publikums beschloss diesen Abend.
Mehr Infos über die kommenden Auftritte der Sänger/innen und den Veranstaltungen des Opernstudios OperAvenir findet man auf der Website www.theater-basel.ch
- Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
- Titelfoto: Abschlusskonzert 2026 OperAvenir/Foto: Hélio Vida