20 Jahre OperAvenir Basel – Portraitkonzert

Portraitkonzert 2026 OperAvenir / Foto © Theater Basel

In diesem Jahr kann das Opernstudio OperAvenir am Theater Basel sein 20jähriges Jubiläum feiern und dabei stolz auf die vielseitige Arbeit sein, welche für junge talentierte Sänger/innen geleistet wurde. Viele der Mitglieder konnten seit 2006 auf internationalen Bühnen und in Konzerten Erfolge feiern. Gewiss blicken sie mit Freude auf die Zeit in Basel zurück. Seit der Saison 20/21 ist Hélio Vida als künstlerischer Leiter von OperAvenir tätig. Als hervorragender Pianist mit großem Wissen und mit seiner charmanten Art gelingt es ihm seine Sänger/innen immer wieder zu begeistern. In den letzten Jahren war er auch vermehrt als Dirigent zu erleben. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für sein jahrelanges Engagement.  (Rezension des Konzerts v. 10. Oktober 2026 im Schauspielhaus Basel)

 

In dieser Saison werden vier Mitglieder präsentiert, von denen zwei bereits letztes Jahr dabei waren.

Die Sopranistin Juliette Tacchino und die Mezzosopranistin Ani Kushyan sind seit dieser Spielzeit neu dabei. Der Tenor Ervin Ahmeti und der Bassbariton Marius Aron hatten bereits Gelegenheit, in einigen Produktionen am Theater Basel ihr Können zu beweisen.

An diesem Abend wurde ein abwechslungsreiches Programm mit teilweise selten zu hörenden Arien und Ensembles geboten.

Den Anfang machte Wolfgang Amadeus Mozart mit dem Quartett “Bella cosa è far l’amore” aus der Oper “La finta semplice”. Bereits hier konnte man das Temperament der Sänger/innen spüren. Mit dem Duett “L’âme de votre fils est à jamais troublée, Madame!” aus der Oper “Hamlet” von Ambroise Thomas wurde die Stimmung dramatisch. Da glänzten Ani Kushyan und Marius Aron mit beeindruckender Präsenz und mit großen Stimmen.

Träumerisch verliebt dann die Arie des Romeo “Ah ,lève-toi, soleil!” aus Charles Gounods Oper “Roméo et Juliette”, präsentiert von Ervin Ahmeti mit höhensicherem Tenor und feinen Nuancen.

Mit der Konzertarie KV 578 “Alma grande e nobil core!” von Wolfgang Amadeus Mozart liess Juliette Tacchino ihre höhensichere Stimme aufblühen. Ergreifend dann die Arie des Sancho Pansa aus der Oper “Don Quichotte” von Jules Massenet “Riez!Allez!”. Marius Aron liess diese Emotionen mit großer Stimme und hervorragender Stimmführung erklingen. Eindrücklich.

Ein besonderes Highlight war die Szene “Pourquoi vous tenez-vous ainsi?” aus der Oper “Dialogues des Carmélites” von Francis Poulenc. Juliette Tacchino als Blanche und Ervin Ahmeti als Chevalier de la Force boten zusammen mit Ani Kushyan als Priorin eine berührende Wiedergabe dieser emotionsreichen Szene.

Die Briefszene der Charlotte “Werther…Werther… Qui m’aurait dit la place” aus Jules Massenet Meisterwerk “Werther” wurde von Ani Kushyan wunderbar gesungen und mit viel Gefühl präsentiert.

Portraitkonzert 2026 OperAvenir / Foto © Theater Basel

Das Finale bildete die Hochzeitsszene mit dem Quartett aus Charles Gounods Oper “Roméo et Juliette” mit Juliette Tacchino als Juliette, Ervin Ahmeti als Roméo, Marius Aron als Padre und Ani Kushian als Gertrude. Auch hier konnte man deutlich spüren, mit welcher Energie diese vier so talentierten Sänger/innen sich den verschiedensten Herausforderungen stellen und in vielen Rollen überzeugen können.

Hélio Vida begleitete diese anspruchsvollen Werke mit bis in die feinsten Nuancen ausgewogenem Stil. Bravo!

Die Moderation der Veranstaltung hatte Hélio Vida auf seine gewohnt charmante Weise präsentiert. Bei dieser Gelegenheit konnte sich auch der neue Opern- und Casting Direktor Cameron Arens dem Publikum vorstellen.

Man darf sich auf weitere Begegnungen mit den vier Solist/innen freuen. Als nächstes bereits ab dem 21. November 2026 in der neuen Produktion von Mozarts “Le nozze di Figaro” in der Inszenierung von Niklaus Habjan und mit Hélio Vida am Dirigentenpult.

Alle Informationen findet man unter www.theater-basel.ch

 

  • Rezension von Marco Stücklin / Red. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Titelfoto und alle weiteren Fotos: © Theater Basel
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