Dortmunder Philharmoniker: Begeisterung für Mahler’s 2. Sinfonie – „Auferstehungs-Sinfonie“

Portrait GMD Feltz Foto:_(c)_Magdalena Spinn
Portrait GMD Feltz Foto:_(c)_Magdalena Spinn

Nachdem der letzte Ton der großartigen und wuchtigen Auferstehungssinfonie am gestrigen Abend verklungen war, herrschte ein Moment der Stille und Ergriffenheit im Auditorium, dem sich dann großer Applaus und Jubel für das soeben erlebte Werk und seine Mitwirkenden auf der Bühne anschloss. Die Dortmunder Philharmoniker und ihr Chefdirigent Gabriel Feltz hatten einen wahrlich großen Abend. Heute, am 21.10., wird dieses im besten Sinne große Werk ein weiteres Mal im Dortmunder Konzertsaal zu hören sein.

Das 2. Philharmonische Konzert der Dortmunder Philharmoniker stand unter dem künstlerischen Motto „gott_selig“.

Die 2. Sinfonie von Mahler vereint religiöse Aspekte des Auferstehungsgedankens mit ‚dem Tod eines geliebten Menschen’, das war Mahlers Kommentar zum 1. Satz, der ursprünglich als sinfonische Dichtung mit dem Titel ‚Todtenfeier’ einzeln erscheinen sollte, und berührt damit zentrale Fragen unsere thematischen Ausrichtung für diese Saison“, erklärt GMD Gabriel Feltz in der Pressemeldung anlässlich dieses Konzertes seine Werkauswahl. Gustav Mahler, als auch diese Sinfonie,  haben einen besonders hohen Stellenwert für den Dortmunder Generalmusikdirektor. Dies wurde besonders deutlich in seiner Werkeinführung, die Gabriel Feltz vor dem Beginn der Sinfonie gab. Unter dem Motto „Wir stimmen ein“ stellte Feltz dem Publikum Werk und Komponist vor. Eine knappe halbe Stunde frei redend, ohne Manuskript, dabei jede musikhistorisch bedeutsame Jahreszahl  zu Mahlers Auferstehungssinfonie kennend, vermittelte er sehr gekonnt seine persönliche Begeisterung und Bewunderung für das Werk und für Gustav Mahler dem anwesenden Publikum.

Mahlers „2.“ gilt vielen als seine beliebteste Sinfonie. Die Ausstrahlung auf das Publikum ist über die Zeit hin ungebrochen. Gleichwohl fiel Mahler mit der Uraufführung (1895) seines Werkes bei der Kritik durch.  Aber das Geniale setzt sich immer durch. Und so ist Mahlers Auferstehungssinfonie ein zu recht  großartiges und den Zuhörer emotional erfassendes und packendes Werk der Musikgeschichte.

60 Streicher, 46 Bläser, 9 Schlagzeuger, 2 Harfen und Orgel, 2 Solistinnen (Sopran und Alt) sowie ein vierstimmiger gemischter Chor, dazu noch ein isoliert platziertes Off-Bühnen-Orchester mit 4 Hörnern, 4 Trompeten, Pauke, großer Trommel, Becken sowie Triangel. sind Mahlers nicht gerade „bescheidene“ Vorgaben für seine 5-sätzige, gut 80 Minuten dauernde, 2. Sinfonie. Der Komponist wird mit diesem Satz oft zitiert: „Aber Sinfonie heißt mir eben: mit allen Mitteln der vorhandenen Technik eine Welt aufbauen.“ Und das gelingt ihm auch in seiner 2. Sinfonie. Seine Sinfonien sind zumeist von übergroßer Dimension und stellen fast alles, was es nur annähernd vergleichbar zuvor gab, in den Schatten. Diese mächtige Größe ist es aber, die die Menschen wieder und wieder in den Bann dieses musikalischen Genies und seiner Werke zieht.

Das musikalische Mammutwerk ist bei Gabriel Feltz in kompetenten Händen. Seine persönliche Begeisterung, die er dem Publikum in seiner zuvor erteilten Einführung in dieses Musikwerk gekonnt vermittelte, lies er dann während der Aufführung für das Publikum spürbar werden. Souverän leitete und führte er das Dortmunder Philharmonische Orchester durch die  Sätze der Partitur, liess dabei die innere Glut des Werkes spürbar werden,  bis hin zum ergreifenden und phänomenalen Finale von Mahlers 2. Sinfonie.

Und wieder einmal wurde auf großartige Weise bestätigt, dass die Dortmunder Philharmoniker zu den besten Klangkörpern des Landes gehören. Stellvertretend für alle erstklassig aufspielenden Dortmunder Musikerinnen und Musiker seien hier die Perkussionisten und Bläser erwähnt, die  in diesem Werk vor große Herausforderungen gestellt werden und dies hervorragend, so wie das gesamte Orchester, umsetzten.

Lavinia Dames / Foto: (c) Pia Clodi
Lavinia Dames / Foto: (c) Pia Clodi

Die gesanglichen Solopartien waren von der Mezzosopranistin Tanja Ariane Baumgartner und der Sopranistin Lavinia Dames (die kurzfristig für die erkrankte und ursprünglich vorgesehene Sängerin  Chen Reiss eingesprungen ist) mit klaren und klangschönen Stimmen bestens besetzt. Der international bekannte und renommierte Tschechische Philharmonische Chor Brno (Brünn) komplettierte vorzüglich den insgesamt hervorragenden Gesamteindruck des gestrigen Konzertabends.

Mit Mahlers 2. Sinfonie haben die Dortmunder Philharmoniker eine exzellente Orchesterleistung abgelegt die auch vom Publikum entsprechend bejubelt wurde. In den großen und einhelligen Applaus eingeschlossen waren die Gesangssolistinnen ebenso wie der Tschechische Philharmonische Chor Brno.

GMD Gabriel Feltz konnte einen weiteren großen Abend für sich verbuchen. Das Konzerthauspublikum feierte ihn und seine musikalische Gesamtleitung entsprechend und dankte ihm sicher auch dafür, dieses hinreißende Musikwerk wieder einmal in Dortmund erleben zu dürfen.

*Homepage der Dortmunder Philharmoniker

*INFO: Für den heutigen Abend (21.10.) sind noch Eintrittskarten  verfügbar. Tickets und und weitere Informationen unter DIESEM Link

*Titelfoto: Konzerthaus Dortmund – Saalansicht von der Bühne © Yogi Kaja

 

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